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Bilingualer Unterricht in Nordrhein-Westfalen

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Bilingualer Unterricht in Nordrhein-Westfalen

Bilingualer Unterricht ist Unterricht in zwei Sprachen, in dem Teile des Fachunterrichts (z.B. in Erdkunde, Geschichte oder Biologie) in der Fremdsprache erteilt werden und die Fremdsprache zur Arbeitssprache im Sachfachunterricht wird. Bilingualer Unterricht ist ein Erfolgskonzept. Die DESI-Studie der KMK, Erfahrungsberichte zu den Schulversuchen, weitere vergleichende Studien und die Lernstandserhebungen haben gezeigt, dass bilingualer Unterricht ein besonders effektiver Weg zu hohen fremdsprachlichen, interkulturellen und fachlichen Kompetenzen ist. Auch die Ergebnisse einer im Rahmen eines Europaratsprojektes durchgeführten Befragung von Absolventen bilingualer Züge bestätigen diese Ergebnisse und lassen auf eine hohe Zufriedenheit der beteiligten Jugendlichen und der Schulen schließen.

Die Anfänge der bilingualen Unterrichtsangebote gehen zurück in die frühen siebziger Jahre. Auslöser waren u.a. die Gemeinsame Erklärung und der Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik über die deutsch-französische Zusammenarbeit vom 22. Januar 1963. In der Folge entstanden zunächst deutsch-französische Bildungsangebote an einigen Gymnasien.

In Nordrhein-Westfalen bieten inzwischen mehr als 250 Schulen aller Schulformen des allgemeinbildenden Schulwesens bilinguale Bildungsgänge in den Sprachen Englisch und Französisch an, aber auch in Italienisch, Spanisch, Niederländisch, Portugiesisch und vereinzelt Neugriechisch. Darüber hinaus werden auch außerhalb bilingualer Bildungsgänge zunehmend bilinguale Unterrichtsangebote eingerichtet.

Welche Ziele hat der bilinguale Unterricht?

Als Fachunterricht in der Fremdsprache befähigt der bilinguale Unterricht Schülerinnen und Schüler, fachliche Sachverhalte in Lernbereichen wie Wirtschaft, Kultur und Politik in der Fremdsprache zu verstehen, zu verarbeiten und darzustellen. Gleichzeitig strebt er eine erhöhte Sprachkompetenz an.

Bilingualer Unterricht fördert das gegenseitige Kennenlernen und Verstehen und die Schülerinnen und Schüler erwerben interkulturelle Kompetenz, d.h. sie können:

  1. die Perspektive des Partnerlandes einnehmen,
  2. Verstehensprobleme in dieser Perspektive vorwegnehmen,
  3. ihr eigenes Land für Partner der anderen Kultur und Sprache darstellen.

Bilingualer Unterricht und bilinguales Lernen bereiten auf Studium und Beruf vor, sie vermitteln Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die für das spätere Berufsleben in einem sprachlich und kulturell vielfältigen Europa und in einer global vernetzten Welt wichtig sind. Zudem befähigt der multiperspektivische Ansatz die Schülerinnen und Schüler als Mediator und Kulturmittler im europäischen und internationalen Ausland zu fungieren.

Schulen mit bilingualem Unterricht unterstützen das Unterrichtsangebot in der Regel durch Schüleraustauschprogramme und Auslandspraktika im Rahmen ihrer internationalen Schulpartnerschaften.

Wer kann am bilingualen Unterricht teilnehmen?

Grundsätzlich können alle Schulen ein bilinguales Angebot einrichten. Alle Schülerinnen und Schüler können bei entsprechender sprachlicher Vorbereitung am bilingualen Sachfachunterricht teilnehmen. Bilinguale Angebote sind "durchlässig" angelegt, so dass Wechsel möglich sind.

Welche bilingualen Unterrichtsangebote gibt es in Nordrhein-Westfalen?

Bilingualer Unterricht in der Sekundarstufe I (BASS 13-21 Nr. 5)

Bilingualer Unterricht kann sowohl im Rahmen bilingualer Bildungsgänge als auch außerhalb bilingualer Bildungsgänge in flexibler Form erteilt werden.

