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Morgens englisch pauken, mittags japanisch lernen

Von Bianca Treffer

Foto: Aller Anfang  ist schwer, da heißt es gut aufpassen. Aller Anfang ist schwer, da heißt es gut aufpassen.

"Wir haben Schriftzeichen, die sehr kompliziert sind. Ihr habt sie bestimmt schon einmal gesehen", meint Kinue Sugita und blickt der Reihe nach die acht Schülerinnen und Schüler an, die vor ihr sitzen. Von allen Seiten nicken die Köpfe. "Hat einer oder eine von euch schon mal japanisch gesprochen?", möchte die Dozentin der Volkshochschule Düsseldorf dann wissen. Siebenmal gibt es ein Nein zurück, einmal allerdings ein Ja. Anika hat schon öfters japanisch gesprochen. "Ich habe Freunde, die sprechen japanisch und einen japanischen Brieffreund", erklärt die 19-jährige Gesamtschülerin. Nichtsdestotrotz blickt sie genau so verwirrt auf das Blatt mit dem Alphabet, wie ihre sieben Banknachbarn. Sugita winkt ab. Die Schriftzeichen brauche niemand zu lernen, sie wolle sie ihnen nur einmal vorstellen. In erster Linie gehe es in diesem Kurs der VHS darum, sich auf Japanisch vorstellen und die wichtigsten Wörter sprechen zu können. Erleichterte Blicke. Dann geht es direkt weiter. Sugita stellt sich auf Japanisch vor und erläutert die einzelnen Begriffe. Schließlich darf Christian den ersten Versuch in der fremden Sprache starten. Noch einmal tief durchatmen und voller Konzentration geht der Schüler ans Werk.

Foto: Mit der Hilfe von Bildtafeln geht es ans Üben. Mit der Hilfe von Bildtafeln geht es ans Üben.

Japanisch steht in der zweiten Osterferienwoche für Anika, Gina, Magnus, Irene, Kristina, Felix, Max und Christian auf dem Stundeplan und das auf freiwilliger Basis. Die Schülerinnen und Schüler der verschiedenen Gymnasien, Real- und Gesamtschulen nutzen alle das Angebot der VHS Düsseldorf. Die bietet für insgesamt vier Tage einen Englisch- und Japanisch-Kurs für Schüler der neunten bis elften Klasse an. Unter dem Titel "Fit for the job" beschäftigt er sich mit Business-English, dem Verfassen eines Lebenslaufes auf Englisch und Vorstellungsgesprächen in dieser Sprache. Dazu kommt der Einblick in die japanische Sprache. Der Kurs wird zum ersten Mal von der VHS angeboten. "Wir hören immer wieder von Arbeitgeben, dass die Schüler gut englisch sprechen würden. Aber es fehle das, was tagtäglich im Büro gebraucht werde und wichtig für den Arbeitsplatz sei", erläutert Dr. Undine Roos, Fachbereichsleiterin Englisch und Japanisch bei der VHA, die Hintergründe zum Entstehen des Kurses. Um Schülern eine bessere Chance in Sachen Bewerbung und Vorstellungsgespräch zu geben und den Wortschatz aufzustocken entstand so die Idee für die Kurspremiere. Als Schmankerl gab die VHS eine exotische Sprache hinzu. "Wir haben in Düsseldorf die größte japanische Kolonie. Die Kombination bat sich an", betont Janice Probert, Leiterin des Kompetenzbereiches Sprachen bei der VHS. Mit den acht Schülerinnen und Schüler, die sich anmeldeten ist man bei der VHS sehr zufrieden. "Eine optimale Zahl. Man könnte fast sagen Wunschzahl, denn so können wir gut arbeiten", freut sich Dr. Roos. Während der Morgen und Mittag komplett der englischen Sprache gehören, erfolgt am Nachmittag der Schwenk ins Japanische.

Foto: Die nächste Bildtafel bringt das neue Wort. Die nächste Bildtafel bringt das neue Wort.

Im Kursraum selber ist Sugita mittlerweile bei Konbanwa und Konnichiwa angekommen. Ersteres heißt Guten Abend und letzteres Guten Tag. Mit Bildtafeln, die den Tag bzw. den Abend zeigen und von Sugita im Wechsel präsentiert werden, üben sich die acht Schülerinnen und Schüler in der Aussprache. Während Anika dank ihrer Vorkenntnisse keine Probleme hat, hakt es bei den anderen schon einmal ein bisschen. "Es ist schon ungewohnt", lacht Irene. Die 17-jährige Gymnasiastin wollte sich die Chance, ihr Englisch zu verbessern und einen ersten Eindruck der japanischen Sprache zu erhalten, nicht entgehen lassen. Dafür opfert sie gerne einen Teil ihrer Osterferien. Auch die 14-jährige Kristina ist sehr interessiert. "Es macht einfach nur Spaß", strahlt die Neuntklässlerin. Besonders gespannt sind sie alle auf die japanische Business-Etikette, die genau wie ein Besuch des Deutsch-Japanischen Wirtschaftskreises, auch noch auf dem Programm steht. Eins ist sicher, in den vier Tagen lernen die Schülerinnen und Schüler jede Menge, was sie für den Einstieg in ihr späteres Berufsleben gut gebrauchen können.

Die VHS plant den Kurs in den nächsten Osterferien wieder anzubieten. Wer nicht so lange warten möchte, der kann auf Englisch- und Japanisch-Kurse für Schüler zurückgreifen, die zum weiteren Programm der VHS gehören. Mehr Informationen gibt es im Internet unter www.duesseldorf.de/vhs.

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