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Ergänzungsstunden

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Ergänzungsstunden

Was unterscheidet Ergänzungsstunden von Kernstunden und können diese völlig frei eingesetzt werden?

Ergänzungsstunden und Kernstunden sind gleichermaßen Bestandteile des Pflichtunterrichts für Schülerinnen und Schüler (§ 3 Abs. 1 APO-SI). Die Nutzung von Ergänzungsstunden ist nicht völlig frei, sondern vorrangig für die Intensivierung der individuellen Förderung, ergänzend ggf. auch für die Bildung von Schulprofilen einzusetzen (§ 17 Abs. 4 APO-SI). Für die Verwendung von Ergänzungsstunden beschließt die Schulkonferenz ein Konzept.

Wie sind Ergänzungsstunden von anderen Stunden im Stundenplan zu unterscheiden?

Ergänzungsstunden müssen als solche im Stundenplan ausgewiesen werden (Ziffer 17.4.2 VVzAPO-SI).

Welche Schulprofile eines Gymnasiums können im Ergänzungsstundenkonzept berücksichtigt werden?

Außer für den bilingualen Zweig einer Schule können im Sinne von § 17 Abs. 4 APO-SI Ergänzungsstunden auch für weitere Profile, z.B. ein naturwissenschaftliches, musisches, künstlerisches oder sportliches Profil, eingesetzt werden.

Ist es möglich, eine Ergänzungsstunde für überfachliches Methodenlernen anzusetzen, die durch den Klassenleiter/die Klassenleiterin erteilt wird (und auch für „Klassengeschäfte“ genutzt werden kann)?

Für überfachliches Methodenlernen können Ergänzungsstunden eingesetzt werden, wenn dieses der Intensivierung der individuellen Förderung von fachbezogenen Kompetenzen dient (§ 17 Abs. 4 APO-SI). Diesen Kontext müsste das schulinterne Ergänzungsstundenkonzept herstellen. Eine Verwendung von Ergänzungsstunden als Klassenleiterstunden für sog. „Klassengeschäfte“ ist nicht möglich.

Ist es möglich, einen Teil der Ergänzungsstunden in ein „Lernstudio“ zu investieren, in dem alle Schüler/innen in Freiarbeit Aufgaben aus allen Fächern bearbeiten (unter Aufsicht einer Lehrkraft), ggf. anstelle von Hausaufgaben?

Ja, wenn gesichert ist, dass fachkundige Lehrkräfte diese Form der Ergänzungsstunden begleiten und Feedback zu den Lernergebnissen der Freiarbeit gegeben wird.

Ist es möglich, durch eine zusätzliche Lateinstunde im WP II aus dem Ergänzungsstundenkontingent ein Latinum am Ende der Q1 zu ermöglichen?

Ja. Dies ist durch den Einsatz einer Ergänzungsstunde zur Profilbildung möglich (Ziffer 1.2.4 der Anlage 15 zur APO-GOSt). Im Sinne der grundsätzlichen Ausrichtung von Ergänzungsstunden ist allerdings auch hier zu beachten, dass eine Erweiterung der Stundentafel in einem Fach in der Weise, dass lediglich der Fachunterricht „verlängert“ wird („mehr vom Gleichen“), nicht zulässig ist.

Ist es möglich, Ergänzungsstunden, die nicht für alle Schülerinnen und Schüler verbindlich sind, und/oder Arbeitsgemeinschaften auch an einem Nachmittag anzubieten, der nicht Unterrichtsnachmittag ist?

Alle Ergänzungsstunden, d.h. auch diejenigen, die nicht für alle Schülerinnen und Schüler verbindlich sind, zählen gemäß § 3 Abs. 1 Satz 1 APO-SI zum Pflichtunterricht. Vor diesem Hintergrund bedeutet eine Nachmittagsverortung dieser Stunden immer, dass der entsprechende Tag zu einem Unterrichtsnachmittag für Schülerinnen und Schüler wird. Daher gelten uneingeschränkt die Begrenzungen gem. Ziffer 2.2 des „Runderlasses zu Unterrichtsbeginn, Verteilung der Wochenstunden, Fünf-Tage-Woche, Klassenarbeiten und Hausaufgaben an allgemeinbildenden Schulen vom 05.05.2015“ (Runderlass vom 05.05.2015). Arbeitsgemeinschaften sind grundsätzlich frei wählbare, nicht verpflichtende Angebote außerhalb der Stundentafel. Insofern unterscheiden sich diese von Angeboten auf der Grundlage von Ergänzungsstunden. Vor diesem Hintergrund fallen Arbeitsgemeinschaften nicht unter die zuvor genannten Regelungen und können somit auch unabhängig von Unterrichtsnachmittagen terminiert werden.

