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Lernstandsberichte für neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler

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Lernstandsberichte für neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler

Derzeit erhalten etwa 95.000 neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen eine Deutschförderung. Hiermit verbunden sind 95.000 unterschiedliche Persönlichkeiten, die unabhängig von ihrer jeweiligen Herkunft neben individuellen Fluchterfahrungen, teilweise ungeklärten Aufenthalts- und Zukunftsperspektiven auch unterschiedliche Vorkenntnisse mitbringen. Während manche von ihnen in ihren Heimatländern bereits eine gute Schulbildung genießen durften und gegebenenfalls schon mehrere Sprachen erlernt haben, besuchen andere mitunter zum ersten Mal die Schule und bedürfen noch einer grundlegenden Alphabetisierung.

Mit dem Erlass „ Integration und Deutschförderung neu zugewanderter Schülerinnen und Schüler“ vom 15. Oktober 2018 wird die Heterogenität dieser Schülergruppe in den Blick genommen, mit dem Ziel, eine frühzeitige Integration eines Jeden erreichen zu können.

Der Erlass ermöglicht aus diesem Grund verschiedene Formen des Unterrichtsbesuchs:

  • In der Regel werden neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler in einer Klasse der ihrem Alter entsprechenden Jahrgangsstufe und gemäß der jeweiligen Stundentafel unterrichtet (Nummer 2.1).
  • Sollten die Schülerinnen und Schüler durch sprachliche Barrieren noch nicht in der Lage sein, dem gesamten Unterricht nach der Stundentafel zu folgen,  erhalten sie Unterricht in einer Sprachfördergruppe und besuchen nur in der übrigen Zeit den Regelunterricht. Der jeweilige Umfang richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen (Nummer 2.2).
  • Ist eine Aufnahme der Schülerinnen und Schüler in eine Regelklasse nicht möglich, so können zeitlich befristet zudem Klassen zur vorübergehenden Beschulung eingerichtet werden (Nummer 2.3).

Je nach Art des Unterrichtsbesuchs erhalten die Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Formen der Leistungsrückmeldung am Ende eines Schul-(Halb-)jahres.

Sind die zugewanderten Schülerinnen und Schüler bereits einem Bildungsgang zugewiesen und nehmen am entsprechenden Regelunterricht teil (Nummer 2.1), so erhalten sie die üblichen Zeugnisse gemäß den Vorgaben der Ausbildungs- u. Prüfungsordnung der von ihnen besuchten Schulform.

Werden sie noch außerhalb eines Bildungsganges unterrichtet (Nummern 2.2 und 2.3), erhalten sie sogenannte Lernstandsberichte, auch, wenn sie teilweise schon am Regelunterricht teilnehmen.

Diese Lernstandsberichte enthalten Angaben zur Sprachförderung und zu einer etwaigen Teilnahme am Regelunterricht (Nummer 2.2) sowie Beschreibungen der innerhalb des Unterrichts erbrachten Leistungen. Ist eine Benotung gemäß der allgemeinen Beurteilungsmaßstäbe des Bildungsganges der jeweiligen Schulform bereits möglich, so erfolgt die konkrete Leistungsbewertung durch eine Note (Nummern 2.2 und 2.3).

Die Berichte dienen der Darstellung des erreichten Lernstandes am Ende des Schul-(Halb-)jahres. Sie bilden nicht den Lernprozess bezüglich des Spracherwerbs der deutschen Sprache ab.

Mit ihnen werden keine Bildungsabschlüsse vergeben.

Seit der Veröffentlichung des Erlasses wurden bereits viele erfolgreiche Konzepte für die Ausgestaltung von Lernstandsberichten an Schulen entwickelt. Dennoch stellt die konkrete Umsetzung auch viele Akteure vor große Herausforderungen. Infolgedessen hat das Ministerium für Schule und Weiterbildung nachfolgend einige fachliche Hinweise für zielorientierte und erlasskonforme Lernstandsberichte zusammengestellt. Die Hinweise sollen nicht die bereits entwickelten und sich im Laufe der Zeit bewährten Konzepte ablösen. Sie dienen als unverbindliches Unterstützungsangebot der Weiterentwicklung und Hilfestellung. Insofern sollen sie als Angebot  auch für die innerschulische weitere Diskussion verstanden werden. Im Sinne einer interkulturellen Unterrichts- u. Schulentwicklung werden langfristig auch die mitgebrachten Sprachen der Schülerinnen und Schüler als Potenzial in die Leistungsbeurteilung einfließen. Aufgrund der in den kommenden Jahren zu erwartenden Erfahrungen können daher die Lernstandsberichte im Laufe der Zeit ergänzt, variiert, überarbeitet und sicherlich auch mit weiteren pädagogischen Hinweisen versehen werden.

Das beigefügte Muster enthält alle notwendigen Bausteine und kann – ggf. ergänzt mit schulspezifischen Modifikationen – verwendet werden.

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