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Talentschulen

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Talentschulen

 (© pixabay.com/ cco license)

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Die Landesregierung verfolgt das Ziel, soziale Nachteile im Bildungsbereich zu überwinden. Alle Kinder und Jugendlichen sollen die gleichen Aufstiegschancen haben. Mit dem Schulversuch Talentschulen ruft die Landesregierung eine wichtige Maßnahme für mehr Chancengerechtigkeit ins Leben. Der Schulversuch, der am 3. Juli 2018 vom Landeskabinett beschlossen wurde, soll zeigen, wie die Schülerleistungen an Schulen mit großen sozialen Herausforderungen durch besondere unterrichtliche Konzepte, gezielte Unterstützungsangebote bei der Schulentwicklung und zusätzliche Ressourcen gesteigert werden können. Darüber hinaus sollen die Talentschulen vor Ort einen positiven Beitrag zur Quartiersentwicklung leisten. Der Schulversuch hat eine Dauer von sechs Jahren und wird wissenschaftlich begleitet und evaluiert.

Schulkonzept

Um die Schülerinnen und Schüler besser zu fördern, werden die Talentschulen besondere pädagogische Konzepte umsetzen. Im Mittelpunkt steht dabei eine zusätzliche „Fördersäule“: Im Rahmen eines ausgeweiteten Fachunterrichts vertiefen allgemeinbildende Schulen die sprachliche Förderung. Berufskollegs erweitern die Berufsfelderkundung.  Zudem beinhalten die Fördersäulen mehr praktisches Arbeiten und mehr Lernmöglichkeiten im Rahmen eines MINT-Profils oder eines Profils im Bereich Kulturelle Bildung, mehr verbindliche individuelle Beratungselemente sowie Elemente der Berufsorientierung. An den Talentschulen erfolgt außerdem eine Weiterentwicklung der Schulstrukturen. Diese erfolgt z.B. durch die Nutzung eines zielgerichteten Datenmonitorings, Team- und Personalentwicklung, die Stärkung der Partizipation von Eltern und Schülerschaft sowie durch die Förderung von Prävention und die Stärkung eines positiven Schulklimas. Die Talentschulen intensivieren ihre Vernetzungsaktivitäten und nutzen dabei auch relevante lokale Ressourcen:

  • Für die Vernetzung im Quartier kooperieren sie eng mit dem Schulträger, den Grundschulen sowie den weiterführenden Bildungseinrichtungen.
  • Außerdem vernetzen sie sich zielführend mit Schul- und Bildungspartnern

vor Ort (z.B. Jugendhilfe, Verbände, Migrantenselbstorganisationen, Hochschulen und Talentscouting, Wirtschaft, Stiftungen).

Ausstattung und Unterstützung

Bis zu 60 Schulen werden im Schulversuch im Endausbau mit zusätzlichen Ressourcen ausgestattet: 45 allgemeinbildende Schulen mit Sekundarstufe I sowie 15 berufsbildende Schulen. Die allgemeinbildenden Schulen erhalten einen Zuschlag in Höhe von 20 Prozent auf den Grundstellenbedarf, Berufskollegs erhalten mindestens vier Stellen für eine verbesserte Personalausstattung in den teilnehmenden Bildungsgängen.

Für die zusätzliche personelle Ausstattung der teilnehmenden Schulen stellt das Land mehr als 400 Lehrerstellen bereit: 315 Stellen an den allgemeinbildenden Schulen und 100 Stellen an den berufsbildenden Schulen. Diese unbefristeten Stellen dienen u.a. zum Ausbau des Fachunterrichts, zur Entlastung und Unterstützung der Schulleitung, zur Erweiterung des außerunterrichtlichen Angebots sowie zur intensivierten Beratung von Schülerinnen und Schülern. Unabhängig von der Schulgröße ist außerdem an jeder Talentschule mindestens eine Stelle für Schulsozialarbeit vorgesehen.

Ein zusätzliches Fortbildungsbudget in Höhe von jährlich 150.000 Euro steht im Haushalt für die Talentschulen bereit. Neben den für den Ausbau des Fachunterrichts notwendigen zusätzlichen Lehrkräften können auch andere Berufsgruppen in multiprofessionellen Teams eingestellt werden. Bei den Investitionen erwartet die Landesregierung einen Multiplikatoreffekt:

  • Schulträger sollen über die Nutzung der Mittel aus dem Programm „Gute Schule 2020“, dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz, dem Digitalpakt, der Schulpauschale/Bildungspauschale und ggf. weiterer schulbezogener Infrastrukturförderprogramme eine sehr gute bauliche und digitale Ausstattung der Talentschulen ermöglichen.
  • Ergänzend können im Rahmen bestehender rechtlicher Möglichkeiten zum Beispiel Stiftungen, Unternehmen (Sponsoring) und zivilgesellschaftliche Akteure einen Beitrag zur bestmöglichen Ausstattung und Unterstützung der Schulen leisten.

Die Talentschulen

Das Schulministerium hat für die Auswahl der Talentschulen eine Jury ins Leben berufen. Diese besteht aus zwölf Expertinnen und Experten verschiedener Fachrichtungen sowie Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Nach sorgfältiger Auswertung der eingegangenen Bewerbungen hat die Jury die ersten 35 Talentschulen ausgewählt, die zum Schuljahr 2019/20 an den Start gehen. Vorsitzender der Jury ist Prof. Dr. Ewald Terhart. In einer zweiten Auswahlphase werden zum Schuljahr 2020/21 weitere Schulen bis zu einer Gesamtzahl von 60 in den Schulversuch aufgenommen.

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