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Schulpsychologie - Zurück in den schulischen Alltag

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Schulpsychologie - Zurück in den schulischen Alltag

Psychosoziale und mögliche krisenhafte Aspekte bei Wiederaufnahme des Unterrichts an Schulen

Unterstützung und Begleitung in der aktuellen Situation rund um das Corona-Virus und seine Auswirkungen

Die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus können – für den schulischen Bereich – zahlreiche psychosoziale Effekte bei allen am Schulleben Beteiligten haben.

Diese sind beispielsweise

  • Verunsicherung bei Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Lehrkräften durch als bedrohlich empfundene Nachrichten, Situationen und Erlebnisse. Dadurch entsteht teilweise eine hohe psychosoziale Belastung und ggf. ein erhöhter Krankenstand.
  • Die Situation ohne regelmäßigen Schulbesuch bedeutet auch, als Lerngruppe subjektiv ohne klare schulische erziehende Leitung zu sein. Daher ist eine Zunahme von psychischer Gewalt in den Lerngruppen durch „(Cyber-)Mobbing“ zu erwarten.
  • Probleme seitens der Schulen, bei einigen Schülerinnen und Schülern einen regelmäßigen Schulbesuch durchzusetzen, da z.B. besorgte Eltern ihre Kinder nicht zur Schule schicken wollen.

Darüber hinaus kann es vereinzelt auch zu krisenhaften Entwicklungen kommen. Einige Schülerinnen und Schüler oder Lehrkräfte waren selbst am Coronavirus erkrankt bzw. mussten die Erkrankung oder sogar den Tod von Familienangehörigen ertragen. Beengte Wohnverhältnisse und das bestehende Kontaktverbot haben möglicherweise bei einigen Schülerinnen und Schülern zu innerfamiliären Streitigkeiten, zu Konflikt- oder gar Gewalterfahrungen in der Familie geführt, die sie verarbeiten müssen.

Ihre Erfahrungen, Verluste, Ängste und Sorgen bringen sie mit Wiederaufnahme des Unterrichtes in die Schule ein. Mitschülerinnen und Mitschüler haben teilweise gleiche oder ähnlich schlimme Erfahrungen gemacht.

Einige Schulgemeinschaften haben den Tod von Lehrkräften, Schulleitungen oder Familienangehörigen zu beklagen, die das schulische Leben nachhaltig beeinflussen können.

Diese Erlebnisse und Ereignisse können ein unterschiedliches Ausmaß annehmen und schnell eine hohe Dynamik entwickeln, nachhaltige Auswirkungen auf das Schulleben und den Schulalltag haben und sich zu schulischen Krisen entwickeln.

Auf derartige Situationen sind die Schulleitungen in ihrer Verantwortung für das schulische Krisenmanagement an ihren Schulen bereits seit Jahren vorbereitet. Neu ist, dass möglicherweise nicht nur einzelne, sondern viele Schulen von diesem krisenhaften Geschehen erfasst sind bzw. werden. Um mit Wiederaufnahme des Schulbetriebes umfänglich vorbereitet zu sein, empfiehlt sich eine anlass- und situationsbezogen schulinterne Zusammenstellung konkreter Hinweise aus dem Notfallordner, mit denen sich u.a. die Mitglieder der schulischen Teams für Beratung, Gewaltprävention und Krisenintervention und Lehrkräfte gut vorbereiten können. Eine Bereitstellung der notwendigen Unterlagen einhergehend mit der Aufforderung an die Schulen, sich so gut wie möglich auf mögliche krisenhafte Szenarien einzustellen, ist daher vor der Wiederaufnahme des Schulbetriebes zu empfehlen.

Im Besonderen empfehlen sich diese Seiten des Notfallordners.

Bei diesen besonderen Herausforderungen werden das MSB und die Schulpsychologischen Dienste vor Ort die Schulen und alle am Schulleben Beteiligten umfassend und passgenau begleiten.

Zusätzlich finden Sie hier folgende Unterstützungsangebote der Schulpsychologie:

  • Wiederaufnahme des Schulbetriebs – der erste Tag: Es wird eine Beispielplanung für eine Klassenleitungsstunde und für den Ablauf des ersten Tages geben.
  • Leitfaden: Eine FAQ-Handreichung wird zentrale Fragen, die sich im Zusammenhang mit der Wiederaufnahme des Schulbetriebs ergeben, aus schulfachlicher und schulpsychologischer Sicht beantworten.
  • Video-Clips: In kurzen Videobeiträgen beantworten Schulpsychologinnen und Schulpsychologen sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schulaufsicht zentrale Fragen, welche die Schulgemeinde in dieser Zeit bewegen können.
  • Sicher durchs Abitur: Tipps, um sicher, stark und gesund durchs Abitur zu kommen – zur Unterstützung für Abiturientinnen und Abiturienten werden zur Verfügung gestellt.
  • Telefonische Beratung: Auch bei weiteren Fragen, die sich für Sie in der nächsten Zeit ergeben, können Sie sich an das MSB oder die Schulpsychologischen Dienste wenden.

