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Sucht- und Drogenvorbeugung in der Schule

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Sucht- und Drogenvorbeugung in der Schule

Immer mehr Lehrerinnen und Lehrer in NRW haben sich in den vergangenen Jahren mit großem Einsatz an der schulischen Sucht- und Drogenpräventionsarbeit beteiligt. Das Engagement wirkt sich aus: Seit einiger Zeit ist bei einem größeren Teil der Jugendlichen ein deutlicher Trend zur Reduzierung von Alkohol- und Nikotinkonsum zu beobachten. Die verstärkten suchtpräventiven Bemühungen der vergangenen Jahre sind sicher mitverantwortlich für diese positiven Veränderungen im Gesundheitsverhalten von Schülerinnen und Schülern. Hier geht es zum Bericht der Drogenbeauftragten der Bundesregierung 2012.

[Seitenanfang]Möglichkeiten und Grenzen der Schulen

Bilder von Fixerbestecken in den Toiletten, Dealern auf dem Schulhof und berauschten Schülerinnen und Schülern haben mit dem Alltag an den Schulen in Nordrhein-Westfalen in der Regel wenig zu tun. Allerdings: Über Erfahrungen mit legalen und illegalen Suchtmitteln verfügen heute viele Heranwachsende, Jugendliche und zum Teil auch schon Kinder. Erste Erfahrungen mit Suchtmitteln werden immer früher gemacht. Dazu gehören das Probieren von Zigaretten schon am Ende der Grundschulzeit und die nicht seltene Einnahme von Beruhigungsmitteln vor Klassenarbeiten.

Die Frage, wie Suchtgefährdungen begrenzt werden können, richtet sich an viele Verantwortliche und Institutionen unserer Gesellschaft - auch an die Schule. Zwar kann die Schule nicht alle gesellschaftlichen Probleme lösen. Andererseits bietet sie aber als Lebensraum, in dem alle Kinder und Jugendlichen einen Teil ihrer Lebenszeit verbringen, besondere Möglichkeiten zur Suchtprävention.

Die Schule kann die gesellschaftlichen Kontroversen zum Suchtmittelgebrauch, zur rechtlichen Einordnung von Suchtmitteln, zu Erscheinungsformen und Entstehungsbedingungen von Suchtverhalten und dem Umgang mit Süchtigen nicht ausblenden. Desinformationen, Verharmlosungen und Überzeichnungen, Ängste und Verunsicherungen sind bei diesem Thema verbreitet. Die Aufgabe der Schule besteht darin, ein realistisches Bild zu vermitteln.

An jeder Schule sind klare Regeln für den Umgang mit Suchtmitteln notwendig. Dazu gehört auch das Verbot des Konsums legaler Drogen. Alle pädagogisch Verantwortlichen müssen aber realisieren, inwieweit ihre Sanktionen bei Regelverstößen bei den Schülerinnen und Schülern eventuell vorhandene Suchtgefährdungen verstärken. Die Chancen, pädagogisch auf suchtgefährdete Schülerinnen und Schüler einzuwirken, sind neben der Familie über längere Zeit systematisch nur in der Schule gegeben.

[Seitenanfang]Leitbilder und Ziele

Alle Fachleute sind sich darin einig, dass selbstbewusste, Gefühle zulassende, angesichts von Enttäuschungen und Konflikten nicht resignierende Kinder und Jugendliche am wenigstens suchtgefährdet sind. Dementsprechend ist das Leitbild der schulischen Suchtprävention in Nordrhein-Westfalen die mündige Schülerin und der mündige Schüler, die oder der mit Herausforderungen und Konflikten umgehen kann. Langfristig angelegte Präventionsarbeit der Schule wirkt dabei nicht mit therapeutischen Maßnahmen, sondern durch Unterricht, Bildung, Erziehung und Beratung. Suchtprävention wird so Teil des Bildungs- und Erziehungsauftrages der Schule und betrifft von daher das ganze Lehrerkollegium. Ziele sind: Abstinenz bei illegalen Suchtmitteln, ein verantwortlicher Umgang und weitgehende Abstinenz bei Alkohol und Tabak sowie ein bestimmungsgemäßer Gebrauch von Medikamenten.

