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Unterrichtsversorgung/Lehrereinstellungsverfahren

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Unterrichtsversorgung/Lehrereinstellungsverfahren

Viele Bundesländer stehen aktuell vor der Problematik, dass an bestimmten Schulformen und für einige Fächer nicht ausreichend Lehrkräfte zur Verfügung stehen. Das ist auch in Nordrhein-Westfalen der Fall.

Während die Situation an Grundschulen, an Förderschulen, an Schulformen der Sekundarstufe I und an Berufskollegs angespannt ist, gibt es für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen in bestimmten Fächern einen deutlichen Bewerberüberhang.

Angesichts dieser schwierigen Lage hat Schulministerin Yvonne Gebauer im November 2019 ein drittes Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Lehrerversorgung vorgestellt. Dies knüpft mit einem Mix aus lang-, mittel- und kurzfristigen Vorhaben an die beiden vorherigen Maßnahmenpakete an. Seit Beginn des Jahres 2017 konnten so über 1.700 Stellen besetzt werden, die sonst offen geblieben wären.

Mit dem 3. Maßnahmenpaket werden noch gezielter die Schulen in den Blick genommen, die je nach Region, Schulform und Fächerkombination besonders große Schwierigkeiten haben, ihre Stellen zu besetzen.

Zuschlagszahlung

Um einen zusätzlichen Anreiz zu schaffen und Schulen mit Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung ganz gezielt zu unterstützen, können ab 2020 bei Neueinstellungen von Lehrkräften mit einer der Schulform entsprechenden Lehramtsbefähigung Zuschläge in Höhe von bis zu monatlich 350 Euro brutto für zweieinhalb Jahre gezahlt werden.

Voraussetzung ist es, dass es der Schule in den zwölf Monaten zuvor nicht gelungen ist, im Listenverfahren, im Ausschreibungsverfahren oder im Versetzungsverfahren eine geeignete Bewerberin oder einen geeigneten Bewerber zu finden.

Dies gilt für die Neueinstellung von Lehrkräften mit einer Befähigung für das Lehramt an Grundschulen, für sonderpädagogische Förderung, an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen (Sekundarstufe I) und an Berufskollegs sowie entsprechender Altlehrämter ohne eine Fächerbegrenzung. Für Lehrkräfte mit der Befähigung für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen (Sekundarstufe II) ist dies für die Fächer Mathematik, Informatik, Physik und Technik möglich. Ortsbezogen können allerdings in Einzelfällen auch hier andere Fächer in Frage kommen.

Landesweit besteht im Jahr 2020 die Möglichkeit, drei Millionen Euro für Stellenausschreibungen mit einem Zuschlag für Schulen zu gewähren, die die genannten Voraussetzungen erfüllen. Für 2021 sind insgesamt sechs Millionen Euro und für 2022 insgesamt acht Millionen Euro vorgesehen. Das Land stellt damit von 2020 bis 2022 insgesamt 17 Millionen Euro zur Verfügung.

Diese beabsichtigte landesweite Maßnahme wurde auch im Rahmen der Ruhrkonferenz als ein Zukunftsprojekt für beste Bildung im Ruhrgebiet bewertet.

Neue Studienplätze

Um die Lehrkräfteversorgung an den Schulen mittelfristig spürbar zu steigern, hat die Landesregierung gemeinsam mit den Hochschulen die Studienplatzkapazitäten dauerhaft erhöht. Ab dem Wintersemester 2020/21 erfolgt der Ausbau:

Im Grundschullehramt wurden bereits mehr als 400 Studienplätze geschaffen. Darüber hinaus werden dauerhaft weitere 300 zusätzliche Bachelorstudienplätze eingerichtet. Damit haben das Land Nordrhein-Westfalen und die Hochschulen seit Beginn der Legislaturperiode im Grundschullehramt insgesamt mehr als 700 neue Studienplätze geschaffen und gesichert.

Im Lehramt für sonderpädagogische Förderung (Lehrkräfte an Förderschulen und im Gemeinsamen Lernen) werden die Kapazitäten um weitere 500 Bachelorstudienplätze erweitert. Bereits 2018 waren in der Sonderpädagogik 250 zusätzliche Studienplätze geschaffen bzw. gesichert worden. In der aktuellen Legislaturperiode werden somit 750 neue Studienplätze für Sonderpädagogik dauerhaft eingerichtet.

Weitere Maßnahmen eröffnen neue Möglichkeiten

Für Lehrkräfte mit einer Lehrerausbildung für Gymnasien und Gesamtschulen (Sekundarstufe II):

Sek II - Lehrkräfte in der Sekundarstufe I: Lehrkräfte mit einer Lehrerausbildung für Gymnasien und Gesamtschulen (Sekundarstufe II) können sich auf eine Stelle an einer Schule der Sekundarstufe I bewerben und werden nach einer erfolgreichen Bewerbung sofort in ein Dauerbeschäftigungsverhältnis übernommen. Damit verbunden ist die Zusage, nach vier Jahren auf eine Sek-II-Stelle zu wechseln. Nach sechs Monaten besteht die Möglichkeit, berufsbegleitend die Lehramtsbefähigung für die Sekundarstufe I zu erwerben. Wenn die persönlichen Voraussetzungen erfüllt sind, kann danach sofort die Übernahme in ein Beamtenverhältnis auf Probe ermöglicht werden.

