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Inklusion

Gemeinsamer Unterricht (© Frank Böttner)

Gemeinsamer Unterricht (© Frank Böttner)

Seit über 30 Jahren kämpfen Eltern von Kindern mit Behinderungen in Nordrhein-Westfalen und in Deutschland für das Recht ihrer Kinder auf gleichwertige Teilhabe am Unterricht allgemeinbildender Schulen. Am 24. Februar 2009 hat die Bundesregierung endlich die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert. Wir dürfen nicht noch 30 weitere Jahre verstreichen lassen, bis wir sagen können: Wir akzeptieren in allen Lebensbereichen alle Menschen, so wie sie sind. Diese Herausforderung müssen wir jetzt meistern.

Inklusion ist die Vollendung der individuellen Förderung: Im Mittelpunkt steht der Gedanke, jedes einzelne Kind nach seinen individuellen Möglichkeiten bestmöglich zu fördern. Wir fangen dabei nicht bei null an, schließlich lernen in Nordrhein-Westfalen z.B. bereits jetzt an 1.000 von 3.000 Grundschulen Kinder mit und ohne Handicap in unterschiedlichster Weise gemeinsam, und auch in der Sekundarstufe I geht der Ausbau stetig voran.

Ein inklusives Bildungssystem unterscheidet sich von einem integrativen System. Die integrative Pädagogik strebt die Eingliederung der aussortierten Schülerinnen und Schüler an. Eine inklusive Pädagogik hingegen sortiert erst gar nicht aus. Und genau das ist unser Ziel. Wenn wir Inklusion umsetzen, verändern wir nicht nur den Alltag in den Klassenzimmern. Wir verändern die Gesellschaft – und machen sie humaner, machen sie normaler. Bundespräsident Gauck hat es am 26. Oktober 2012 auf den Punkt gebracht:

„Dass all diese Kinder, all diese Verschiedenen gemeinsam in einer Schule zu jungen Erwachsenen reifen, ist mehr als ein Bildungsansatz. Es ist ein neues Lebenskonzept […] Weil wir den Wert eines jeden Menschen anerkennen […] [J]eder [soll] seinen Platz im Klassenzimmer und in der Mitte unserer Gesellschaft finden.“

Eine weitere Dimension von Inklusion ist die soziale Frage: Wenn wir an die Armut in unserem Land denken, wenn wir daran denken, dass jedes dritte Kind einen Migrationshintergrund hat, dann ist es auch eine Frage der Inklusion, dass alle Kinder in unserem Land, unabhängig davon, wo sie wohnen, oder wie dick das Portemonnaie der Eltern ist, oder ob ihre Eltern oder Großeltern zugewandert sind, dass alle Kinder gleiche Chancen auf Bildungserfolg haben. Es darf nicht sein, dass im Jahr 2013 immer noch ein Drittel aller Kinder Bildungsverlierer sind!

Inklusion erreichen wir nur gemeinsam: besonnen, systematisch und mit klaren Zielen, mit Zuversicht und natürlich mit nachhaltigem Engagement und zusätzlichen Ressourcen.

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