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Wie sieht das Konzept des Praxissemesters aus?

Das Praxissemester folgt bestimmten Grundlinien: Es richtet sich an Studierende im Masterstudium, dauert fünf Monate und orientiert sich am Schulhalbjahr (Beginn jeweils zum 15. Februar oder zum 15. September). Es soll den Studierenden besondere Lerngelegenheiten im Theorie-Praxis Kontext bieten. Die Präsenzzeit an der Schule beträgt 250 Zeitstunden. Sie umfasst in diesem Rahmen bis zu 70 Unterrichtsstunden und die Teilnahme an allen anderen Aspekten der Lehrkräftearbeit. Die schulpraktische Phase wird universitätsseitig in ein Studienjahr eingebunden, das heißt, dem eigentlichen Praxissemester gehen im Semester davor bildungswissenschaftliche und fachdidaktische Vorbereitungsveranstaltungen der Universität voraus. Danach beginnt der fünfmonatige schulpraktische Teil.

Zu der Studienkomponente der Universität gehören neben der Vorbereitung Begleitveranstaltungen und kleine Studienprojekte in der schulpraktischen Phase. Die Schulpraxiskomponente umfasst die Begleitung der Studierenden an den Schulen durch die Lehrkräfte vor Ort und die Begleitung der Studierenden durch Seminarausbilderinnen und Seminarausbilder der ZfsL. Das Praxissemester wird uniseitig durch eine Modulabschlussprüfung (dort Reflexion der Praxiserfahrungen und der Studienprojekte) sowie durch ein Bilanz- und Perspektivgespräch an der Schule abgeschlossen.

Was sind die Ziele des Praxissemesters?

Hauptziele sind, aus dem Berufsfeld Schule heraus Impulse und Anstöße für die nachfolgenden Studienanteile und erste Grundlagen für den späteren Vorbereitungsdienst zu schaffen. Im Praxissemester soll das für den Lehrerberuf relevante und bereits erworbene Theorie- und Reflexionswissen aus den Fachwissenschaften, den Fachdidaktiken und den Bildungswissenschaften mit der Tätigkeit in der Schule verknüpft werden. Angestrebt wird eine „forschende Grundhaltung“. Der Erwerb von Handlungsroutinen ist eine Aufgabe des Vorbereitungsdienstes. Das Praxissemester ist somit kein Referendariat! Die Schule, das Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung und die Hochschule sollen die Studierenden dabei unterstützen, ihre für den Lehrerberuf relevanten Fragen zu identifizieren und eine kritisch-konstruktive Auseinandersetzung damit zu initiieren.

Was, wie und wo können die Praxissemesterstudierenden lernen?

Das Praxissemester soll die Studierenden auf ihr späteres Berufsfeld Schule in all seinen Handlungsfeldernvorbereiten und vor allem wichtige Lernerfahrungen in den Kernhandlungsfeldern Unterrichten und Erziehen ermöglichen. Wichtige Lernerfahrungen sollen sich auf die Planung, Durchführung und Auswertung von ersten Unterrichtsstunden und –vorhaben und die damit zusammenhängenden fachlichen, didaktischen und methodischen Fragestellungen beziehen. Ein sehr wichtiger Lerngegenstand ist die Wahrnehmung und Reflexion sowie Entwicklung der eigenen Lehrerpersönlichkeit.

Die Studierenden haben drei miteinander kooperierende und aufeinander abgestimmte Lernorte: den Lernort Schule, die ZfsL/Seminare, die den Studierenden Einführungsveranstaltungen in die Schulpraxis und Begleitung in der Schule anbieten, und die Begleitveranstaltungen der Universität, die die Gesamtverantwortung für dieses besondere Hochschulsemester trägt.

Was kann man sich unter den Unterrichtsvorhaben der Studierenden vorstellen?

Unterrichtsvorhaben werden federführend von der Schulseite verantwortet und sind schüler- und handlungsorientierte, offene Formen der Unterrichtsgestaltung, die die Lernenden zu einem selbstregulierten fachlichen oder überfachlichen Lernen in komplexen Lernsituationen befähigen sollen und auch den Studierenden unterschiedliche Perspektiven auf das Lernen der Schülerinnen und Schüler sowie Reflexionsanlässe für ihren eigenen Professionalisierungsprozess eröffnen.

