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Japanisch an Schulen in Nordrhein-Westfalen

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Japanisch an Schulen in Nordrhein-Westfalen

Japan zählt zu den wichtigsten Ländern Ostasiens. Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Japan und Deutschland haben eine Jahrhunderte alte Tradition und liegen vor allem im kulturellen, naturwissenschaftlichen, medizinischen und juristischen Bereich. Sie werden durch stete Pflege des Austausches und der Kooperation auf allen Ebenen des gesellschaftlichen Lebens unterstützt. Japan hat einen großen Anteil an der Produktion von Waren und Dienstleistungen, die für uns in Europa einen hohen Stellenwert haben.
In jüngerer Zeit stellt der Bereich der japanischen Populärkultur (Manga/Anime, Musik, Serien etc.) für viele junge Menschen oftmals eine erste Begegnung mit Japan dar.

Warum sollen Schülerinnen und Schüler Japanisch lernen?

Die Auseinandersetzung mit der japanischen Sprache und ihrer Schrift eröffnet neue Horizonte und trägt dazu bei, ein realistisches und aktuelles Japanbild aufzubauen. Kenntnisse der japanischen Sprache und Schrift helfen ostasiatische Kulturräume zu erschließen, deren Werttraditionen und soziale Beziehungsgefüge deutschen Jugendlichen weitgehend unbekannt sind.

Was wird im Japanischunterricht gelernt?

Der Japanischunterricht eröffnet vielfältige authentische Einblicke in die Lebenswirklichkeit Japans. Im Unterricht werden sprachlernorientierte und z.T. auch authentische Texte eingesetzt, die Themen zum Beispiel aus den Bereichen Alltag, Gesellschaft, Schulleben, Geschichte, Wirtschaft, Politik, Kultur und Literatur aufgreifen.

Der Unterricht wird möglichst einsprachig geführt. Bei der Behandlung soziokultureller Themen wird auch die deutsche Sprache eingesetzt, um komplexe Zusammenhänge darzustellen.

Im Japanischunterricht der gymnasialen Oberstufe werden Sprache und Schrift parallel unterrichtet. Die Schülerinnen und Schüler lernen die Silbenschriften Hiragana und Katakana und die chinesischen Zeichen (Kanji).

Wie wird der Unterricht organisiert?

Der reine Spracherwerb muss realistisch eingeschätzt werden: Japanisch erfordert eine längere Lernzeit als europäische Sprachen. Die Gründe liegen nicht nur in dem zeitaufwändigen Schriftzeichenerwerb und an der Auseinandersetzung mit unbekannten Kommunikationsmustern, einer unvertrauten Grammatik und willkürlich klingenden Vokabeln. Hoher Arbeitsaufwand und Fleiß sind daher unerlässlich.

Beim Abitur in Japanisch als neu einsetzender Sprache wird von dem GeR Niveau A2 mit Anteilen an B 1 ausgegangen. Dafür werden im Bereich der Schriftzeichen die Silbenalphabete Hiragana und Katakana mit je 46 Zeichen und ca. 250 bis 300 Kanji erlernt.

Um den Anwendungsbezug und die selbstständige Sprachverwendung zu stärken, werden folgende Initiativen und Angebote in den Unterricht integriert:

  • Begegnungen mit Japanerinnen und Japanern
  • Ausstellungen, Filme, Vorträge, evt. kombiniert mit Besuchen japannaher Institutionen
  • Korrespondenz- oder DVD-Projekte
  • Austauschprojekte/eine Japanreise
  • Teilnahme am Japanese Language Proficiency Test (dessen niedrigste Stufe nach ca. eineinhalb bis zwei Jahren erreicht werden kann)

Japanischlehrkräften, die mit viel Idealismus Einblicke in eine interessante Sprache und in ein faszinierendes Land geben ist es zu verdanken, dass das Fach Japanisch auf eine Erfolgsgeschichte in Nordrhein-Westfalen zurückblicken kann. Schülerinnen und Schüler werden im Japanisch-Unterricht oft für ihr Leben geprägt und gehen nach dem Schulabschluss häufig eigene "Japan-Wege", u.a.:

  • Freiwilliges soziales Jahr oder Work&Travel in Japan
  • Wahl eines japanbezogenen Studiengangs (mit der Option, später eventuell Japanisch zu unterrichten)
  • Studienaufenthalte in Japan (auch in fachfremden Studiengängen)
  • Praktika/Berufswahl mit Japanbezug
  • Japanbotschafter im privaten wie im beruflichen Umfeld 

Wer kann am Unterricht teilnehmen?

Am Japanischunterricht können alle interessierten und sprachbegabten Schülerinnen und Schüler teilnehmen, die bereit sind, einen erhöhten Lernaufwand auf sich zu nehmen.

An welchen Schulen wird Japanisch angeboten?

  • an sieben Schulen ist Japanisch als Grundkurs/Zentralkurs in der Oberstufe und als 3. oder 4. Abiturfach wählbar
  • das Cecilien-Gymnasium in Düsseldorf bietet Japanisch zusätzlich bereits ab Klasse 8 und als fortgeführte Fremdsprache in der Oberstufe an
  • die Gesamtzahl der Abiturientinnen und Abiturienten beläuft sich zurzeit auf ca. 30 Schülerinnen und Schüler pro Jahr mit zumeist Japanisch als 3. Fach
  • es gibt ca. zehn weitere Schulen, die Japanisch als Arbeitsgemeinschaft anbieten

Welche Lehrkräfte unterrichten Japanisch?

Zurzeit unterrichten qualifizierte japanische und deutsche Lehrkräfte das Fach Japanisch.

Ein Lehramtsstudiengang Japanisch wurde an der Universität zu Köln im Wintersemester 2011/2012 eingerichtet. Außerdem besteht an der Universität Bochum die Möglichkeit, den Master of Education in Japanisch abzulegen.

In Ausnahmefällen können Bewerbungen  für eine Lehrtätigkeit im Fach Japanisch angenommen werden. Dafür wenden Sie sich bitte an die landesweit zuständige Fachdezernentin für Japanisch, Frau LRSD' Höffken bei der Bezirksregierung Düsseldorf.

Es gelten folgende Voraussetzungen:

-   Einreichen relevanter Unterlagen (Universitätsabschluss, Nachweis japanischer bzw. deutscher Sprachkenntnisse, Lehrerfahrung etc.) bei der Bezirksregierung Düsseldorf

-   Bei fachlicher Eignung Aufforderung zum Vorlegen einer Unterrichtsreihe, Hospitation sowie ggf. Überprüfung der deutschen Sprachkenntnisse durch die Bezirksregierung Düsseldorf

Für die Leitung eines Japanisch-Grundkurses wird ein Sprachniveau vorausgesetzt, das mindestens dem Niveau des  JLPT N2 entspricht. Für die Leitung einer Japanisch-AG sollte zumindest ein Japanisch-Niveau des N4 nachgewiesen werden. Hinzu kommt der Nachweis erfolgter oder geplanter Japanaufenthalte.

Weiterführende Informationen:

  • Fortbildungsangebote des Vereins für Japanisch an weiterführenden Schulen im deutschsprachigen Raum e.V. (VJS) http://www.vjsonline.de/

 

Kontakt:

Katrin Höffken

Bezirksregierung Düsseldorf
Dezernat 43
Tel: 0211 / 475 - 5511
Mail: katrin.hoeffken@brd.nrw.de

Fachberaterin für Japanisch
Heike Trumpa
Kaiserin-Theophanu-Schule Köln
htrumpa@gmx.net

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