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Fachspezifische Perspektive

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Fachspezifische Perspektive

Die Fächer des Lernbereichs Gesellschaftslehre bringen jeweils ihre eigenständige Perspektive in den Aufbau gesellschaftswissenschaftlicher Kompetenz der Schülerinnen und Schülern ein.

Erdkunde

Die Perspektive des Faches Erdkunde zielt auf das Verständnis der naturgeographischen, ökologischen, politischen, wirtschaftlichen sowie sozialen Strukturen und Prozesse der räumlich geprägten Lebenswirklichkeit. Die Erfassung des Gefüges dieser Strukturen und Prozesse sichert das für den Einzelnen und die Gesellschaft notwendige Wissen über den Raum als Grundlage für eine zukunftsfähige Gestaltung der nah- und fernräumlichen Umwelt. Durch die Erschließung sowohl des Nahraumes als auch fremder Lebensräume wird Toleranz gegenüber dem Eigenwert fremder Kulturen angebahnt und auf ein Leben in einer international verflochtenen Welt vorbereitet. Der Aufbau eines topographischen Grundwissens über themenbezogene regionale bis globale Orientierungsraster ist Voraussetzung für ein differenziertes raumbezogenes Verflechtungsdenken. Diese Aspekte werden unter dem Begriff der raumbezogenen Handlungskompetenz im weiteren Sinne zusammengefasst.

Erziehungswissenschaft

Die Pädagogik hat als wesentliches Ziel die Aufklärung über Erziehungsprozesse, um Menschen zu einem verantwortlichen Leben in dieser Zivilisation zu befähigen. Da Erziehung und Bildung zu den wesentlichen Phänomenen und Erfordernissen unserer heutigen Gesellschaft gehören, ist die Erörterung pädagogischer Sachverhalte und Probleme auch in ihrer historischen Dimension in der Schule notwendig. Das Unterrichtsfach Erziehungswissenschaft ermöglicht als ein Fach des gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeldes in besonderer Weise, das Angewiesensein der Gesellschaft und des Einzelnen auf Erziehung und Bildung zu verdeutlichen und die gesellschaftlichen und individuellen Bedingungen für erzieherisches Handeln aufzuzeigen.

Geschichte

Die Perspektive des Faches Geschichte lässt für die Schülerinnen und Schüler unter anderem erkennbar werden, wie menschliche Gesellschaften entstanden sind, wie diese sich in den Dimensionen Zeit und Raum entwickelt haben und welche Entwicklungsprozesse bis in die Gegenwart hinein wirken, gesellschaftliche Verhältnisse prägen und dadurch Urteilen und Handeln der Menschen sowie ihr Planen in die Zukunft beeinflussen. Das Fach trägt auch zur Orientierung bei, indem es bei der Beschäftigung mit vergangenen Zeiten oder anderen Kulturen Fremdes, ggf. auch Alternativen zum "Hier und Jetzt", aufzeigt. Die historische Gebundenheit des gegenwärtigen Standortes wird so erkennbar, die Möglichkeit zu dessen kritischer Würdigung eröffnet und die Ausbildung eines reflektierten Geschichtsbewusstseins ermöglicht.

Philosophie

Zwar ist das Fach Philosophie in das gesellschaftswissenschaftliche Aufgabenfeld eingebunden, aufgrund der Weite des philosophischen Frage- und Denkhorizonts überschreitet es jedoch die Grenzen eines einzelnen Aufgabenfeldes. Es steht ebenso in einer inhaltlichen wie auch methodischen Beziehung zu den Fächern des sprachlich-literarisch-künstlerischen und des mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Aufgabenfeldes.
Die Bezugsdisziplin des Philosophieunterrichts ist die Philosophie. Diese fragt nach den Prinzipien des Denkens, des Handelns und des Seienden. Dabei überprüft sie den Geltungsbereich von Wahrheitsbehauptungen, von wissenschaftlichen und kulturellen Systemen ebenso wie von politischen und rechtlichen Ordnungen, sie untersucht Grundsätze der Moral, die Regeln des logischen Denkens und die Grundlagen ästhetischer Wirklichkeitsentwürfe und Verfahrensweisen.

