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Chancen im Lehrerberuf 2010 bis 2030

Die vom Ministerium für Schule und Weiterbildung erarbeitete Prognose zur Entwicklung der Beschäftigungsaussichten im Lehrerberuf soll heutigen Abiturientinnen und Abiturienten, Studierenden sowie allen anderen am Lehrerberuf Interessierten dabei behilflich sein, die Entscheidung für eine Lehramtsausbildung – neben den persönlichen Neigungen und Präferenzen – auch unter Abwägung der späteren Berufsaussichten treffen zu können.

Ziel der Studie ist es, junge Menschen bei ihrer Berufswahl so zu beraten, dass sowohl Schwierigkeiten bei der Personalrekrutierung für das Land auf der einen als auch schlechte Berufsaussichten für Lehrkräfte auf der anderen Seite so weit wie möglich vermieden werden. Darüber hinaus helfen die Angaben auch Akademikerinnen und Akademikern, die sich für den Seiteneinstieg in den Lehrerberuf interessieren, da sie einen Überblick über den fächer- und lehramtsspezifischen Lehrkräftebedarf geben.

In der Studie wurden alle zum Zeitpunkt der Studienerstellung beschlossenen bildungspolitischen Maßnahmen in die Berechnungen einbezogen, so dass die Aussagen den zu erwartenden Einstellungsbedarf für die einzelnen Lehrämter realistisch wiedergeben. Gleichwohl müssen die dort getroffenen Prognosen angesichts geänderter Rahmenbedingungen seit 2006 in manchen Punkten heute neu bewertet werden.

Bis zur Veröffentlichung einer beabsichtigten aktualisierten Prognose besitzen die dort angegebenen Trends grundsätzlich zwar noch Gültigkeit, es empfiehlt sich jedoch, die folgenden Modifikationen für die einzelnen Lehrämter zu beachten. Dabei können die Gegebenheiten in einzelnen Jahren durchaus von den längerfristigen Trends abweichen.

Für den Bereich der Grundschule sind zwar aktuell im kommenden Schuljahr kaum Einstellungen möglich, es bestehen jedoch insgesamt bis in die Mitte des nächsten Jahrzehnts gute Einstellungschancen, die auf hohe Pensionierungszahlen und das Vorziehen des Einschulungsalters zurückzuführen sind.

Für den Bereich der Haupt-, Real- und Gesamtschule (Sekundarstufe I) bestehen weiterhin sehr gute Einstellungschancen für angehende Lehrkräfte.

Für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen (Sekundarstufe II) sind die Aussichten für Bewerberinnen und Bewerber insgesamt günstiger als in der Studie dargestellt. Zwar reduziert sich der Gesamtbedarf an Gymnasiallehrkräften im Schuljahr 2013/14 deutlich aufgrund des Wegfalls der 13. Jahrgangsstufe infolge der Schulzeitverkürzung bis zum Abitur, weswegen sich die Einstellungschancen kurz- als auch mittel- und langfristig vor allem auf besonders gesuchte Fächer wie Mathematik, Physik, Informatik, Latein, Kunst und Musik konzentrieren. Gemessen am Unterrichtsvolumen sind aktuell zu wenige Lehrkräfte im Fach Spanisch vorhanden. Aus heutiger Sicht kann jedoch nicht verlässlich beurteilt werden, ob dies die grundsätzlich weniger guten Einstellungschancen im Zeitraum 2013 bis 2015 positiv beeinflusst.

Die Prognosen zum Einstellungsbedarf im Berufskolleg sind vor dem Hintergrund der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise naturgemäß mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Ursächlich ist hierfür, dass Schülerinnen und Schüler in der jetzigen Situation möglicherweise Änderungen bei der Planung ihrer Schullaufbahn vornehmen. Davon unabhängig gibt es stark nachgefragte Fächer mit sehr guten Einstellungschancen. Dazu gehören Mathematik, Elektrotechnik, Kfz-Technik, das Berufsfeld Erziehung und Soziales, Ernährung und Hauswirtschaft und das Berufsfeld Gesundheit. Aus derzeitiger Sicht sind die Beschäftigungsaussichten in diesen Fächern nach 2013, also auch für die jetzigen Studienanfängerinnen und -anfänger, insgesamt gut.

Auch im Bereich der sonderpädagogischen Förderung sind die Aussichten insgesamt günstiger als in der Studie dargestellt, was auf den stetig wachsenden Anteil von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf zurückzuführen ist. Ebenso konnte auch die Neueinrichtung von Kompetenzzentren zur sonderpädagogischen Förderung in der Studie noch nicht berücksichtigt werden, so dass auch vor diesem Hintergrund die dort gemachten Angaben mit Unsicherheiten behaftet sind.

 

 

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