Aktuelle Informationen zu KAOA

Informationen zu KAoA

Mit der Einstellung des Unterrichtsbetriebs an den Schulen in Nordrhein-Westfalen sind ab Montag, 16.03.2020 auch alle Standardelemente im Rahmen der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule-Beruf in NRW“ (KAoA) – bis auf weiteres ausgesetzt.

Außerschulisch stattfindende Standardelemente werden dementsprechend ebenfalls ausgesetzt, solange der Unterricht ruht. Dies betrifft insbesondere Berufsfelderkundungen, Schülerbetriebspraktika, Langzeitpraktika, Praxiskurse, Praxiselemente in der Sek. II und Veranstaltungen an Hochschulen zur Studienorientierung.

Auch während des Ruhens des Unterrichts können Inhalte der Beruflichen Orientierung als Lernaufgaben vermittelt werden. Die Abgangsschülerinnen und -schüler der Sekundarstufe I sollten im Rahmen der organisatorischen und personellen Möglichkeiten kontaktiert werden, um die Fortschritte der Übergangsgestaltung im Blick zu behalten.

Die folgenden Regelungen wurden in Absprache mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW getroffen.

Umsetzung von KAoA bei Wiederaufnahme des Unterrichts

Nach Wiederaufnahme des Unterrichtsbetriebs soll der Prozess der Beruflichen Orientierung fortgesetzt und alle noch in der Jahresplanung des BO-Curriculums der einzelnen Schule anstehenden Standardelemente verpflichtend durchgeführt werden. Der Prozess der Beruflichen Orientierung darf nicht ausgesetzt oder abgebrochen werden.

Allerdings dürfen einmalig abweichend vom schulinternen BO-Curriculum zeitliche Verschiebungen, auch über Jahrgangsstufen hinaus, im Schuljahr 2019/20 und im darauffolgenden Schuljahr stattfinden.

Die Durchführungsdauer bei Standardelementen der Praxisphasen (Berufsfelderkundungen, Praxiskurse, Schülerbetriebspraktikum, Praxiselemente in Betrieben, Hochschulen und Institutionen) kann in diesen beiden Schuljahren verkürzt werden, wenn schulische Belange und das fehlende Angebot an betrieblichen Plätzen und / oder Engpässe im Rahmen der trägergestützten Angebote dies erforderlich machen.

Nachholen ausgefallener Standardelemente

Das Nachholen von ausgefallenen bzw. vorzeitig abgebrochenen Standardelementen muss von jeder Schule für jede Jahrgangsstufe einzeln betrachtet werden. Es sollen pragmatische Lösungen gefunden werden. Eine Überarbeitung der bisher vorgesehenen Jahresplanung für die einzelnen Prozessschritte der Beruflichen Orientierung für die entsprechend betroffenen Jahrgangsstufen ist in der Regel erforderlich.

Umsetzung ausstehender Standardelemente des Schuljahres 2019/20

Die meisten Standardelemente bieten einen flexiblen zeitlichen Rahmen, der ausgeschöpft werden kann (s. u.).  Unter Berücksichtigung der aktuellen Situation können Standardelemente, die noch im laufenden Schuljahr stattfinden sollen, abweichend von der bestehenden Jahresplanung des BO-Curriculums verschoben werden und in einer späteren Jahrgangsstufe stattfinden. Betriebliche Standardelemente, die direkt für die Woche der Aufnahme des Schulbetriebs terminiert sind, sollten zeitnah abgesagt und neu terminiert werden. Bei trägergestützten Standardelementen muss vor der Durchführung eine Rücksprache mit der Kommunalen Koordinierungsstelle erfolgen und im Anschluss daran eine Terminabstimmung mit dem Träger. Diese Abstimmungen sind erforderlich, um finanzielle und personelle Ressourcen zu planen.