Politik

Die Perspektive des Faches Politik trägt dazu bei, dass die Lernenden politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Strukturen sowie relevante Probleme, aber auch das Handeln von Individuen und Gruppen unter Berücksichtigung der dahinterliegenden Wertvorstellungen verstehen sowie kompetent beurteilen können. Sie hilft dabei, dass Schülerinnen und Schüler ein möglichst dauerhaftes und belastbares politisch-demokratisches Bewusstsein ausbilden können. Sie lernen ihre Rolle als mündige Bürgerinnen und Bürger wahrzunehmen und politische, gesellschaftliche sowie ökonomische Prozesse aktiv mit zu gestalten. Die Rahmenvorgaben der Lehrpläne bieten Raum für fächerübergreifende Angebote.

Weitere Informationen sowie das neue Konzept "Erinnern für die Zukunft" zur Politischen Bildung finden Sie hier.

Psychologie

In der gymnasialen Oberstufe ist das Unterrichtsfach Psychologie dem gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld zugeordnet. Charakteristisch für das Unterrichtsfach wie auch für die Wissenschaft Psychologie ist, dass sie psychische Phänomene im Schnittbereich von Natur, Kultur und Gesellschaft untersuchen. Aus diesem Grund greift das Fach auch in vielen Aspekten sowohl natur- und gesellschaftswissenschaftliche als auch geisteswissenschaftliche und künstlerische Inhalte und Methoden auf.
Das Fach Psychologie ist orientiert an der Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler. Es greift alltagsnahe psychische Phänomene auf wie Wahrnehmung, Denken, Lernen, Verhalten in und von Gruppen, Angst oder Aggression, die in ihrem aktuellen oder zukünftigen Alltagsleben eine wichtige Rolle spielen. Das Fach beschreibt und erklärt psychologische Gesetzmäßigkeiten mit Hilfe wissenschaftlich psychologischer Theorien, wobei stets so vorgegangen wird, dass der Bezug zur konkreten (Lebens-) Erfahrung der Schülerinnen und Schüler erkennbar und deutlich wird.

Recht

Das Fach Recht leitet den Lernenden an zur Reflexion über rechtliche Gegebenheiten und über die Wandelbarkeit des Rechts in einem verfassungsgebundenen und Menschenrechten verpflichteten Rahmen. Es setzt die Erkenntnis von Recht als einem staatlichen Normengefüge und seiner Funktion voraus. Es fördert ein allgemeines Rechtsbewusstsein, das im Rahmen der Rechtsordnung Solidarität und Kooperation anstrebt, zur Akzeptanz von Regeln beiträgt, sich Konflikten stellt und sie mit rechtlichen Mitteln austrägt, für Innovationen offen ist und sie auch selbst initiiert.

Sozialwissenschaften

Die Perspektive des Faches Sozialwissenschaften hat zwei Zielrichtungen: der sozialwissenschaftliche Unterricht will die Menschen als gesellschaftliche Produkte und zugleich als Gestalter der Gesellschaft verstehen und damit sowohl gegen eine verdinglichtes als auch gegen eine idealistisch überhöhtes Selbstverständnis anarbeiten. Kompetentes Handeln in gegebenen gesellschaftlichen Strukturen und kritisch-selbstreflexives Nachdenken über gesellschaftliche Formungen und die engagiert-verantwortliche Bearbeitung gesellschaftlicher Probleme sollen gefördert werden. Beide Lernbewegungen (gesellschaftliche Kompetenz und gewissenhafte Selbstreflexion) sollen bei keinem Thema auseinander gerissen werden, nur in ihrer Verbindung sind sie bildend.

Sie erfordern nicht enzyklopädische Kenntnisse über alle gesellschaftlichen Entwicklungen, aber sozialwissenschaftliches Orientierungs-, Erschließungs- Erklärungs- und Handlungswissen in gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Handlungsfeldern.

Dabei können Schulen in der gymnasialen Oberstufe im Rahmen ihres Schulprogramms ihr Bildungsangebot deutlicher profilieren und fachliche Schwerpunkte z. B. im Bereich der Ökonomie setzen (Fachbezeichnung dann Sowi/Wirtschaft).

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