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Unterrichtsversorgung/Lehrereinstellungsverfahren

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Unterrichtsversorgung/Lehrereinstellungsverfahren

Viele Bundesländer stehen aktuell vor der Problematik, dass an bestimmten Schulformen und für einige Fächer nicht ausreichend Lehrkräfte zur Verfügung stehen. Das ist auch in Nordrhein-Westfalen der Fall.

Während die Situation an Grundschulen, Förderschulen, an Schulformen der Sekundarstufe I und an Berufskollegs angespannt ist, gibt es für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen in bestimmten Fächern einen deutlichen Bewerberüberhang.

Angesichts dieser schwierigen Lage hat Schulministerin Yvonne Gebauer zum Start des Schuljahres 2018/19 ein zweites Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Lehrerversorgung vorgestellt. Es umfasst im Wesentlichen die folgenden sechs Punkte:

  1. Erweiterter Einsatz von Oberstufenlehrkräften: Lehrerinnen und Lehrer für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen (Sek II) können sich auf eine Stelle an einer Schule der Sekundarstufe I bewerben und werden nach einer erfolgreichen Bewerbung sofort in ein Dauerbeschäftigungsverhältnis übernommen. Damit verbunden ist die Zusage, nach vier Jahren auf eine Sek-II-Stelle zu wechseln. Nach sechs Monaten besteht die Möglichkeit, berufsbegleitend die Lehramtsbefähigung für die Sekundarstufe I zu erwerben. Wenn die persönlichen Voraussetzungen erfüllt sind, kann sofort danach die Übernahme in ein Beamtenverhältnis auf Probe ermöglicht werden.
  2. Erweiterte Möglichkeiten zur Verbeamtung: Lehrerinnen und Lehrer für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen können nach einer sechsmonatigen praktischen Bewährung an einer Schule der Sekundarstufe I das ehemalige Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen und den entsprechenden Jahrgangsstufen der Gesamtschulen erwerben und damit eine Berufung ins Beamtenverhältnis erreichen. Diese bis 2021 befristete Sonderregelung soll verlängert und ausgeweitet werden.
  3. Zusätzliche Stellen für Oberstufenlehrkräfte an Gesamtschulen: Nach dem Haushaltsentwurf der Landesregierung wird ab dem Schuljahr 2019/20 der Anteil der Sek-II-Stellen an Gesamtschulen um rund 650 Sek-II-Stellen erhöht. Durch mehr höher dotierte Stellen soll die Personalsituation an den Gesamtschulen deutlich verbessert werden.
  4. Erweiterung des Seiteneinstiegs: Künftig können sich auch Absolventinnen und Absolventen eines Masterstudiengangs an Fachhochschulen auf eine Lehrerstelle bewerben. Bisher ist für den Seiteneinstieg ein Universitätsabschluss erforderlich. Damit wird vor allem für die Berufskollegs der Bewerberkreis vergrößert. Mit dieser Maßnahme wird eine Entwicklung nachvollzogen, die bereits in anderen Teilen der Landesverwaltung praktiziert wird. Grundsätzlich ermöglicht ein FH-Master in der Landesverwaltung den Zugang zum höheren Dienst.
  5. Gewinnung von Pensionären für den Schuldienst durch Attraktivitätssteigerung: Lehrerinnen und Lehrer, die kurz vor der Pensionierung stehen, sollen motiviert werden, ihre Dienstzeit zu verlängern. Wer auf dieses Angebot eingeht und den Höchstruhegehaltssatz bereits erreicht hat, soll zukünftig einen Besoldungszuschlag in Höhe von zehn Prozent des monatlichen Grundgehalts erhalten. Und wer sich bereits im Ruhestand befindet, soll dafür gewonnen werden, stundenweise in den Schuldienst zurückzukehren. Die Rückkehr in den Schuldienst ist gegenwärtig attraktiver als je zuvor. Die Hinzuverdienstgrenze für Beamtinnen und Beamte ist bis Ende 2019 ausgesetzt. Das Schulministerium spricht sich dafür aus, die Aussetzung über das Jahr 2019 hinaus zu verlängern.
  6. Gezielte Informationsveranstaltungen: Die Zentren für die schulpraktische Lehrerausbildung führen Informationsveranstaltungen für die Absolventinnen und Absolventen von Überhanglehrämtern und Überhangfächern durch, um ihnen Perspektiven in anderen Schulformen aufzuzeigen. Das Schulministerium wird gemeinsam mit den Universitäten auf die Studierenden zugehen, um diesen eine bessere und frühzeitigere Orientierung an den Einstellungsperspektiven zu ermöglichen.

Bereits unmittelbar nach Amtsantritt im Sommer 2017 hatte Ministerin Gebauer erste Maßnahmen zur Verbesserung der Unterrichtsversorgung ergriffen. Das Schulministerium setzt dabei auf eine Mischung aus kurz- und langfristig wirkenden Maßnahmen. Folgende Maßnahmen werden im Rahmen des Einstellungsverfahrens bereits umgesetzt:

  1. Eine Privilegierte Ausschreibung im Rahmen des Einstellungsverfahrens hat zum Ziel, Lehrkräfte für schwerer zu versorgende Regionen zu gewinnen. In einer Stellenausschreibung wird die Einstellung für attraktive Regionen angeboten, wenn die Bewerberin oder der Bewerber im Gegenzug die Bereitschaft erklärt, zuvor für einen begrenzten Zeitraum (ein bis zwei Jahre) in schwerer zu versorgende Regionen abgeordnet zu werden. Dieses Verfahren wird im Bereich der Grundschulen bei Ausschreibungen zum Beispiel für Münster mit einer Abordnung nach Gelsenkirchen angewendet.
  2. An den Grundschulen können ausgebildete Lehrkräfte mit einer Lehrerausbildung für die Sekundarstufe I und für die Sekundarstufe II befristet eingestellt werden, sofern sie über eine Lehrbefähigung für ein Unterrichtsfach der Grundschule verfügen.
  3. Der Seiteneinstieg in der Grundschule ist nach den Fächern Sport, Musik und Kunst um das Fach Englisch erweitert worden und ist in diesen Fächern jetzt auch möglich mit lehramtsbezogenen Hochschulabschlüssen (Master of Education, Erste Staatsprüfung) für andere Schulformen der Sekundarstufe I und II. Weitere Informationen zum Seiteneinstieg finden Sie hier.
  4. Lehrkräfte mit einer Lehrerausbildung für Gymnasien und Gesamtschulen (Sekundarstufe II) können an Grundschulen eingestellt werden, sofern sie über eine Lehrbefähigung für ein Unterrichtsfach der Grundschule verfügen. Lehrerinnen und Lehrer, die auf dieses Angebot eingehen, werden sofort in ein Dauerbeschäftigungsverhältnis übernommen verbunden mit der Zusage, zwei Jahre später an eine Schule entsprechend ihrer Lehramtsbefähigung versetzt zu werden. Diese Maßnahme besteht bis zum August 2020. Bisher haben 345 Lehrkräfte dieses Angebot angenommen (Stand: August 2019)

Darüber hinaus hat Ministerin Gebauer am 18. April 2018 eine breit angelegte Werbe- und Imagekampagne für den Lehrerberuf gestartet. Weitere Informationen zur Kampagne finden Sie hier.

Ziel ist es, mehr junge Menschen für den Lehrerberuf zu gewinnen. Dafür wurde differenziert ermittelt, für welche Lehrämter und Fächer auf lange Sicht hohe Einstellungsbedarfe bestehen. Die aktuelle Lehrerbedarfsprognose finden Sie hier.

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