Können Schülerinnen und Schüler einer Profilklasse (bilingual oder MINT) zu Ergänzungsstunden im Fachunterricht verpflichtet werden, wenn für alle Klassen bereits 5 verpflichtende Ergänzungsstunden in der Stundentafel verankert sind?

Ja. § 3 Abs. 3 APO-SI legt fest, dass die Schule ihre Schülerinnen und Schüler zur Teilnahme an Ergänzungsstunden verpflichten kann. Diese Aussage bezieht sich auf den Gesamtrahmen der für eine Verpflichtung zur Verfügung stehenden Ergänzungsstunden (am Gymnasium: 10-12 Stunden). Vor dem Hintergrund des nach § 17 Abs. 4 APO-SI von der Schulkonferenz zu beschließenden Ergänzungsstundenkonzepts können demnach entsprechende Regelungen für Profilklassen beschlossen werden. In diesem Zusammenhang ist es notwendig und sinnvoll, dass den Erziehungsberechtigten vor einer Anmeldung ihres Kindes in einer Profilklasse transparent gemacht wird, welche Besonderheiten sich dadurch ggf. auch mit Blick auf die verpflichtenden Unterrichtsstunden ergeben.

Wie werden Ergänzungsstunden im Rahmen bilingualer Bildungsgänge eingesetzt?

Zur Profilbildung werden im Rahmen des bilingualen Bildungsgangs Ergänzungsstunden verwendet. Näheres regelt BASS 13-21 Nr. 5. 

Wer entscheidet darüber, ob eine Schülerin oder ein Schüler an den fünf Ergänzungsstunden, die nicht für alle verpflichtend sind, teilnimmt?

Es gilt § 3 Abs. 3 Satz 2 APO-SI: „Die Schule kann die Schülerin oder den Schüler dazu verpflichten, im Rahmen der Ergänzungsstunden an bestimmten Förderangeboten teilzunehmen.“ D.h., dass die Schule entscheidet, nicht die Schülerin oder der Schüler.

Wenn Schülerinnen und Schüler durch die Schule von bis zu 5 Ergänzungsstunden freigestellt werden, kann dann noch die KMK-Vorgabe von insgesamt 265 Jahreswochenstunden bis zum Abitur eingehalten werden?

In der alten APO-SI waren verbindlich 163 Jahreswochenstunden bis zum Ende der SI vorgesehen. Die Änderungsverordnung der APO-SI vom 13.5.2015 (gültig ab Schuljahr 2015/2016) trägt folgendem Passus der KMK-Vereinbarung („Vereinbarung zur Gestaltung der gymnasialen Oberstufe in der Sekundarstufe II“ der Kultusministerkonferenz) Rechnung: „Die Dauer der Schulzeit bis zur Erlangung der Allgemeinen Hochschulreife beträgt 12 oder 13 Schuljahre. Dabei ist ein Gesamtstundenvolumen von mindestens 265 Jahreswochenstunden ab der Jahrgangsstufe 5 bis zum Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife nachzuweisen. Darauf können bis zu fünf Stunden Wahlunterricht angerechnet werden.“

Mit der Novellierung der APO-SI wird noch klarer herausgestellt, dass alle Ergänzungsstunden einer vertieften individuellen Förderung dienen. Diese Ergänzungsstunden müssen dabei von der Schule in vollem Umfang angeboten werden (und folglich mit einer entsprechenden Lehrerressource hinterlegt sein). Dadurch ergeben sich in der Sekundarstufe I 163 Wochenstunden einschließlich der Ergänzungsstunden; in der Sekundarstufe II sind 102 Wochenstunden verpflichtend. Folglich muss die Schule insgesamt 265 Wochenstunden Unterricht anbieten. Fünf dieser Ergänzungsstunden in der Sekundarstufe I sind aber nicht notwendigerweise zugleich auch von allen Schülerinnen und Schüler verbindlich zu besuchen. Dies ist in Übereinstimmung mit der oben zitierten KMK-Vereinbarung, wonach den Schülerinnen und Schülern „Wahlunterricht“ (also nicht Wahlpflichtunterricht) im Umfang von fünf Stunden lediglich ermöglicht werden muss. Andererseits kann die Schulleitung, wie bei der vorherigen Frage ausgeführt, durch eine entsprechende Anordnung die Teilnahme für die Schülerinnen und Schüler jederzeit auch verbindlich vorsehen.

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