  1. Für Schulen, die im Rahmen eines bilingualen Bildungsganges bilingualen Unterricht in der Sekundarstufe I erteilen, gelten folgende Regelungen:
    1.1 In den Klassen 5 und 6 wird der Unterricht in der Partnersprache um bis zu zwei Wochenstunden erhöht.
    1.2 In den Klassen 7 bis 9 im Gymnasium und 7 bis 10 in Realschulen und Gesamtschulen wird der Unterricht in bilingualen Sachfächern in der Partnersprache wie folgt erteilt:

  • In Klasse 7 wird ein Sachfach bilingual unterrichtet. Für das bilingual unterrichtete Fach erhöht sich die Wochenstundenzahl um eine Wochenstunde in der Klasse 7. In den Klassen 8 und 9 in Gymnasien und den Klassen 8 bis 10 in Realschulen und Gesamtschulen wird dieses bilinguale Sachfach im Rahmen der Stundentafeln fortgesetzt.

  • In Klasse 8 wird zusätzlich ein weiteres Fach bilingual unterrichtet. Die Wochenstundenzahl für dieses bilinguale Sachfach erhöht sich um eine Wochenstunde in der Klasse 8. Auch dieses bilinguale Fach wird in Gymnasien in Klasse 9, in Realschulen und Gesamtschulen in Klassen 9 und 10 im Rahmen der Stundentafeln fortgeführt.

1.3 In der Klasse 9 in Gymnasien und den Klassen 9 und 10 in Realschulen und Gesamtschulen kann ein weiteres Fach bilingual gemäß der Stundentafelunterrichtet werden.

  1. Auch außerhalb bilingualer Bildungsgänge kann ab Klasse 9, in Gymnasien ab Klasse 8, Unterricht in Sachfächern auf Beschluss der Schulkonferenz vollständig oder zeitlich begrenzt bilingual erteilt werden. Für eine erhöhte Wochenstundenzahl im Sachfach kann die Schule eine Stunde des Unterrichts der jeweiligen Fremdsprache verwenden (§ 4 Abs. 4APO-SI).
  2. Phasenweiser bilingualer Unterricht in Modulform ist bei entsprechender sprachlicher Vorbereitung in allen nichtsprachlichen Fächern und Klassen möglich.
  3. Für den bilingualen Unterricht gelten grundsätzlich die Lehrpläne für die Sachfächer der Schulformen und Klassen.
    4.1. Für die bilingualen Sachfächer werden neben den deutschsprachigen Schulbüchern auch Unterrichtsmaterialien in der Partnersprache eingeführt.
    4.2. Bei der Bewertung der Schülerleistung in den bilingualen Sachfächern sind in erster Linie die fachlichen Leistungen zu beurteilen.
    4.3. Im Zeugnis wird ein bilingual erteiltes Sachfach mit dem Zusatz der Unterrichtssprache versehen (z.B. Erdkunde "bilingual deutsch-englisch"). Bilinguale Module können unter "Bemerkungen" aufgenommen werden. Schülerinnen und Schüler, die einen bilingualen Bildungsgang in der Sekundarstufe I erfolgreich absolviert haben, erhalten eine zusätzliche Bescheinigung zum Abschlusszeugnis, in der die Fächer und Klassen des bilingualen Unterrichts ausgewiesen werden.
  4. Der bilinguale Unterricht wird durch Lehrkräfte mit einer Lehrbefähigung bzw. Unterrichtserlaubnis für das Sachfach und die Sprache erteilt. Empfohlen wird darüber hinaus die Zusatzqualifikation "Bilinguales Lernen". Die sprachliche Qualifikation kann auch durch einen Nachweis auf dem Referenzniveau C1 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen nachgewiesen werden.

Einen Abschlussbericht zum Schulversuch Bilingualer Unterricht an Realschulen finden Sie hier als Download.

