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Topsharing – Innovatives Leitungsmodell als Schulversuch

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Topsharing – Innovatives Leitungsmodell als Schulversuch

 (© Alex Büttner)

(© Alex Büttner)

Zum Schuljahr 2018/19 startet im Regierungsbezirk Arnsberg der Schulversuch Topsharing an bis zu fünf Grundschulen. Topsharing steht für zwei teilzeitbeschäftigte Schulleitungen, die eine Schule in gemeinsamer Verantwortung leiten. Mit diesem Schulversuch beschreitet die Bezirksregierung Arnsberg einen innovativen Weg bei der Besetzung von Leitungsstellen und der besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Der Schulversuch wird durch eine Planungsgruppe der Bezirksregierung Arnsberg begleitet und durch die Qualitäts- und Unterstützungsagentur - Landesinstitut für Schule evaluiert. Sollte sich das Konzept bewähren, ist eine zügige Ausweitung auf Landesebene denkbar.

Eckpunkte des Schulversuchs

Erprobungsziel

Teilzeit, Telearbeit, Jobsharing und andere Arbeitsorganisationsformen stehen der Übernahme und  Wahrnehmung von Vorgesetzten- und Leitungsaufgaben grundsätzlich nicht entgegen und sind in  Leitungsfunktionen für beide Geschlechter zu fördern (§ 13 Absatz 8 LGG). In dem Schulversuch soll geklärt werden, ob die Zahl potentieller Interessentinnen und Interessenten für ein Schulleitungsamt erhöht werden kann, indem ermöglicht wird, eine Grundschule durch zwei Teilzeitkräfte gleichberechtigt in gemeinsamer Verantwortung zu leiten (=Topsharing). Dabei soll auch untersucht werden, ob durch dieses Modell der Anteil Teilzeitbeschäftigter in Schulleitungsfunktion erhöht werden kann.

Es sollen Erkenntnisse gewonnen werden, welche besonderen Voraussetzungen die Bewerberinnen und Bewerber mitbringen müssen und unter welchen Rahmenbedingungen ein solches Modell kooperativer Leitung funktionieren kann. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Schaffung flexiblerer Arbeitszeitmodelle für Lehrkräfte in Teilzeit zur Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege. Auch untersucht werden soll, welche Rolle unterschiedliche Ausgangssituationen und Anforderungen im städtischen und im ländlichen Raum spielen. Schließlich soll die Übertragbarkeit des Modells auf andere Schulformen und andere Bezirke in den Blick genommen werden.

Inhalt

Abweichungen von (schul)gesetzlichen Vorgaben

  • § 59 Absatz 1 SchulG: „Jede Schule hat eine Schulleiterin oder einen Schulleiter, die oder der zugleich Lehrerin oder Lehrer ist.“
  • § 5 Verordnung zur Ausführung des § 93 Abs. 2 Schulgesetz (Leitungszeit)

Zielgruppe

Der Schulversuch hat insbesondere Teilzeitkräfte mit Betreuungspflichten im Blick:

  • Teilzeitkräfte allgemein aus familiären Gründen
  • Teilzeitlehrkräfte mit pflegebedürftigen Angehörigen
  • Rückkehrer/innen in Teilzeit
  • Teilzeitlehrkräfte in Elternzeit

Organisation

Vereinbarungen  über  vertikale  oder  horizontale  Aufgabenteilung  und  Präsenzzeiten erfolgen individuell.

Zeitliche Festlegung

Die Dauer des Schulversuchs beträgt fünf Jahre. Angestrebt wird ein Beginn mit dem Schuljahr 2018/19.

Quantitative Begrenzung der Versuchsteilnahme

Vorgesehen ist die Teilnahme von bis zu fünf Schulen sowohl aus dem städtischen als auch aus dem ländlichen Bereich im Regierungsbezirk Arnsberg. Schulen mit 180-360 Lernenden und besetzter Konrektorstelle werden bevorzugt.

Ressourcen

Für jede teilnehmende Schule beträgt der gemeinsame Stellenanteil bis zu 120 % einer Grundschulleitungsstelle in Vollzeit. Die Möglichkeit der Überschreitung des Stellenumfangs um 20 % erfolgt mit dem Ziel, einen möglichst großen Bewerberkreis anzusprechen. Darüber hinaus wird die Leitungszeit während des Schulversuchs pro Schule um zwei Lehrerwochenstunden erhöht, um Raum für erforderliche Absprachen und Koordination zu geben. Die erforderlichen Ressourcen werden von der  Bezirksregierung Arnsberg aus vorhandenen Mitteln bereitgestellt.

Evaluation

Der Schulversuch wird durch eine Planungsgruppe der Bezirksregierung Arnsberg begleitet und durch die  Qualitäts- und Unterstützungsagentur – Landesinstitut für Schule evaluiert.


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