Sek II - Lehrkräfte an Grundschulen: Lehrkräfte mit einer Lehrerausbildung für Gymnasien und Gesamtschulen (Sekundarstufe II) können an Grundschulen eingestellt werden, sofern sie über eine Lehrbefähigung für ein Unterrichtsfach der Grundschule verfügen. Lehrerinnen und Lehrer, die auf dieses Angebot eingehen, werden sofort in ein Dauerbeschäftigungsverhältnis übernommen verbunden mit der Zusage, zwei Jahre später an eine Schule entsprechend ihrer Lehramtsbefähigung versetzt zu werden. Im Rahmen einer Änderung des Lehrerausbildungsgesetzes soll für diese Oberstufenlehrkräfte auch die Möglichkeit geschaffen werden, nach sechs Monaten berufsbegleitend ein Lehramt für die Schulform Grundschule zu erwerben und damit die Voraussetzung für eine Verbeamtung an der Grundschule.

Lehrkräfte mit einem allgemeinen Lehramt können auf der Grundlage der Eckpunkte für die Zuweisung von Stellen für die sonderpädagogische Förderung (Neuausrichtung der Inklusion) seit Sommer 2019 auch im Gemeinsamen Lernen in der Sekundarstufe l eingestellt und ggfls. verbeamtet werden. Damit bieten sich insbesondere bisher nicht dauerhaft beschäftigten Sek-II-Lehrkräften zusätzliche attraktive Einstellungschancen und gleichzeitig wird die Lehrkräfteversorgung im Gemeinsamen Lernen der Sekundarstufe I verbessert.

Für die Absolventinnen und Absolventen mit der Befähigung für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen führen die Zentren für die schulpraktische Lehrerausbildung gezielte Informationsveranstaltungen durch, um ihnen Perspektiven in anderen Schulformen aufzuzeigen. Das Schulministerium geht gemeinsam mit den Universitäten auf die Studierenden zu, um diesen eine bessere und frühzeitigere Orientierung an den Einstellungsperspektiven zu ermöglichen.

Für Menschen, die gerne Lehrkraft werden wollen:

Mit einer Informations- und Werbekampagne für den Lehrerberuf in Nordrhein-Westfalen wirbt das Ministerium für Schule und Bildung seit 2018 gezielt um Nachwuchskräfte für den Schuldienst. Da die Einstellungschancen nach Schulform und Fächerkombination sowie regional zum Teil erheblich differieren, geschieht dies zielgerichtet, fächer- und lehramtsspezifisch. Der Kampagnenansatz „Meine Klasse“ entstand vor dem Hintergrund, dass viele Lehrkräfte häufig von „ihrer Klasse“ sprechen, und zeigt die hohe Identifikation von Lehrerinnen und Lehrern mit ihrem Beruf und den ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen und hebt das außergewöhnliche Engagement der Lehrkräfte für „ihre“ Schülerinnen und Schüler hervor. Weitere Informationen zur Kampagne finden Sie hier.

Für Pensionärinnen und Pensionäre:

Die Landesregierung schafft zurzeit die Voraussetzung dafür, die Hinzuverdienstgrenze bis zum Ende des Jahres 2024 weiter auszusetzen. Damit bleibt es für pensionierte Lehrkräfte finanziell attraktiv, vorübergehend auch in einem größeren Stundenumfang wieder zu unterrichten. Sie können unbegrenzt zusätzlich zu ihren Versorgungsbezügen hinzuverdienen und müssen nicht mit Abzügen von ihrem Ruhegehalt rechnen. Die Einstellung erfolgt als Lehrkraft in einem befristeten Tarifbeschäftigungsverhältnis. Weitere Informationen finden Sie hier.

Für Lehrerinnen und Lehrer, die nach einer Beurlaubung (zum Beispiel Elternzeit) in den Schuldienst zurückkehren:

Sie erhalten seit Beginn des Schuljahres nun schon nach acht Monaten statt bisher nach einem Jahr ein wohnortnahes Beschäftigungsangebot im Umkreis von 35 Kilometern.

Für die Unterstützung von Schulverwaltung:

Seit Beginn des Schuljahres können 90 weitere Stellen für Schulverwaltungsassistenz besetzt werden. Die Stellenbesetzungsverfahren sind begonnen worden. Aktuell sind bereits ca. 290 Personen in der Schulverwaltungsassistenz an Schulen tätig.

Ziel ist es, mehr junge Menschen für den Lehrerberuf zu gewinnen. Dafür wurde differenziert ermittelt, für welche Lehrämter und Fächer auf lange Sicht hohe Einstellungsbedarfe bestehen. Die aktuelle Lehrerbedarfsprognose finden Sie hier.

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