Einen ausführlichen Bericht über bilinguale Gesamtschulen mit detaillierten Hinweisen zu vielen konkreten Einzelfragen finden Sie hier als Download.

Bilingualer Unterricht in der gymnasialen Oberstufe (BASS 13-32 Nr. 3.2)
1. Bilingualer Unterricht

Auch in der gymnasialen Oberstufe kann der bilinguale Unterricht sowohl im Rahmen bilingualer Bildungsgänge als auch außerhalb bilingualer Bildungsgänge und in flexibler Form erteilt werden:

1.1 Voraussetzungen, Belegungsverpflichtungen, Leistungsbewertung

1.1.1 Schülerinnen und Schüler können bei entsprechender sprachlicher Vorbereitung an bilingualem Unterricht in der Sekundarstufe II teilnehmen.

1.1.2 Bilingualer Unterricht kann in allen aus der Sekundarstufe I fortgeführten Fremdsprachen angeboten werden.

1.1.3 Für den bilingualen Unterricht gelten grundsätzlich die Lehrpläne der Sachfächer.

1.1.4 Der bilinguale Unterricht im Sachfach deckt in der Belegungsverpflichtung sowohl die weitere Fremdsprache gemäß §8 Abs. 2 Satz 2 und §11 Abs. 5 APO-GOSt als auch das Sachfach ab, sofern er durchgehend in der Qualifikationsphase belegt wird.

1.1.5 Im bilingualen Unterricht gemäß 1.2. und 1.3. und in der Abiturprüfung werden mündliche und schriftliche Leistungen in der Fremdsprache erbracht. Bei der Bewertung der Schülerleistungen werden vorrangig die fachlichen Leistungen im Sachfach berücksichtigt. Die fremdsprachlichen Leistungen werden im Rahmen der Darstellungsleistung berücksichtigt. Neben überwiegend fremdsprachigen Materialien können auch deutschsprachige Materialien verwendet werden.

1.2. Bilingualer Bildungsgang

Schülerinnen und Schüler können einen in der Sekundarstufe I begonnenen bilingualen Bildungsgang (BASS 13 - 21 Nr. 1) in der Sekundarstufe II fortsetzen, sofern ein entsprechendes schulisches Angebot besteht.
In der Einführungsphase werden in der Regel neben dem Grundkurs in der Partnersprache zwei weitere Grundkurse in Sachfächern belegt, die bilingual unterrichtet werden. In der Qualifikationsphase wird die Partnersprache als erstes Leistungskursfach gewählt. Ein aus der Einführungsphase fortgeführter bilingualer Grundkurs wird bis zum Ende der Qualifikationsphase als drittes oder viertes Abiturfach belegt.

In den Zeugnissen und Schullaufbahnbescheinigungen wird die Teilnahme unter "Bemerkungen" aufgenommen. Das Abiturzeugnis enthält folgenden Vermerk: "(Vorname und Nachname) hat den bilingualen (deutsch- Angabe der Partnersprache) Bildungsgang von Klasse ... bis zum Ende der Qualifikationsphase mit Erfolg besucht und die Abiturprüfung im Fach (bilinguales Sachfach) in (Angabe der Partnersprache) Sprache abgelegt."
Für den deutsch-französichen Bildungsgang zum AbiBac sowie das Exzellenzlabel CertiLingua gelten Sonderregelungen.

1.3. Durchgehend bilingualer Unterricht in einem Sachfach

Zur Förderung der angewandten Mehrsprachigkeit kann bilingualer Unterricht auch außerhalb bilingualer Bildungsgänge in einzelnen Sachfächern als Grundkurs oder Projektkurs angeboten werden. In den Zeugnissen und Schullaufbahnbescheinigungen wird ein bilingual erteiltes Sachfach mit dem Zusatz der Unterrichtssprache versehen (z.B. Geographie "bilingual deutsch-englisch").

2. Bilinguale Module

In allen Sachfächern kann phasenweise bilingualer Unterricht in Modulform angeboten werden. Bilinguale Module können im Zeugnis unter Bemerkungen aufgeführt werden. Beispiele für bilinguale Module in unterschiedlichen Fächern, Stufen und Schulformen finden Sie hier.

