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Tipps für den sicheren Schulweg

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Tipps für den sicheren Schulweg

Von Nina Golombek

Rund 151.000 Erstklässler haben in diesen Tagen Ihre Schulzeit in Nordrhein-Westfalen begonnen – und damit einen ganz neuen Lebensabschnitt, der zahlreiche aufregende Lernerfahrungen mit sich bringt. Aber nicht nur im Schulgebäude sammeln die Jungen und Mädchen neue Erfahrungen: Wichtig ist schon der Weg vom Elternhaus zur Schule, ist er doch  für die Kinder oft der Start in die selbstständige Mobilität. Und der will gut vorbereitet sein.

"Gelb ist sicher": Mit knall­gel­ben Sicher­heits­wes­ten wer­den die Schul­an­fän­ger von an­de­ren Ver­kehrs­teil­neh­mern bes­ser er­kannt (© Alex Büttner
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"Gelb ist sicher": Mit knall­gel­ben Sicher­heits­wes­ten wer­den die Schul­an­fän­ger von an­de­ren Ver­kehrs­teil­neh­mern bes­ser er­kannt (© Alex Büttner )

Die Landesverkehrswacht NRW empfiehlt den Eltern, zunächst den sichersten Schulweg herauszufinden. Dabei können Schulwegepläne helfen, die an vielen Schulen erhältlich sind. Danach gilt es, diesen mit dem Kind zu üben. „Eltern sollten ihre Kinder anfangs auf dem Schulweg begleiten“, sagt Burkhard Nipper, Geschäftsführender Direktor der Landesverkehrswacht NRW. „Dabei kann man über Gefahrenstellen sprechen und mit ihnen das richtige Verhalten einüben. Erst wenn die Kinder das Gelernte verinnerlicht haben, sollten sie allein laufen.“

Generell gelte, dass der Bordstein eine Grenze darstellt, an der das Kind anhalten muss. Aber auch an Ein- und Ausfahrten müsse es lernen, sich zu vergewissern, ob sich ein Fahrzeug nähert. Oft sei nicht der kürzeste Weg der beste, sondern ein Umweg, der über einen Zebrastreifen oder eine Ampel führe, sinnvoller: „Über den Schulweg sollte nicht die Gehzeit, sondern die Sicherheit entscheiden“, so Nipper.

Die Verkehrswacht empfiehlt den Eltern, den Schulweg etwa vier- bis siebenmal gemeinsam mit ihrem Kind zurückzulegen. Bei Dunkelheit oder schlechtem Wetter erhöhe helle Kleidung mit reflektierenden Elementen darüber hinaus die Sichtbarkeit des Kindes. Auch sollte stets genügend Zeit für den Weg zur Schule eingeplant werden: Eile und Hektik könnten Unachtsamkeit bedingen.

Mit dem Auto zur Schule?

Das Mobilitätsverhalten ist, wie andere gesellschaftliche Phänomene auch, stets im Wandel und beeinflusst damit, wie Kinder und Jugendliche den Schulweg zurücklegen. Bereits im Jahr 2011 fanden Forscher der Ruhr-Universität Bochum in der Studie „Selbstständige Mobilität von Kindern“ heraus, dass das Auto als Transportmittel stark an Bedeutung gewonnen hat und dass Kinder öfter von einem Erwachsenen zur Schule begleitet werden als noch vor 20 Jahren. Die Veränderungen zeigten sich besonders bei Grundschulkindern.

Eine vom ADAC durchgeführte Elternbefragung an 14 Grundschulen in 13 Städten in Nordrhein-Westfalen ergab, dass oft die Bequemlichkeit der Eltern einen Grund für den gestiegenen Hol- und Bringverkehr an den Schulen darstellt. Aber auch Sicherheitsbedenken spielten eine Rolle: Viele Eltern empfänden die Schulwege als nicht sicher genug, um ihre Kinder alleine zur Schule zu schicken.

