Mit den Deutschklausuren startete die zweite Auflage des Zentralabiturs in NRW.
Seit dem 7. April ist bei den Abiturienten in Nordrhein-Westfalen höchste
Konzentration angesagt. Das Zentralabitur 2008 läuft, die ersten Klausuren
wurden im Fach Deutsch geschrieben. Zum zweiten Mal werden die Abituraufgaben
zentral gestellt. Die bisherige Resonanz von Schülern, Lehrern und
Schulleitungen ist sehr positiv. Das erklärt Manfred Walhorn, zuständiger
Abteilungsleiter im NRW-Schulministerium, im Interview mit unserer
Online-Redaktion. Walhorn geht auch auf zwei kleine Druckfehler ein, die
aufgetaucht sind. Folgen für die Schüler hätten die Fehler nicht gehabt.
Interview mit Manfred Walhorn, Abteilungsleiter im NRW-Schulministerium, zum
Zentralabitur 2008
Die erste Woche Zentralabitur
ist gelaufen. Wie beurteilen Sie den Start?
Walhorn: Das Echo
aus den Schulen ist wirklich ausgesprochen positiv. Schulleitungen und
Lehrkräfte wie auch die Abiturientinnen und Abiturienten melden uns zurück, dass
sie die Prüfungsaufgaben bislang in allen Fächern als angemessen und fair
empfunden haben.
Gleichwohl hat es vergangene
Woche zwei Fehler gegeben. Haben die dazu geführt, dass Aufgaben nicht lösbar
waren?
Walhorn: In den
eigentlichen Prüfungsaufgaben hat es bislang keinen einzigen Fehler gegeben.
Leider hat sich im Fach Erziehungswissenschaften und im Fach Erdkunde in das
Arbeitsmaterial je ein Tipp- bzw. Druckfehler eingeschlichen. Beide Fehler waren
im Kontext übrigens auch leicht als Druckfehler erkennbar. Die Lösbarkeit der
Aufgaben hat darunter wirklich nicht gelitten. Dennoch sind alle Schulen über
die Fehler unterrichtet worden. Sollte es zu Verzögerungen der Arbeit gekommen
sein, konnten die Schulen die Arbeitszeit entsprechend verlängern.
Müssen die betroffenen
Schülerinnen und Schüler mit Nachteilen rechnen?
Walhorn: Nein. Ich kann nicht erkennen, dass die beiden Druckfehler
Auswirkungen auf die Schülerarbeiten haben. Sollte das wider Erwarten im
Einzelfall doch der Fall gewesen sein, wird das bei der Bewertung keiner
Schülerin und keinem Schüler angekreidet.
Auch in anderen Bundesländern
tauchen immer wieder Fehler in Aufgabenstellungen auf. Warum ist es offenbar so
schwer, fehlerfreie Aufgaben vorzulegen?
Walhorn: Natürlich
ist es unser Ziel, völlig fehlerfreie Aufgaben vorzulegen. Beim Abitur 2008 ist
uns das in der ersten Woche wie gesagt bei den eigentlichen Aufgaben auch
vollständig gelungen, bei den umfangreichen Materialien bis auf zwei, wie ich
wirklich finde, kleine und folgenlose Fehler nur fast. Für die zentrale
Abiturprüfung mit Nachschreibterminen müssen in Nordrhein-Westfalen für 54
Fächer 750 Aufgaben entwickelt werden. Mit dem Arbeitsmaterial in Form von
Texten, Abbildungen, Statistiken ergibt das mehrere tausend Seiten. Trotz aller
Vorsichtsmaßnahmen und Korrekturdurchgänge kann man nicht vollständig
ausschließen, dass ein kleiner Fehlerteufel durchrutscht.
Wie werden die Texte
kontrolliert?
Walhorn: Die
Aufgaben werden von erfahrenen Lehrkräften geprüft und auch probeweise gelöst.
Die Texte und Materialen werden in mehreren Durchgängen Korrektur gelesen.
Wie war's denn früher? Wie lief
denn die Aufgabenkontrolle im alten, dezentralen Abitur?
Walhorn: Da hat der
jeweilige Fachlehrer oder die Fachlehrerin die Prüfungsaufgaben jeweils nur für
einen Kurs gestellt. Die Aufgaben wurden durch die Fachaufsicht geprüft und
genehmigt. In diesem Verfahren wurde die überwiegende Zahl der Fehler
korrigiert. Alle Schulpraktiker wissen, dass es auch dabei immer mal wieder
Fehler gegeben hat, die dann in der Schule oder im Prüfungsraum korrigiert
wurden. Weil bei zentralen
Arbeiten eine Aufgabe für alle Prüflinge gilt, die im jeweiligen Fach dieses
Thema wählen, müssen wir an die Fehlervermeidung allerdings noch höhere Maßstäbe
anlegen als die Lehrkräfte vor Ort das ohnehin immer getan haben.
Fachinformationen über das Zentralabitur finden Sie hier.
Einen Bericht über den ersten Prüfungstag erhalten Sie hier.
Zum Seitenanfang
© 2006 - 2012 Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen
Zum Seitenanfang