Berufskollegs

In den Bildungsgängen des Berufskollegs kann in einzelnen berufsbezogenen Fächern oder im Differenzierungsbereich eine Fremdsprache als Arbeitssprache verwendet werden. Die Berufskollegs entscheiden selbst unter Berücksichtigung ihrer speziellen Möglichkeiten und der curricularen Vorgaben über die Organisation eines entsprechenden Fremdsprachenangebots.

Wie ist bilingualer Unterricht aufgebaut?

Sprachliche Vorbereitung im Fremdsprachenunterricht

Der Fremdsprachenunterricht bereitet den bilingualen Unterricht vor. Er berücksichtigt thematische und sprachliche Aspekte sowie die besondere Schulung von Kompetenzen. Mit Blick auf den späteren Sachfachunterricht kommt zum Beispiel der Lesekompetenz besondere Bedeutung zu, um den späteren Umgang mit unbekannten, authentischen und sprachlich anspruchsvollen Sachtexten vorzubereiten. Zudem ist die Erweiterung der Fähigkeit themen- und materialbezogener Kommunikation in der Fremdsprache wesentlich.

Der Ausbau des Wortschatzes bedingt u.a. die Vorstellung verschiedener Strategien des Vokabellernens. Oft lässt sich an Themenbereiche aus dem Fremdsprachenunterricht anknüpfen. Alle Standardlehrwerke bieten z.B. Unterrichtseinheiten zu "animals" oder "Romans in Britain". Diese Themenfelder können - oft in projektartigen Vorhaben - erweitert werden. Wichtige sprachliche Strukturen sind z.B. Passivformen, Gerundium, Vergangenheitsformen und Zeitphrasen.

Häufig ist am Ende der Jahrgangsstufe 6 eine erste Reise in das Zielland vorgesehen. Diese ersten Erfahrungen im Anwenden der Fremdsprache stellen ebenfalls eine Vorbereitung auf den Gebrauch der Fremdsprache in Sachfächern dar.

Sachfachunterricht in der Fremdsprache als Unterrichtssprache

Der bilinguale Sachfachunterricht baut auf den bisherigen Fremdsprachenkenntnissen auf. Er führt schrittweise auf fachsprachliches und fachmethodisches Arbeiten in der Fremdsprache hin.

Um den langsameren Lernfortschritt, der sich aus anfänglich noch geringen Sprachkenntnissen ergibt, auszugleichen, wird die Wochenstundenzahl des neu einsetzenden Sachfachs um eine Wochenstunde erhöht. So wird gewährleistet, dass der in der Fremdsprache geführte Sachfachunterricht zu den gleichen Fachkompetenzen führt wie der in der Muttersprache geführte Unterricht.

Kooperation zwischen Fremdsprachenunterricht und Sachfachunterricht

Die fachübergreifende Kooperation des Fremdsprachenunterrichts mit den bilingualen Sachfächern hat eine große Bedeutung:

  • der Fremdsprachenunterricht stützt den sprachlichen Fortschritt in den Sachfächern;
  • die erweiterten Sprachkenntnisse aus dem Sachfachunterricht fließen in den Fremdsprachenunterricht ein;
  • die im Sachfachunterricht erworbenen interkulturellen Kompetenzen intensivieren das interkulturelle Lernen;
  • der Umgang mit authentischen Texten und Medien in den Sachfächern ergänzen die methodischen Kompetenzen des Fremdsprachenunterrichts.

Fächer des bilingualen Unterrichts

In allen Sachfächern kann phasenweise bilingualer Unterricht in Modulform angeboten werden. Die Fächer des gesellschaftswissenschaftlichen Bereichs (Erdkunde, Geschichte und Politik/Sozialwissenschaften) werden für den bilingualen Unterricht bevorzugt gewählt.