Bei Fragen zum schulischen Krisenmanagement können Sie den Krisenbeauftragten des MSB unter folgender Nummer kontaktieren: 0172 / 28 43 101 oder 0173 / 73 54 329

Bei anderen Fragen, in denen Ihnen eine Schulpsychologin oder ein Schulpsychologe beratend zur Seite stehen kann, ist die Schulpsychologie und die Landesstelle für Schulpsychologie und Schulisches Krisenmanagement weiterhin Ihr bekannter Ansprechpartner.

Das nordrhein-westfälische Unterstützungssystem für Schulen und alle am Schulleben Beteiligte in herausfordernden Situationen

Allen Schulen in Nordrhein-Westfalen stehen etablierte und bewährte Strukturen sowie ein breit aufgestelltes Unterstützungssystem zur Seite, deren Eckpfeiler die Schulpsychologie bildet. In NRW ist die Schulpsychologie eine gemeinsame Aufgabe des Landes und der Kommunen. Die Schulpsychologinnen und Schulpsychologen im Landesdienst arbeiten mit ihren Kolleginnen und Kollegen im kommunalen Dienst in einer gemeinsamen Einrichtung, der schulpsychologischen Beratungsstelle zusammen. In jedem Kreis bzw. kreisfreien Stadt gibt es einen schulpsychologischen Dienst, der für Schulen, Lehrkräfte, Schulpersonal, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler niedrigschwellige, vertrauliche und kostenlose Beratungen, Aktuell befinden sich 364 Schulpsychologinnen und Schulpsychologen im Dienst, davon derzeit 189 im Landesdienst. Im Rahmen des Aktionsplans „Für Demokratie und Respekt – Entschieden gegen Diskriminierung und Gewalt“ wurden in den Haushalt 2020 50 zusätzliche Landesstellen für Schulpsychologinnen und Schulpsychologen eingestellt, um diese Form der professionellen Unterstützung zu weiter auszubauen. Insgesamt handelt es sich dann um 239 (189) Landestellen und insgesamt um 414 Stellen.

Für die Prävention, Bewältigung und Nachsorge schulischer Krisen gibt es an jeder schulpsychologischen Beratungsstelle speziell ausgebildete Fachkräfte. In schulischen Großschadenslagen wird der schulpsychologische Einsatz durch das Landesteam Schulpsychologische Krisenintervention der Landesstelle Schulpsychologie und Schulpsychologisches Krisenmanagement (LaSP) geleitet.

Grundlage für das Krisenmanagement sind die „Empfehlungen zu Strukturen, Aufgaben und Verfahrensweisen des Schulpsychologischen Krisenmanagements in Schulen in Nordrhein-Westfalen“ vom Juni 2014, die das MSB mit den Kommunalen Spitzenverbänden und der Unfallkasse NRW abgestimmt hat.

An den Schulen gibt es Teams für Beratung, Gewaltprävention und Krisenintervention. Diese Teams bilden das Rückgrat des innerschulischen Beratungs- und Krisenmanagementnetzwerks. Die Teams werden durch die zuständigen Schulpsychologischen Dienste qualifiziert

Die Beratungslehrkräfte sind wesentlicher Teil der schulischen Beratungsteams. In fast allen Schulen der Sekundarstufe I und II gibt es mindestens eine speziell ausgebildete Beratungslehrkraft. Die Qualifizierung der Beratungslehrkräfte erfolgt über regionale Schulpsychologie im Auftrag der Fortbildungsdezernate der Bezirksregierungen. Die Schulsozialarbeit als weitere wichtige innerschulische Ressource ist ebenfalls Bestandteil der innerschulischen Beratungsteams.

Der Notfallordner ist ein wichtiges Instrument bei der Bewältigung schulischer Krisen und wurde 2014 mit Unterstützung der Unfallkasse umfassend überarbeitet. Schulleitungen werden durch den Notfallordner darin unterstützt, mit verschiedensten Notlagen umzugehen und können auf umfassende Empfehlungen, Handlungsschritten und Maßnahmen für Krisenereignisse zurückgreifen. Der Notfallordner wird weiter fortgeschrieben und themenbezogen ergänzt.

So verfügt NRW über eine umfassende und erfahrene Unterstützungsstruktur für alle am Schulleben Beteiligten und für herausfordernde schulische Situationen. Dieses gemeinsame schulische wie schulpsychologische Krisenmanagement hat sich seit vielen Jahren in Kooperation mit allen kommunalen Spitzenverbänden, der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen sowie dem Ministerium für Schule und Bildung in vielen schulischen Krisen- bis hin zu Großschadenslagen bewährt.

Auf Basis dieser gewachsenen Struktur können Schulen, Schulleitungen, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler umfassend bei der Wiederaufnahme des Unterrichts begleitet werden.

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