Regelungen für Standardelemente der Praxisphasen

Durchführungszeitraum Berufsfelderkundungen (BFE)

Für betriebliche Berufsfelderkundungen gilt, dass sie in der Jgst. 8 und in der Jgst. 9 durchgeführt werden können. Daher können die Schulen, die die betrieblichen BFE für dieses Jahr in der Jgst. 8 geplant haben, diese in das nächste Schuljahr in die Jgst. 9 verschieben.

Bei geplanten trägergestützten BFE informieren die Schulen bitte die Träger umgehend über die Absage wegen des Ruhens des Unterrichts.

Auch trägergestützte Berufsfelderkundungen können, nach Rücksprache mit der Kommunalen Koordinierungsstelle und dem Bildungsträger, einmalig für die Schülerinnen und Schüler der jetzigen Jgst. 8 in die kommende Jgst. 9 verlegt werden.

Für die Schülerinnen und Schüler, die keine Plätze finden, weil das regionale Angebot aufgrund der aktuellen Situation (ggf. Insolvenz bisher vorgesehener Betriebe) nicht ausreichend ist, sollen die Durchführungstage durch die Schule genutzt werden, um Jugendliche über Berufsfelder, berufliche Tätigkeiten etc. zu informieren.

Durchführungszeitraum Praxiskurse

Trägergestützte Praxiskurse können in Jgst. 9 und Jgst. 10 durchgeführt und damit auch verschoben werden. Auch hier ist eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit den Kommunalen Koordinierungsstellen und anschließend mit den Bildungsträgern erforderlich.

Durchführungszeitraum Schülerbetriebspraktika

Es gibt die Verpflichtung, Schülerbetriebspraktika einmalig in der Jgst. 9 oder 10 durchzuführen. In dieser Krisensituation kann das Schülerbetriebspraktikum der Jgst. 9 in Schulen, die ein Praktikum nur in einer der beiden Jahrgangsstufen vorsehen, um ein Jahr in die Jgst. 10 verschoben werden, auch wenn das BO-Curriculum dies bisher nicht vorsieht.

Für Schülerinnen und Schüler, die bereits ein Praktikum in der Jgst. 9 absolviert haben, kann ein mögliches zweites Praktikum in der Jgst. 10 entfallen, wenn aufgrund der aktuellen Situation (ggf. Insolvenz bisher vorgesehener Betriebe) kein auskömmliches Angebot vorhanden ist.

Für Schulen, in denen Schülerinnen und Schüler in der jetzigen Jgst. 10 ihr einziges Praktikum machen, gilt es möglichst einen Ausweichtermin bis zum Ende des Schuljahres zu finden.

Gesamtschulen und Gymnasien können das Praktikum flexibel auf die Sek I und Sek II aufteilen (2 Wochen +1 Woche oder 1 Woche+2 Wochen).

Schülerinnen und Schüler, die wegen der Krisensituation keine Praktikumsplätze finden, sollen durch die Schule betreut werden. Im Mittelpunkt der Beschulung während der Praktikumszeit soll die Berufliche Orientierung stehen.

Durchführungszeitraum Praxiselemente in Betrieben, Hochschulen und Institutionen

Eine Schülerin bzw. ein Schüler der jetzigen und der zukünftigen EF des kommenden Schuljahrs sollte in der Oberstufe mindestens eine Praxisphase von fünf Tagen durchlaufen. Dies kann in Form eines Schülerbetriebspraktikums in EF oder Q1 oder auf die gesamte Oberstufe verteilt an eintägigen außerschulischen Praxistagen erfolgen.

BFE, Praktika und Praxiselemente im Gesundheitswesen und im Pflegebereich

Praktika und Berufsfelderkundungen können, so lange die Corona-Pandemie anhält, nicht in Krankenhäusern, Altenpflegeheimen, Arztpraxen und anderen Bereichen der Gesundheits- und Altenpflege absolviert werden.