Fremdsprache und Muttersprache im bilingualen Sachfach

Mit dem kontinuierlichen Aufbau eines Sachfachwortschatzes kann der Unterricht zunehmend in der Partnersprache geführt werden. Neben überwiegend fremdsprachigen Materialien werden auch gegebenenfalls deutschsprachige Materialien verwendet. Allerdings kann es Unterrichtsphasen geben, die den bewussten Einsatz deutschsprachiger Unterrichtsmaterialien und auch Deutsch als Arbeitssprache verlangen. Grundsätzlich wird eine terminologische Zweisprachigkeit gesichert.

Wie werden die Leistungen bewertet?

Bei der Bewertung der Leistungen in den bilingualen Sachfächern werden vorrangig die fachlichen Leistungen im Sachfach bewertet. Die fremdsprachlichen Leistungen sowie die Anwendungen der Fachterminologie werden im Rahmen der Darstellungsleistung berücksichtigt.

Wie wird die Teilnahme am bilingualen Unterricht zertifiziert?

Bilingualer Bildungsgang

Für Schülerinnen und Schüler, die einen bilingualen Bildungsgang besuchen, wird in den Zeugnissen und Schullaufbahnbescheinigungen die Teilnahme unter "Bemerkungen" aufgenommen. Das Abiturzeugnis enthält folgenden Vermerk: "(Vorname und Nachname) hat den bilingualen (deutsch- Angabe der Partnersprache) Bildungsgang von Klasse ... bis zum Ende der Qualifikationsphase mit Erfolg besucht und die Abiturprüfung im Fach (bilinguales Sachfach) in (Angabe der Partnersprache) Sprache abgelegt."

Die Schülerinnen und Schüler erhalten eine separate deutsch-englische Bescheinigung über ihre Laufbahn im bilingualen Bildungsgang in den Sekundarstufen I und II.

Durchgehender bilingualer Unterricht in einem Sachfach

In den Zeugnissen und Schullaufbahnbescheinigungen wird ein durchgehend erteiltes bilinguales Sachfach mit dem Zusatz der Unterrichtssprache versehen (z.B. Erdkunde "bilingual deutsch-englisch").

Bilinguale Module

Bilinguale Module können im Zeugnis unter "Bemerkungen" aufgeführt werden.

AbiBac

An einigen Gymnasien des Landes ist im Rahmen eines deutsch-französischen Kooperationsprogramms der gleichzeitige Erwerb der "allgemeinen Hochschulreife" und des "Baccalauréat " möglich. Dieses Angebot weist einige Besonderheiten auf - zum Beispiel zwei bilinguale Sachfächer in der gymnasialen Oberstufe und eine obligatorische mündliche Prüfung in der Fremdsprache Französisch in der Abiturprüfung.

Der Erwerb des französischen Baccalauréat im Rahmen des Programms "Gleichzeitiger Erwerb der allgemeinen Hochschulreife und des Baccalauréat" (AbiBac) wird vom französischen Erziehungsministerium in einer gesonderten Bescheinigung bestätigt. Diejenigen, die die Abiturprüfung nach bilingualem deutsch-französischen Unterricht in der Partnersprache ablegen, sind von den Sprachprüfungen für die Einschreibung an französischen Universitäten in der Regel befreit. Weitere Information finden Sie hier.

International Baccalaureate (IB)

Den gleichzeitigen Erwerb der allgemeinen Hochschulreife und des Internationalen Baccalaureate (IB) bieten mehrere Gymnasien in Nordrhein-Westfalen an. Im Laufe ihres Oberstufenunterrichts absolvieren die Schülerinnen und Schüler u.a. Anteile von Fachunterricht in geistes- und naturwissenschaftlichen Fächern in Englisch, verfassen eine Forschungsarbeit in Englisch und weisen ihre Sozialkompetenz bei Gemeinschaftsaufgaben nach. Die Prüfungsaufgaben werden vom International Baccalaureate Office (IBO) in Genf gestellt und zentral ausgewertet.