Bei der Entwicklung des eigenen Schulprogramms kann die Suchtprävention mit anderen Ansätzen der Gesundheitsförderung, etwa dem Sportbereich, der Ernährung, Programmen zum Stressabbau, zur Öffnung von Schule oder zur Zusammenarbeit mit Eltern verbunden werden und so der Schule ein eigenes Schulprofil "Gesunde Schule" verleihen.

[Seitenanfang]Unterstützung für Lehrerinnen und Lehrer

Den Lehrerinnen und Lehrern stehen in Nordrhein-Westfalen eine Reihe von Unterstützungssystemen zur schulischen Suchtprävention zur Verfügung – schulintern und extern.

Schulintern sind dafür in allen Sekundarschulen des Landes "Beraterinnen und Berater für Suchtvorbeugung" benannt. Sie werden vom Lehrerkollegium beauftragt. Sie wirken als Multiplikatoren in der Schule und unterstützen und koordinieren Aktivitäten in der Schule zur Suchtvorbeugung im Rahmen von Gesundheitsförderung. Wenn irgend möglich, sollte ihnen aus dem Entlastungskontingent der Schule eine hinlängliche Stundenentlastung gewährt werden.

Alle weiterführenden Schulen des Landes haben einen "Material- und Medienverbund zur schulischen Sucht- und Drogenvorbeugung" erhalten. Dieses Paket zielt auf die alltägliche Präventionspraxis in der Schule und ist zugleich Arbeitsgegenstand der Lehrerfortbildung. Zu den Materialbausteinen gehören unter anderem die Konzeption zur schulischen Suchtvorbeugung, über 80 Unterrichtseinheiten und Projekte, Anleitungen zu Beratungsgesprächen und kollegialer Fallberatung mit Video-Material, Planspiel, Behandlung von Rechtsfragen, Vorschlägen zur Kooperation mit Eltern und fachliche Grundlagen.

Erfolgreiche Suchtprävention muss bereits in den früheren Kinderjahren ansetzen. Deshalb wurden Materialien zur Suchtvorbeugung auch für die Grundschulen erstellt und allen Grundschulen des Landes zur Verfügung gestellt. Auch dieses Material- und Medienpaket ist als Arbeitsangebot für Schule und Lehrerfortbildung angelegt.

In den 54 Schulämtern des Landes sind Koordinatorinnen und Koordinatoren tätig, die im Auftrag der unteren Schulaufsicht schulformübergreifend die Information, Koordinierung und Beratung für alle Schulen im Schulamtsbezirk wahrnehmen.

Zur Qualifizierung der Beraterinnen und Berater für Suchtvorbeugung an den Schulen werden in Nordrhein-Westfalen auf Schulamtsebene Lehrerarbeitskreise zur Fortbildung und Qualifizierung von "Beraterinnen und Beratern für Suchtvorbeugung" angeboten. Diese Arbeitskreise laufen in der Regel eineinhalb bis zwei Jahre. Sie umfassen 15 bis 20 Lehrerinnen und Lehrer. Die Arbeitskreise werden durch ein erfahrenes Moderatorenteam betreut. Im Zentrum der Arbeit dieser Fortbildungsgruppe steht die schulpraxisbezogene Erarbeitung der Bausteine des „Material- und Medienverbunds zur schulischen Sucht- und Drogenvorbeugung“.

Landesweit werden über 100 Arbeitskreisleiterinnen und -leiter für die Leitung von Arbeitskreisen kontinuierlich aus- und fortgebildet. Zusätzlich erhält ein Teil dieses Personenkreises eine weitere Qualifikation für die Durchführung von schulinternen Fortbildungsangeboten im Bereich der Suchtprävention und Gesundheitsförderung.

Durch die Öffnung der Schule wird die Zusammenarbeit und Vernetzung mit außerschulischen Einrichtungen gefördert. Dazu gehört insbesondere die Zusammenarbeit mit den kommunalen "Fachstellen für Suchtvorbeugung", die in Kreisen und kreisfreien Städten eingerichtet wurden; weiter die Zusammenarbeit mit Drogenberatungsstellen, Jugendämtern, Gesundheitsämtern, anderen medizinischen Einrichtungen und Krankenkassen.

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