BFE, Praktika und Praxiselemente im Ausland

Berufsfelderkundungen, Schülerbetriebspraktika, Langzeitpraktika und Praxiselemente in der Sek. II im Ausland sind in diesem Schuljahr auszusetzen. Inwiefern im kommenden Schuljahr in Ländern, die dann nicht vom RKI als Krisenregion benannt werden, wieder entsprechende Elemente durchgeführt werden können, bleibt abzuwarten.

Regelungen für weitere Standardelemente

Durchführungszeitraum Workshops Standortbestimmung und Entscheidungskompetenz I und II

Eine Umsetzung der Workshops kann flexibel über die Jahrgangstufen EF bis Q2.1 verteilt werden. Die Reihenfolge der Workshops soll eingehalten werden. Der zeitliche Rahmen des einzelnen Workshops kann durch die Schule flexibel gestaltet werden. Die empfohlene Dauer des einzelnen Workshops ist vier Stunden.

Beratungs- und Berufsorientierungsangebot der Bundesagentur für Arbeit

Die persönliche Berufsberatung in den Schulen ruht bis zur Wiederaufnahme des Schulbetriebs. Die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit ist im Augenblick über den telefonischen Kontakt und per E-Mail zu erreichen. Beratungstermine sind über die bewährte Hotline zu erfragen.

Nach Wiederaufnahme des Unterrichtsbetriebs werden ebenso die den Prozess der systematischen Beruflichen Orientierung unterstützenden Maßnahmen der vertieften Berufsorientierung nach § 48 Drittes Sozialgesetzbuch (SGB III) der Bundesagentur für Arbeit und der Kofinanzierenden fortgesetzt.

Durchführungszeitraum KAoA-STAR Standardelemente

Die oben aufgeführten Regelungen gelten auch für die KAoA-STAR-Standardelemente. Die KAoA-STAR-Potenzialanalyse kann abweichend vom bisherigen zeitlichen Rahmen bis zum Ende des Schuljahres durchgeführt werden. Falls eine Durchführung in diesem Schuljahr nicht mehr zu Stande kommt, können die Schülerinnen und Schüler im nächsten Schuljahr den dann stattfindenden Durchführungsterminen zugeordnet werden.

KAoA-STAR Informationsveranstaltung für Eltern bzw. Erziehungsberechtigte

Die noch ausstehenden Veranstaltungen zur Information über KAoA-STAR für Eltern bzw. Erziehungsberechtigte von im nächsten Schuljahr neu einsteigende Schülerinnen und Schüler können auch digital oder postalisch durch die Schulen erfolgen. Auch die unterschriebenen Einwilligungserklärungen sollen postalisch eingeholt werden. Dies kann auch noch zu Beginn des nächsten Schuljahres erfolgen. Beratungen zu KAoA-STAR sollen bis auf Weiteres telefonisch durchgeführt werden.

Anschlussvereinbarung und EckO

Das EckO-Portal ist für alle, damit auch für die einjährigen Bildungsgänge am Berufskolleg, bis zum 26. Juni 2020 geöffnet.

Monitoring

Das Monitoring wird in diesem Schuljahr ausgesetzt. Allerdings werden Schulen, die das KAoA-Schild Modul nutzen, gebeten, im Rahmen eines Pilotprojektes am Monitoring teilzunehmen. Darüber hinaus soll eine Erprobung des Monitorings an ausgewählten Berufskollegs stattfinden.

Informationsveranstaltungen für Eltern bzw. Erziehungsberechtigte

Zum jetzigen Zeitpunkt sollten keine Informationsveranstaltungen stattfinden. Informationen an Eltern bzw. Erziehungsberechtigte sollten digital oder postalisch weitergegeben werden.

Übergangsgestaltung

Sobald der Unterricht wiederaufgenommen wird, sollten die Schulen in Zusammenarbeit mit den Akteuren der Kommunalen Koordinierung die Schülerinnen und Schüler in den Abgangsklassen verstärkt in den Blick nehmen, die noch keine gesicherte Anschlussperspektive haben.