Logo Ministerium für Schule und Weiterbildung

Klassenpflegschaftsvorsitzende sind Vermittler zwischen Eltern und Lehrern

Orientierungsbereich (Sprungmarken)

Navigation ein/aus

Klassenpflegschaftsvorsitzende sind Vermittler zwischen Eltern und Lehrern

Von Christina Lüdeke

 Eltern sollten den Kontak zu Lehrern nicht erst suchen, wenn es brennt (Foto: Birgit Reitz-Hofmann / Fotolia)

Elternabend in einer ersten Grundschulklasse. Vor wenigen Tagen haben die Mütter und Väter, die hier versammelt sind, ihre Sprösslinge zum ersten Schultag begleitet. Die Umstellung von Kindergarten auf Schule fällt nicht immer leicht, umso neugieriger sind die Eltern jetzt, was die Klassenlehrerin so zu erzählen hat. Doch die spricht zunächst gar nicht vom neuen Schulalltag der Kinder. Ganz oben auf der Tagesordnung zur 1. Sitzung der Klassenpflegschaft, wie der Elternabend offiziell heißt, steht nämlich die Wahl des Klassenpflegschaftsvorsitzenden. Ratlos blicken die Eltern sich an. Man kennt sich doch kaum, und jetzt soll man einen Vorsitzenden plus Stellvertreter wählen? Zögernd schlägt schließlich jemand eine Mutter vor, ein anderer eine zweite. Setzen sich beide nicht zur Wehr, atmen die anderen Eltern erleichtert auf. "Gut, dass ich das nicht machen muss", denken die meisten. Rasch wird abgestimmt, die beiden Mütter gewählt. Doch was ist nun eigentlich ihre Aufgabe?

Regelmäßige Gespräche mit dem Klassenlehrer

Das Schulgesetz sieht vor: Die Klassenpflegschaftsvorsitzenden müssen zu den weiteren Sitzungen der Klassenpflegschaft einladen und diese leiten. Außerdem sind sie Mitglieder der Schulpflegschaft, die wiederum Vertreter in die Schulkonferenz entsendet. In diesem wichtigsten schulinternen Gremium können also auch Eltern über wesentliche Maßnahmen innerhalb der Schule mit entscheiden. Doch -wie schult man sich, um nicht einfach alle Vorschläge bedenkenlos abzunicken, sondern sich ein eigenes Bild machen zu können? "Der Klassenpflegschaftsvorsitzende sollte sich über alle Schulbelange informieren und die Informationen bei Bedarf weitergeben", fasst Birgit Völxen, die Geschäftsführerin der Landeselternschaft Grundschulen, zusammen. Sie empfiehlt regelmäßige Gespräche mit der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer, und zwar mindestens alle zwei Monate. "Am besten, man vereinbart das gleich am Abend nach der Wahl", rät Völxen. Zusätzlich könne man das Schulprogramm einsehen, um sich über die grundsätzliche Ausrichtung und die Ziele der Schule informieren. "Außerdem kann man einen Elternstammtisch einrichten, bei dem man sich mit den anderen Eltern austauscht", rät Völxen. So könne man zum einen rasch Informationen weitergeben, zum anderen könnten dadurch Konfliktpunkte wie beispielsweise Mobbing eines Kindes frühzeitig abgewendet werden.

Sollte ein Konflikt zwischen Eltern und der Klassenlehrerin entstehen, könne der Klassenpflegschaftsvorsitzende oft vermitteln. "Bloß nicht gleich die Presse einschalten oder mit dem Schulrat drohen, damit erreicht man nichts", sagt sie. Wenn das Gespräch zwischen Eltern, Klassenpflegschaftsvorsitzendem und Lehrerin nicht zu einer Lösung führe, sollte zunächst die Schulleitung eingeschaltet werden.

Elternabende oder Stammtische anbieten

Auch Claudia Jacobi, Vorsitzende der Landeselternschaft Realschulen, betont die vermittelnde Rolle des Klassenpflegschaftsvorsitzenden. "Wenn Eltern voller Wut ankommen, weil sie ja nur die Sicht des eigenen Kindes kennen, muss man die Emotionen erst mal wieder runterholen", sagt sie. Sei man dagegen selbst von dem Problem mit einem Lehrer betroffen, sollte man den stellvertretenden Klassenpflegschaftsvorsitzenden einschalten. Sie beobachtet, dass sich viele Eltern an weiterführenden Schulen immer mehr aus dem Schulalltag ihrer Kinder zurückzögen und lediglich im Konfliktfall aktiv würden. "Aber man soll den Kontakt zu den Lehrern nicht erst dann suchen, wenn es brennt", rät sie. Vielmehr könnten nach und nach die wesentlichen Fachlehrer zu den Sitzungen der Klassenpflegschaft eingeladen werden, um sich vorzustellen: "Das ist auch für die Lehrer ein Vorteil, wenn sie die Eltern erst mal kennen lernen können, ohne dass ein Einzelkonflikt im Vordergrund steht." Außerdem ermutigt sie Elternvertreter, sich in beratende Positionen in den Fachkonferenzen wählen zu lassen. "Dort bekommt man Informationen aus erster Hand uns kann sie dann wieder an die Eltern weitergeben." Sie empfiehlt pro Schuljahr drei bis vier Elternabende oder Elternstammtische, am besten mit einem thematischen Schwerpunkt. "Das kann die Diskussion um den Samstagsunterricht sein oder das Problem, dass die Mädchen nach dem Schwimmunterricht im Winter mit nassen Haaren nach draußen gehen - je nachdem, was die Eltern gerade bewegt", sagt sie. Bei Bedarf könne man anschließend ein Gespräch mit dem Fachlehrer suchen. "Und dazu sind die meisten bereit."

 Elternabend oder Einzelgespräch: MIteinander reden ist wichtig (Foto: Steve Debenport / istockphoto)

Das Ministerium für Schule und Weiterbildung hat zum Thema Elternmitwirkung eine Broschüre herausgegeben. Sie ist hie als Download erhältlich:
Natürlich finden sich Einzelheiten zum Thema Mitwirkung auch im neuen Schulgesetz. Das lässt sich hier einsehen.

Die Landeselternschaft Realschulen hat einen Leitfaden zum Thema Elternmitwirkung erarbeitet. Viele der darin enthaltenen sehr lebenspraktischen Tipps sind auch auf andere Schulformen übertragbar.

Zum Seitenanfang

Themen im Bildungsportal

Bildungsthemen im Zuständigkeitsbereich anderer Landesministerien

© 2013 - 2016 Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen
Völklinger Straße 49, 40221 Düsseldorf