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Wann kehren die Gymnasien in NRW zurück zu G9?

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Wann kehren die Gymnasien in NRW zurück zu G9?

Wann kehren die Gymnasien in NRW zurück zu G9?

Alle öffentlichen Gymnasien werden zum Schuljahr 2019/20 grundsätzlich auf den neunjährigen Bildungsgang (G9) umgestellt.

Gilt die Leitentscheidung auch für die privaten Schulen?

Den Trägern der Gymnasien in freier Trägerschaft steht es frei, ob sie ihre Schulen ab dem Schuljahr 2019/20 oder später nach einem neunjährigen oder nach einem achtjährigen Bildungsgang zum Abitur führen.

Für welche Jahrgänge gilt erstmalig das G9?

Die Umstellung umfasst die Klassen 5 und 6 des Schuljahres 2019/20.

Kann ein Gymnasium bei G8 bleiben?

Ja, die Gymnasien können einmalig ab dem Schuljahr 2019/20 den Verbleib bei G8 beschließen. Voraussetzung dafür ist eine Mehrheit von mehr als zwei Dritteln der Mitglieder der Schulkonferenz.

Haben Schüler und Eltern ein Mitspracherecht?

Ja, Schüler und Eltern haben als Teil der Schulkonferenz, die zu gleichen Teilen aus Schülern, Lehrern und Eltern besteht (Drittelparität), ein Mitspracherecht.

Wann entscheiden sich Schulen für den Verbleib bei G8?

Die Entscheidung für G8 muss spätestens bis zum 31.01.2019 getroffen werden.

Sind auch nach dem Schuljahr 2019/20 Umwandlungen von G8- in G9-Schulen und umgekehrt möglich?

Ja, Schulträger können nach dem Schuljahr 2019/20 aufgrund einer Bedürfnisprüfung nach den Regeln des Schulgesetzes G8- und G9-Gymnasien errichten sowie G9-Gymnasien in G8-Gymnasien umwandeln – und umgekehrt. Die Genehmigung erfolgt durch die Schulaufsicht.

Wie werden die Änderungen rechtlich verankert?

Das am 11. Juli 2018 vom Landtag verabschiedete „Gesetz zur Neuregelung der Dauer der Bildungsgänge im Gymnasium (13. Schulrechtsänderungsgesetz)“ nimmt die erforderlichen Änderungen im nordrhein-westfälischen Schulgesetz vor. Die Einzelregelungen zu den künftigen Bildungsgängen an Gymnasien, wie zum Beispiel Stundentafeln und Wochenstunden, werden in die Ausbildungs- und Prüfungsordnung – Sekundarstufe I (APO-SI) aufgenommen, die deshalb zum Teil überarbeitet wird.

Ab wann besteht der größere Raumbedarf in den Gymnasien?

Zusätzlicher Raumbedarf fällt in den Gymnasien frühestens zum Schuljahr 2026/27 an.

Gibt es einen Belastungsausgleich für die Schulträger?

Ja, der Landtag hat anerkannt, dass sich durch G9 wesentliche Belastungen für die Gemeinden und Kreise als Schulträger ergeben werden, die das Land ausgleichen wird. Vor allem geht es dabei um die Kosten der Schulträger für die Bereitstellung der Schulgebäude und -anlagen sowie um andere Kosten (z.B. Lernmittel, Schülerfahrkosten), die von den Schulträgern zu tragen sind. Mehrkosten, die den Gymnasien in freier Trägerschaft durch die Umstellung auf G9 entstehen, werden im Rahmen der Finanzierung der Ersatzschulen vom Land refinanziert. Die Landesregierung bereitet derzeit den Gesetzentwurf zum Belastungsausgleich vor.

Wie viele Wochenstunden sind vorgesehen?

Für Gymnasien mit neunjährigem Bildungsgang sollen insgesamt 188 Wochenstunden für die sechsjährige Sekundarstufe I vorgesehen werden, von denen 8 nicht verbindlich sein werden. Damit soll den Gymnasien mit neunjährigem Bildungsgang die gleiche Anzahl an Wochenstunden zur Verfügung gestellt werden wie den anderen Schulformen der Sekundarstufe I. Ein Betrieb ohne verpflichtenden Nachmittagsunterricht wird damit genauso möglich sein wie die Einrichtung oder Beibehaltung schulischer Profile und die besondere Förderung leistungsstarker wie leistungsschwächerer Schülerinnen und Schüler. Mit Blick auf besondere Profile eines Gymnasiums (bilingual, MINT etc.) sollen die Schulen auf Basis eines Schulkonferenzbeschlusses auch über 180 Wochenstunden hinausgehende Unterrichtsverpflichtungen verbindlich machen können.

Wann setzt die zweite Fremdsprache ein?

Der Beginn des Unterrichts in der zweiten Fremdsprache soll mit Wirkung zum Schuljahr 2019/20 für die dann in Klasse 5 und 6 befindlichen Schülerinnen und Schüler auf die Klasse 7 verschoben werden. An Gymnasien, die beim achtjährigen Bildungsgang bleiben wollen, soll die zweite Fremdsprache weiterhin in Klasse 6 einsetzen. Im Wahlpflichtbereich (G8: Klasse 8/9, G9: Klasse 9/10) sowie mit Beginn der Einführungsphase können Schülerinnen und Schüler eine weitere neu einsetzende Fremdsprache erlernen.

Welche Regelungen sind für den Wahlpflichtunterricht vorgesehen?

Der Wahlpflichtunterricht am Gymnasium soll zweijährig bleiben, aber aufgrund der künftig sechsjährigen Sekundarstufe I an Gymnasien mit neunjährigem Bildungsgang erst ab Klasse 9 einsetzen. Die Möglichkeit, eine dritte Fremdsprache zu erlernen, würde auf diese Weise im bisherigen Abstand von zwei Jahren zum Einsetzen der zweiten Fremdsprache gehalten. Im achtjährigen Gymnasium setzt der Wahlpflichtunterricht unverändert ab Klasse 8 ein.

Können Schülerinnen und Schüler eine Klasse überspringen?

Ja, leistungsstarke Schülerinnen und Schüler können nach der Erprobungsstufe jeweils zum Ende eines Schulhalbjahres oder Schuljahres vorversetzt werden, also eine Klasse „überspringen“. Im Interesse einer optimalen Förderung der Schülerinnen und Schüler sollen die Schulen Konzepte entwickeln, um ein Überspringen – individuell oder auch in Gruppen – aktiv zu fördern und zu begleiten.

Wann erwerben Schülerinnen und Schüler den mittleren Schulabschluss?

Schülerinnen und Schüler der Gymnasien mit neunjährigem Bildungsgang erwerben am Ende der Klasse 10 mit der Versetzung in die gymnasiale Oberstufe den mittleren Schulabschluss. In diesem Zusammenhang nehmen sie ab dem Schuljahr 2023/24 wie alle anderen Schülerinnen und Schüler anderer Schulformen mit sechsjähriger Sekundarstufe I an den Zentralen Prüfungen in Klasse 10 (ZP 10) teil. Schülerinnen und Schüler der Gymnasien mit achtjährigem Bildungsgang erwerben den mittleren Schulabschluss wie bisher am Ende der Einführungsphase in der gymnasialen Oberstufe durch Versetzung in die Qualifikationsphase.

Wann treten die neuen Kernlehrpläne in Kraft?

Die neuen Kernlehrpläne für die Sekundarstufe I des Gymnasiums treten am 01.08.2019 in Kraft.

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