Zentrales Ziel ist es, dass die Studierenden Unterricht als Einheit erfahren und sie Lehr- und Lernprozesse in größeren Zusammenhängen denken. In diesem Sinne umfassen Unterrichtsvorhaben, die im Rahmen des Praxissemesters durchgeführt werden, eine Folge von Stunden, an denen die Studierenden mit einem hohen Eigenanteil bei der Planung und Durchführung beteiligt sind und diese gemeinsam mit den betreuenden Lehrkräften auswerten. Auf den Begriff des Unterrichtsprojekts soll künftig verzichtet werden.

Was ist mit Studienprojekten gemeint?

Studienprojekte werden federführend von den Universitäten verantwortet und sind systematische, theorie- und methodengeleitete Erkundungen und Reflexionen des Handlungsfelds Schule in seiner unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Breite. Sie umfassen eine Planungs-, Durchführungs-, Auswertungs- und Reflexionsphase (Kurzdefinition).

Im Rahmen des Praxissemesters ist die Rede von Ausbildungsregionen. Was ist darunter zu verstehen?

Zur Umsetzung des Praxissemesters sind den elf lehrerausbildenden Universitäten in NRW (Aachen, Bochum, Bonn, Bielefeld, Dortmund, Duisburg-Essen, Köln, Münster, Paderborn, Siegen, Wuppertal) durch die lehramtsbezogene und geografische Zuordnung von ZfsL und diesen wiederum zugeordneten Schulen Ausbildungsregionen geschaffen worden. Dazu haben die Universitäten und die ZfsL mit ihren SeminarenKooperationsvereinbarungen abgeschlossen. In allen Ausbildungsregionen wurden schon vor zwei Jahren Arbeitsgruppen bestehend aus Hochschullehrkräften, Fachleitungen und Lehrerinnen und Lehrern auf den Weg gebracht, die die ausbildungsfachlichen Grundlagen für das Praxissemester entwickelt haben.

Wie werden die Studierenden an die Schulen verteilt?

Für die Verteilung der Studierenden wurde ein landesweites logistisches Onlineverfahren der Hochschulen zur Vergabe der Praktikumsplätze im Praxissemester – kurz PVP – entwickelt. Während der Hauptteil der Arbeit mit diesem System bei den Universitäten liegt, fallen auch für die Schulen (in der Regel für die Ausbildungsbeauftragten) zu bestimmten Zeiten überschaubare ausbildungsfachliche Entscheidungenbeziehungsweise Informationsaufgaben im Rahmen des Verteilprozesses an. Dabei sollen die Ausbildungsbeauftragten der Schulen durch die Plattform PVP unterstützt werden. Zur Information und Vorbereitung der Ausbildungsbeauftragen an den Schulen auf diese Tätigkeiten wurden im September landesweit in den Einzugsbereichen der Seminare Informationsveranstaltungen für dieAusbildungsbeauftragten durchgeführt.

Ist eine Evaluation des Formats geplant?

Die Rahmenkonzeption zur strukturellen und inhaltlichen Ausgestaltung des Praxissemesters vom April 2010 sieht eine Begleitung des Praxissemesters durch Evaluationsmaßnahmen vor, die durch eine Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern der lehrerbildenden Hochschulen, der ZfsL, sowie des Landes durchgeführt wurden. Auf einer standardisierten Grundlage wurde im Frühjahr 2016 an allen lehrerausbildenden Hochschulen eine Studierendenbefragung durchgeführt. Die Maßnahmen wurden durch einen Bericht und eine gemeinsame Zusatzvereinbarung zur Rahmenkonzeption abgeschlossen, die diese nicht in Frage stellt. Die Ergebnisse bescheinigen dem Praxissemester eine ausgesprochen positive Bewertung durch die Studierenden: Begleitung und Unterstützung durch Schulen sowie ZfsL werden von deutlich über 90% der Studierenden als sehr positiv wahrgenommen. Mit der Zusatzvereinbarung werden insbesondere die von der Hochschule an die Studierenden beauftragten Studienprojekte in der Bandbreite begrenzt und ein flexiblerer Rahmen für den nachzuweisenden begleiteten Unterricht gesetzt, um variierenden Ausbildungssituationen vor Ort besser Rechnung tragen zu können.

Den Abschlussbericht zur Evaluation finden Sie hier, die Zusatzvereinbarung zur „Rahmenkonzeption zur strukturellen und inhaltlichen Ausgestaltung des Praxissemesters im lehramtsbezogenen Masterstudiengang vom 14. April 2010“ finden Sie hier.

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