Das IB ist ein von der Dachorganisation International Baccalaureate Organisation (IBO) in Genf entwickelter Schulabschluss, der international von Universitäten als Hochschulzugang ohne weitere Sprachprüfung anerkannt wird. Für die Vorbereitung, Organisation und Prüfung entstehen erhebliche Kosten. Daher wird das IB überwiegend von internationalen Schulen in freier Trägerschaft angeboten. Unter bestimmten Bedingungen kann das IB als allgemeine Hochschulreife anerkannt werden. Einzelheiten enthält ein Merkblatt, das bei der Zeugnisanerkennungsstelle der Bezirksregierung Düsseldorf angefordert werden kann.
Eine Liste der Schulen finden Sie unter http://www.ibo.org/.

CertiLingua - Exzellenzlabel für mehrsprachige, europäische und internationale Kompetenzen

Eine besondere Form der Zertifizierung bilingualer Kompetenzen ist das CertiLingua Exzellenzlabel. An akkreditierten CertiLingua-Schulen wird das Label an Lernende vergeben, die neben der Mutter- bzw. Erstsprache in zwei und gegebenenfalls weiteren Fremdsprachen in besonderem Maße international handlungsfähig sind. Das CertiLingua Exzellenzlabel weist mehrsprachige, europäische und internationale Kompetenzen in einer international vergleichbaren und anerkannten Weise aus. Es wird ergänzend zum Abschlusszeugnis der Allgemeinen Hochschulreife vergeben. Bewerber müssen hohe Kompetenzen in mindestens zwei Fremdsprachen (Niveau B2 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens), bilinguale Sachfachkompetenzen auf Abiturniveau sowie europäische und internationale Handlungsfähigkeit nachweisen. Weitere Informationen unter: http://www.certilingua.net/.

Welche Ausbildung haben Lehrerinnen und Lehrer für den bilingualen Unterricht?

Der bilinguale Unterricht wird durch Lehrkräfte mit einer Lehrbefähigung bzw. Unterrichtserlaubnis für das Sachfach und die Fremdsprache erteilt. Empfohlen wird im Rahmen von Staatsexamensstudiengängen darüber hinaus die Zusatzqualifikation "Bilinguales Lernen", die an den nordrhein-westfälischen Universitäten Aachen, Bochum, Dortmund, Köln und Wuppertal im Rahmen eines Zusatzstudiums für den bilingualen Unterricht erworben werden kann. Hinweise zu den Studiengängen finden Sie auf den Internetseiten der Universitäten.

Sachfachlehrerinnen und /-lehrer ohne Fakultas für eine Fremdsprache, die sich für bilinguales Unterrichten interessieren, müssen ihre fremdsprachliche Qualifikation durch einen international anerkannten Nachweis auf dem Referenzniveau C1 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen nachweisen. Soweit möglich sollen auch Lehrkräfte, deren Muttersprache die Unterrichtssprache ist, einbezogen werden. Empfohlen wird auch der Einsatz von Fremdsprachenassistentinnen und /-assistenten im Rahmen der Austauschprogramme des Landes.

Bilinguale Profilbildung in der Lehrerausbildung

Mehrere der staatlichen Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung in Nordrhein-Westfalen (früher: Studienseminare) ermöglichen auf der Grundlage einer universitär erworbenen bilingualen Qualifikation oder auf der Grundlage einer fremdsprachlichen Qualifikation in Kombination mit einem Sachfach eine bilinguale Profilbildung (Englisch/Französisch) im Verlauf der zweiten, schulpraktischen Phase der Lehrerausbildung. Über aktuelle Ausbildungsmöglichkeiten informiert das Bewerbungsportal SEVON: http://www.sevon.nrw.de/

Methodisch-didaktische Unterstützung

Regionale, auch grenzüberschreitende Fortbildungsveranstaltungen bieten methodisch-didaktische Unterstützung für den bilingualen Unterricht. Im Rahmen der Fort- und Weiterbildung richten auch die Bezirksregierungen didaktisch-methodische Zertifikatskurse für bilingualen Unterricht ein.

Sprachliche Fortbildung

Das "EU-Bildungsprogramm für lebenslanges Lernen" und das Pestalozzi Programm des Europarats fördern mit ihren Angeboten die sprachliche Fortbildung von Lehrkräften.

