Logo Ministerium für Schule und Bildung

Navigation ein/aus

Gute Praxis

Virtual StudentXChange – 360-Grad-Videos im Schüleraustausch

360-Grad-Videos von der Klasse beim Schulfest drehen, an die Partnerschule in China schicken, dort werden die Filme dann mit einer Virtual Reality-Brille angesehen – so funktioniert der Schüleraustausch der Zukunft. Das Projekt Virtual Student XChange lässt die Entfernung zwischen China und NRW mittels moderner Technik schrumpfen und ermöglicht Schülerinnen und Schülern jugendgerechte und anschauliche Kommunikation.

 (© Wolfgang Kaiser)

So nah als wär' man da: Schülerinnen und Schüler beim virtuellen Schüleraustausch mit China (© Mark Agnor/Shutterstock)

Rund 9.000 km liegen zwischen Nordrhein-Westfalen und der Volksrepublik China. Für eine persönliche Begegnung sicherlich kein Katzensprung. Und doch bestehen bereits 44 internationale Kontakte zwischen NRW-Schulen und China (Datenbank ILKA). Um diese Distanz etwas zu verringern, geht das Projekt „Virtual StudentXChange“ der Stiftung Mercator in die zweite Runde. In der Unterhaltungsindustrie hat Virtual Reality bereits einen festen Platz. Auch in der Wissenschaft und in vielen Unternehmen findet die Technik bereits Anwendung – und erhält nun Einzug auch in den Schulbereich.

Ab April 2019 können sich Schulen, die mit Hilfe der 360-Grad-Videos erste Kontakte nach China knüpfen möchten, ebenso bewerben wie Schulen, die bereits eine Schulpartnerschaft mit China unterhalten. Die Auswahl der Schulen nehmen der Pädagogische Austauschdienst des Sekretariats der Kultusministerkonferenz, das Goethe-Institut Peking als Projektpartner auf chinesischer Seite und das Ministerium für Schule und Bildung (MSB) gemeinsam vor. Das Schulministerium unterstützt zudem vor Ort in Nordrhein-Westfalen, zum Beispiel bei der Bekanntmachung des Projekts und der Organisation der Workshops. Die Ansprechpartnerin für interessierte Schulen im MSB ist Frau Friederike Heine (E-Mail: friederike.heine@msb.nrw.de).

Nach einem bundesweiten Pilotjahr legt die Stiftung Mercator im kommenden Schuljahr 2019/20 den Fokus auf das bevölkerungsreichste Bundesland. Zehn Schulen aus Nordrhein-Westfalen und zehn chinesische Schulen aus dem PASCH-Netzwerk (PASCH steht für die Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“. Sie vernetzt weltweit mehr als 1.800 Schulen, an denen Deutsch einen besonders hohen Stellenwert hat.) können am Projekt teilnehmen und 360-Grad-Videos drehen. In diesen 360-Grad-Videos können Schülerinnen und Schüler sich einander virtuell vorstellen, ihre Schulen, Städte und Wohnungen sowie ihre Freizeitaktivitäten präsentieren und auf Fragen antworten. Mögliche Drehorte wären zum Beispiel: das Klassenzimmer, ein Familienessen, eine Schulaufführung, eine Sportveranstaltung, der „coolste“ Platz der Stadt, ein Rockkonzert, ein Museumsbesuch, eine besondere Sehenswürdigkeit, eine Auszeichnungsveranstaltung in der Schule. Die jeweilige Partnerklasse sieht die Videos dann mit Hilfe der VR-Brillen und beliebiger Smartphones als 360-VR-Videos an und produziert ihrerseits mit der Kamera entsprechende Videos. Die Videos, die Technik-Tutorials sowie die Materialsammlung werden auch für andere Schulen online veröffentlicht.

Bevor es losgeht, machen sich Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler im Rahmen von Workshops  mit der Technik vertraut. Jede Schule erhält eine 360-VR-Kamera und VR-Brillen. Mit dem Equipment, das die Schulen nach Abschluss des Projekts behalten dürfen, können 360-Grad-Videos leicht hergestellt, über das Internet mit den Partnern getauscht und mit den VR-Brillen angeschaut werden. „Durch die Rundumsicht haben die Schülerinnen und Schüler das Gefühl, selbst vor Ort zu sein. Wir nutzen die Videos, um die Zeit zwischen den gegenseitigen Besuchen zu überbrücken“, beschreibt eine Lehrerin den Erfolg des Projekts im Unterricht. Genau dieses Eintauchen („Immersion“) macht die 360-Grad-Videotechnik so besonders. Die Geschehnisse werden in den Videos so realitätsnah vermittelt, dass das Gehirn das Gesehene als eigene Erfahrung und Erinnerung abspeichert.

Ein weiterer Bestandteil des Vorhabens „Digitalisierung im deutsch-chinesischen Schüleraustausch“ der Stiftung Mercator ist die Erstellung von Materialien für Teilnehmende und Interessierte am deutsch-chinesischen Schüler- und Jugendaustausch. Das Herder-Institut der Universität Leipzig erarbeitet derzeit Materialien für deutsche Jugendliche, die auf einen Aufenthalt in China vorbereitet werden, und Materialien für chinesische Jugendliche, die auf einen Aufenthalt in Deutschland vorbereitet werden. Bei dem geplanten Stationenlernen sollen auch 360-Grad-Videos zum Einsatz kommen.

Zum Seitenanfang

Bildungsthemen im Zuständigkeitsbereich anderer Landesministerien

Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen
Völklinger Straße 49, 40221 Düsseldorf