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Kernpunkte zum islamischen Religionsunterricht (IRU)

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Kernpunkte zum islamischen Religionsunterricht (IRU)

Der IRU ist auf den Weg gebracht

Der Islam ist ein Teil von Deutschland und von Nordrhein-Westfalen. In NRW leben über 320.000 Schülerinnen und Schüler muslimischen Glaubens. Sie haben ein Recht auf IRU. Dieses Recht setzen wir - auch im Sinne unserer Verfassung - um. Die Landesregierung und der Koordinationsrat der Muslime (KRM), in dem die großen islamischen Organisationen vertreten sind, haben im Februar 2011 eine Gemeinsame Erklärung zur Einführung des IRU unterzeichnet. Das war nach über 20 Jahren ein echter Durchbruch. Am 21. Dezember 2011 wurde das „Gesetz zur Einführung von islamischem Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach (7. Schulrechtsänderungsgesetz)“ mit einer großen Mehrheit im Landtag verabschiedet. Es tritt am 1. August 2012 in Kraft.

Schulministerin Sylvia Löhrmann mit dem Koordinierungsrat nach der Unterzeichnung der Erklärung zum Islamunterricht im Februar 2011  (© MSW NRW)

Schulministerin Sylvia Löhrmann mit dem Koordinierungsrat nach der Unterzeichnung der Erklärung zum Islamischen Religionsunterricht im Februar 2011 (© MSW NRW)

Der Beirat ist eine gute Übergangslösung

Bislang erfüllt keine islamische Organisation die rechtlichen Merkmale einer Religionsgemeinschaft. Das Gesetz sieht daher vor, dass das Ministerium als zeitlich befristete Übergangslösung einen achtköpfigen Beirat bildet, der – so heißt es im Gesetz – „die Anliegen und die Interessen der islamischen Organisationen bei der Einführung und der Durchführung des islamischen Religionsunterrichts (…) vertritt“.

Vier Mitglieder entsenden die islamischen Organisationen in Nordrhein-Westfalen, vier weitere Mitglieder werden vom Ministerium im Einvernehmen mit den islamischen Organisationen bestimmt. Es sind Expertinnen und Experten für die Bereiche islamische Theologie und Religionsdidaktik. Der Beirat ist an der Erstellung der Unterrichtsvorgaben, der Auswahl der Lehrpläne und Lehrbücher und an der Bevollmächtigung von Lehrerinnen und Lehrern beteiligt. Die Verfahrensweisen im Beirat orientieren sich an den Verfahren zur Beteiligung der Kirchen beim evangelischen und katholischen Religionsunterricht.

Der Beirat wurde am 15. Februar 2012 im Beisein von Ministerin Löhrmann mit dem KRM gebildet. Auf der konstituierenden Sitzung im März 2012 wurde Mehmet Soyhun (islamischer Theologe aus Dortmund) zum Vorsitzenden gewählt.

Bei der Einführung des IRU gehen wir pragmatisch vor

Ziel ist, ab dem Schuljahr 2012/13 den IRU in deutscher Sprache, unter deutscher Schulaufsicht und mit in Deutschland ausgebildeten Lehrkräften schrittweise einzuführen. Wir beginnen an den Grundschulen, an denen es bereits das Fach Islamkunde gibt, oder an denen sich eine Islamkundelehrkraft bereit erklärt, den Unterricht durchzuführen. Das heißt, wir werden nicht sofort hunderte oder gar tausende Lehrer benötigen. Wir können zunächst auf rund 80 Islamkundelehrkräfte zurückgreifen und auf etwa 40 weitere Lehrerinnen und Lehrer, die im Sommer 2011 einen Zertifikatskurs Islamkunde abgeschlossen haben. Lehrkräfte, die IRU durchführen möchten, brauchen dazu eine Unterrichtserlaubnis des Beirats und müssen eine Fortbildung besuchen. Ein Blockseminar im Juni 2012, das von der Universität Osna­brück koordiniert wird, vermittelt die notwendigen theologischen und religionspädagogischen Kompe­tenzen.

Die Teilnahme ist freiwillig

Nach der Studie „Muslimisches Leben in Nordrhein-Westfalen“ von 2010 leben in NRW knapp 1,5 Millionen Muslime. 83 Prozent von ihnen wünschen sich einen IRU. Der IRU ist wie jeder andere Religionsunterricht eine Einladung und ein Angebot. Es neh­men die muslimischen Schülerinnen und Schüler teil, deren Eltern dies wünschen. Danach ist eine Befreiung von der Teilnahme durch eine Erklärung der Eltern möglich – außer bei Religionsmündigkeit im Alter von 14 Jahren aufgrund eigener Erklärung.

Der IRU ist ein Beitrag zur Integration

Der islamische Religionsunterricht wird in deutscher Sprache erteilt und trägt damit auch zur Sprachbildung bei. Neben der Fähigkeit, religiöse Überzeugungen und Praktiken in deutscher Sprache zu formulieren, wird es im islamischen Religionsunterricht auch einen historisch-kritischen Hintergrund für muslimische Schülerinnen und Schüler geben. Sie kennen ihre Religion bisher nur aus familiärer Praxis oder aus islamischen Gemeinden, wo sie vielfach nicht methodisch–didaktisch reflektiert werden kann. Der Religionsunterricht unterstützt somit die systematische Reflexion theologischer, ethischer und weltanschaulicher Fragestellungen. Außerdem fördert er Toleranz und Verständnis gegenüber anderen Religionen und Weltanschauungen und trägt damit zum interreligiösen Dialog bei.

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