Perspektiven des bilingualen Unterrichts in Nordrhein-Westfalen

Die Entwicklung der Vergangenheit betraf schwerpunktmäßig die curriculare Ausgestaltung und Konsolidierung der bilingualen Züge an Gymnasien und Realschulen und des fest strukturierten bilingualen Unterrichts an Gesamtschulen.

Zusätzlich zu den bilingualen Bildungsgängen wurde aufgrund der breiten und durchweg positiven Erfahrungen mit bilingualem Unterricht mit dem Programm "Bilingual für alle" allen weiterführenden Schulen die Möglichkeit eröffnet, bilinguale Unterrichtsangebote einzurichten.

Ziel dieser Initiative ist, dass möglichst vielen Schülerinnen und Schülern bereits während ihrer Schulzeit ermöglicht wird, ihre Fremdsprachenkenntnisse im fachlichen Diskurs einzusetzen. Hierfür kommen alle nichtsprachlichen Fächer in Frage. Als ergänzende Formen eines flexiblen bilingualen Lernens und Lehrens können fachbezogene Arbeitsgemeinschaften mit der Fremdsprache als Arbeitssprache, fachübergreifende Projekte und Angebote, bei denen das Sprachenlernen mit außerunterrichtlichen Aktivitäten verknüpft wird, sowie Phasen berufsbezogenen Fremdsprachenlernens angeboten werden.

Schülerinnen und Schüler lernen auf diese Weise Fremdsprachen in fachlichen Zusammenhängen als Arbeitssprachen anzuwenden und sammeln Erfahrungen, die sie auf das Studium und das Berufsleben in Europa vorbereiten.

Welche Lehrpläne und Unterrichtsmaterialien gibt es?

Dem bilingualen Unterricht in den verschiedenen Schulformen liegen grundsätzlich die jeweiligen Lehrpläne der einzelnen Unterrichtsfächer zugrunde. Zusätzlich gibt es Unterrichtshilfen in Form von Handreichungen, Empfehlungen und Materialbeispielen. Eine Reihe namhafter Schulbuchverlage hat Lehrer- und Schülermaterialien zu verschiedenen Unterrichtsthemen und -reihen veröffentlicht.

Einen bedeutenden Stellenwert nehmen authentische Materialien im bilingualen Unterricht ein. Hier spielen auch Schulbücher der Zielländer eine wichtige Rolle. Dazu nutzen die Schulen auch die Kontakte zu ihren ausländischen Partnerschulen.

Ein besonders hilfreiches Modell ist das einigen Schulen zur Verfügung stehende Projekt "Centres de documentation et d` information (CDI )", bei dem durch Unterstützung der Kulturabteilung der Französischen Botschaft die Schulen ihre Schulbibliothek ergänzen konnten. Die Kulturabteilungen anderer Staaten fördern ebenfalls den bilingualen Unterricht.

Empfehlungen des Schulministeriums NRW für den bilingualen Unterricht in einzelnen Fächern:

Zu beziehen bei:
Verlagsgesellschaft Ritterbach mbH

Hinweise zu Unterrichtsmaterialien, Arbeitsgemeinschaften und Interplattformen

Standardsicherung NRW
Die Internetseite im Bereich des Schulministeriums NRW bietet Hinweise zu Unterrichtsmaterialien, Tagungen und Ankündigungen.http://www.schulentwicklung.nrw.de/cms/bilingualer-unterricht/angebot-home/bilingualer-unterricht.html

Arbeitsgruppe der Koordinator(inn)en in der Arbeitsgemeinschaft der Gymnasien mit deutsch-englischem Zweisprachenzug in NRW
Die Arbeitsgemeinschaft der Gymnasien mit deutsch-englischem Zug in NRW trifft sich zweimal jährlich zu zweitägigen Tagungen in Essen Werden. Neben der fachlichen Weiterbildung durch u.a. Impulsvorträge dient die Fortbildung der Entwicklung und dem Austausch von Unterrichtsmaterialien.
http://www.bilingual-ag-nrw.de/

