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Ein Frauenprofil in der Bildungspolitik: Dr. h.c. Christine Teusch

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Ein Frauenprofil in der Bildungspolitik: Dr. h.c. Christine Teusch

Christine Teusch (© Paul Bouserath/KAS-ACDP)

Christine Teusch (© Paul Bouserath/KAS-ACDP)

Als Christine Teusch, geboren am 11.10.1888, im Dezember 1947 zur ersten Kultusministerin des Landes Nordrhein-Westfalen berufen wurde, hatte sie bereits eine sehr bewegte politische Wegstrecke hinter sich: die ausgebildete Lehrerin aus Köln war bereits 1919 in die Nationalversammlung gewählt worden und gehörte ihr als Mitglied der Zentrumspartei bis 1933 an; ab 1925 war sie auch Mitglied des Reichstagspräsidiums. Im Nationalsozialismus unterbrach sie ihre politischen Aktivitäten. Nach 1945 trat sie der neu gegründeten Christlich-Demokratischen-Union bei und wurde 1946 in den Landtag gewählt. Neben ihrer Tätigkeit als Lehrerin hat Christine Teusch sich beständig zugunsten von Frauen engagiert: sie war Vorsitzende des Katholischen Lehrerinnenvereins im Bezirk Köln, leitete als Verbandsekretärin ein Frauendezernat im Gesamtverband der christlichen Gewerkschaften und darüber hinaus über mehrere Jahrzehnte den Katholischen Mädchenschutzverein.

Bei ihrer Kandidatur für das Amt der Kultusministerin sah sie sich starken Widerständen gegenüber, auch aus den eigenen politischen Reihen (z.B. von Konrad Adenauer, dem damaligen Fraktionsvorsitzenden) und aus den Kirchen. Eine Ursache mag in der vorherrschenden Auffassung gelegen haben, dass Frauen für die herausgehobene politische Regierungsämter - hier Führung eines Ministeriums- ungeeignet seien. Insbesondere wurde für das Kultusministerium damals befürchtet, dass im Zusammenklang mit den bereits tätigen fünf Referentinnen der "weibliche Einfluss (...) voraussichtlich ins Ungemessene steigen" werde, so dass der damalige Ministerpräsident Arnold sich veranlasst sah, C. Teusch zu erklären, "dass er im Ministerium keine Weiberherrschaft wünsche". Christine Teuschs bildungspolitisches Wirken war jedoch- allen gegenteiligen Vermutungen zum Trotz- sehr weitreichend und prägend für die nordrhein-westfälische Bildungsstruktur. Ihre Schulpolitik zielte auf soziale Veränderungsnotwendigkeiten, so gehörte u.a. die Idee des zweiten Bildungsweges, die Entwicklung von Abendgymnasien und Volkshochschulen, die Verringerung der Klassengrößen in Volksschulen und Förderschulen, die Verankerung von Elternrechten in den Grundlagen der Schulverfassung und die Förderung von Schulneubauten zu ihren Initiativen. Zu ihren persönlichen Schwerpunkten in der politischen Arbeit zählte- vermutlich aufgrund ihrer Erfahrungen als dienstverpflichtete Leiterin der Essener Stelle für Frauenarbeit in der Militärverwaltung während des 1. Weltkrieges- die Frauen- und Mädchenbildung.  

Dr. h.c. Christine Teusch war Mitglied des Landtags NRW von 1946 bis 1966, innerhalb dieses Zeitraums agierte sie als Mitglied des Kulturausschusses und als  stellvertretendes Mitglied im Haushalts- und Finanzausschuss des Landtags;  als Kultusministerin war sie von 1947 bis 1954 im Amt. Sie starb am 24. 10.1968. Als erster Frau wurde Christine Teusch 1956 das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband verliehen. 1986 war ihr eine Briefmarke in der Reihe der "Frauen der Deutschen Geschichte in der BRD und Westberlin" gewidmet.

Weitere Informationen zu Christine Teusch erhalten Sie hier.

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