Von Marion Sander
Mentorin Barbara Neckenig und Majgona Krasniqi
Das ideale Tandem
Barbara Neckenig ist so eine berufs- und lebenserfahrene Frau, und sie ist Majgonas Mentorin. Mit ihrer Hilfe hat die junge Frau ihren Job bekommen. Einige Monate lang haben die beiden sich dazu jeden Mittwoch getroffen. Zuerst ging es darum, für die Albanerin eine Aufenthaltserlaubnis zu bekommen; bis dato waren sie und ihre Familie in Deutschland nur geduldet. So war schnell klar, dass Majgona und die Juristin Barbara Neckenig ein ideales Tandem werden können. Dann haben die beiden ihr Ziel ins Auge gefasst, für Majgona eine Ausbildungsstelle als Arzthelferin zu finden. Die Bewerbung und den Lebenslauf haben sie zusammen geschrieben. Hingebracht hat die Mentorin die Unterlagen persönlich. "Man hat auch gemerkt, dass es für den Arbeitgeber wichtig war, dass wir als Neutrale sagen, das ist eine zuverlässige, arbeitswillige Jugendliche. Ich habe der Bewerbung ein Empfehlungsschreiben vom Verein beigelegt." Auch das Vorstellungsgespräch ist gut gelaufen: Majgona und Barbara Neckenig haben beratschlagt, was man bei so einem Anlass am besten anzieht und worauf es im Gespräch ankommt. Dann ist der Idealfall eingetreten: Die erste Bewerbung war direkt ein Treffer. Majgona hat den Ausbildungsplatz bekommen. "Ich war sehr froh, dass jemand auf meiner Seite steht und mich unterstützt. Meine Eltern können mir so nicht helfen, weil sie auch nicht so gut Deutsch können." Trotz der Unterstützung der Jugendlichen durch das Tandem-Verfahren wird Eigeninitiative erwartet. Ist die nicht vorhanden, kann auch passieren, dass sich ein "Tandem-Paar" trennt. Das ist bis jetzt zwei Mal passiert. "Da sind wir dann auch ziemlich entschlossen", sagt Barbara Neckenig. "Wenn einer nicht will: wir laufen keinem nach. Ein, zwei verpasste Termine, und dann war es das." Den Mentoren geht es darum, förderungswillige und förderungsfähige Schüler zu unterstützen. "Wir sind ja keine Sozialarbeiter, die Problemfälle betreuen können."
Unterstützung von Arbeitsagentur und AWO
Die Rektorin der Johannes-Rau-Hauptschule, Christine Heidbreder, ist sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf des Projekts: "Am Anfang war ich ein bisschen skeptisch. Ob das geht, unsere Schüler mit Pensionären, ob da nicht die Differenzen etwas zu groß sind.... Aber da habe ich mich total geirrt. Das läuft top." Im Team mit den Lehrern und der Sozialpädagogin der Schule werden die Schüler ausgewählt, die für eine Förderung in Frage kommen. Unterstützt wird das Projekt auch von der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg, die die Mentoren in Hinblick auf ihre Angebote schult und einen engen Kontakt zu den Berufsberatern sicherstellt. Das Internationale Zentrum der AWO berät den Verein in Sachen Jugendmigration und durch Kursangebote für die Schüler.
Ist die Bewerbung gut formuliert? Auch dabei hilft die Mentorin.
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