Arbeitsgemeinschaft der Gymnasien mit zweisprachig deutsch-französischem Zug in Deutschland
Die Arbeitsgemeinschaft umfasst derzeitig 84 Schulen in Deutschland und ist durch gewählte Koordinatorinnen und Koordinatoren in den einzelnen Bundesländern vertreten. Ziel der Arbeitsgemeinschaft ist die Förderung des bilingualen Unterrichts, der europäischen Integration sowie die Erstellung und Prüfung von Unterrichtsmaterialien.
http://www.franz-biling.de/

CLIL Cascade Network (CCN)
Diese Internetseite ist eine Plattform zum Austausch zum Thema CLIL und dient dem Ausbau eines europaweiten Netzwerks. Das Projekt ist kostenlos zugänglich und wird von der Europäischen Kommission unterstützt.
http://www.ccn-clil.eu/index.php?name=Content&nodeIDX=3488

Deutsches Historisches Institut
Deutsche Geschichte in Dokumenten und Bildern (DGDB) ist eine umfassende Quellensammlung zu gesellschaftswissenschaftlichen Aspekten der deutschen Geschichte zwischen 1500 bis in die Gegenwart. Die Sammlung enthält neben Bildquellen zahlreiche Textquellen in der ursprünglichen deutschen Fassung sowie in einer englischen Übersetzung.
http://germanhistorydocs.ghi-dc.org/Index.cfm?language=english

Internetplattform Emilangues
Informationen aus dem bilingualen Unterricht in Frankreich, die gut auf andere Länder und Sprachen übertragbar sind, bietet die Internetplattform Emilangues: http://www.emilangues.education.fr/

The Past Online
Darstellende Überblickstexte zum bilingualen Geschichtsunterricht - ein Online-Lehrbuch zur Geschichte im bilingualen Zug Englich an Gymnasien.
http://rfb.bildung-rp.de/englisch/bili-projekt

Hippocampus.org
Das Monterey Institute for Technology and Education stellt auf seiner Webseite Materialien zu verschiedenen natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Fachbereichen zur Verfügung. Die Darstellung basiert auf Text-, Bild- und Tonmaterialien.
http://www.hippocampus.org/

learn:line NRW
Die Bildungssuchmaschine des Landes Nordrhein-Westfalen bietet Zugriff auf zahlreiche Lern- und Bildungsmedien.
http://www.learnline.schulministerium.nrw.de/app/suche_learnline/

Materialsammlung für den deutsch-französischen bilingualen Geografieunterricht
Das Deutsch-Französische Institut (DFI), bietet eine Materialsammlung für den deutsch-französischen bilingualen Geografieunterricht zum Thema "Industrielle Verdichtungsräume in Frankreich und Deutschland" an. Die Materialsammlung kann als CD und in Printform beim DFI (Asperger Str. 34, 71634 Ludwigsburg, Tel.: 07141-9303-34, Mail: info@dfi.de) bestellt werden.

Weitere Informationen zum Deutsch-Französischen Institut finden Sie auf http://www.dfi.de/.

Lehrerbrief Billet du bilingue
Informationen für den deutsch-französischen bilingualen Unterricht bietet der 6 mal im Jahr erscheinende Lehrerbrief Billet du bilingue des Centre International des Etudes Pédagogiques (CIEP) auf folgender Homepage: http://www.ciep.fr/bibil.

VFbil - Verein zur Förderung der deutsch-französischen Zusammenarbeit im Rahmen des Französischunterrichts und der bilingualen deutsch-französischen Bildungsgänge an weiterführenden Schulen des allgemein bildenden Schulwesens in der Bundesrepublik Deutschland
Der Verein fördert die Weiterentwicklung der deutsch-französischen Bildungsgänge im Sinne eines interkulturellen Austauschs zwischen Deutschland und Frankreich. In diesem Zusammenhang baut der Verein Dokumentations- und Informationszentren ("Centres de Documentation et d´ Information") auf.
http://www.vfbil.de/


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