Zwar kann in einigen Fällen möglicherweise nicht auf das Auto verzichtet werden, allerdings erhöht sich durch das gestiegene Verkehrsaufkommen und das damit verbundene Halten, Parken oder Wenden unmittelbar vor den Schulen das Sicherheitsrisiko für alle Schülerinnen und Schüler: „Die Eltern sind um das Wohl des eigenen Nachwuchses besorgt, tragen aber zu der Gefährdung der anderen Schülerinnen und Schüler bei, wenn sie mit dem Auto bis vor das Schultor fahren“, sagt Jürgen Kreuels, Verkehrssicherheitsberater der Kreispolizeibehörde Rhein-Kreis Neuss.   

Das Kind mit dem Auto zur Schule zu bringen ist auch für den Direktor der Landesverkehrswacht keine Alternative: „Mit dem ‘Elterntaxi‘ werden den Kindern wichtige Erfahrungen vorenthalten. Geschwindigkeiten und Abstände richtig einzuschätzen, lernt man nicht auf dem Rücksitz. Das Auto sollte daher nur zum Einsatz kommen, wenn es nicht anders geht“, sagt Burkhard Nipper.

Nur durch eigenes Erleben werden die Motorik und das richtige Verhalten im Straßenverkehr geschult

„Mangelnde Bewegung führt zu einer schlecht ausgebildeten Motorik. Bei der Radfahrausbildung haben solche Kinder deshalb zunehmend Probleme, das Fahrrad so zu beherrschen, dass sie sicher am Straßenverkehr teilnehmen können“, erklärt Gereon Hogenkamp, Polizeihauptkommissar der Kreispolizeibehörde Rhein-Kreis Neuss und Leiter der Verkehrsunfallprävention. „Das frühzeitige selbstständige Agieren als Fußgänger hilft, ein Bewusstsein für Gefahrensituationen im Straßenverkehr zu entwickeln und damit Erfahrungen zu sammeln, die später für eine sichere Verkehrsteilnahme als Radfahrer erforderlich sind.“

Diejenigen Eltern, die auf das Auto nicht verzichten können, sollten ihre Kinder laut Verkehrswacht bei jeder Fahrt korrekt in einem Kindersitz sichern und stets zur Bürgersteigseite aussteigen lassen. „Auch sollten sie nicht direkt vor der Schule aus dem Auto aussteigen, um andere Kinder nicht zu gefährden und ein Verkehrschaos vor der Schule zu vermeiden“, rät Burkhard Nipper.

Welche Alternativen gibt es?

Lösungen, um Sicherheitsrisiken durch die Elterntaxis zu vermeiden, bieten unter anderem Hol- und Bringzonen im Umfeld der Schule. Die Landesverkehrswacht NRW hat zum Schuljahr 2015/16 eine Initiative gestartet, um Grundschulen mit so genannten „Elternhaltestellen“ auszustatten. Dabei werden in Zusammenarbeit von Schule, Polizei, örtlicher Verkehrswacht und lokaler Verkehrsbehörde im Umfeld von Schulen nach geeigneten Orten gesucht, an denen eine Hol- und Bringzone eingerichtet werden kann. Diese werden dann mit einem Schild gekennzeichnet. Von dort aus gehen die Kinder zu Fuß zur Schule.

Als weitere Alternative können sich Schülerinnen und Schüler zu einer festgelegten Zeit an einem Treffpunkt versammeln, um allein oder in Begleitung eines oder mehrerer Erwachsener den Schulweg gemeinsam zu Fuß zurückzulegen. Im „Walking Bus“ bilden die Kinder feste Gehgemeinschaften und können sich auch unterwegs an verschiedenen „Haltestellen“ anschließen. Sie haben so Gelegenheit, sich morgens körperlich zu bewegen, mit den Schulfreundinnen und -freunden zu plaudern und dabei sicher zum Ziel zu gelangen.

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