Alle Eltern wissen: Der tägliche Schulweg will sorgfältig geplant und eingeübt sein. Einige Kinder kommen durch verkehrsberuhigte Bereiche auf einem angemessen breiten Gehweg bequem zur Schule. Andere Kinder sind möglichen Gefahren ausgesetzt. Sie müssen gefährliche Straßen überqueren. Trotzdem sollten Grundschulkinder den Schulweg möglichst nicht im Auto, sondern zu Fuß zurücklegen.
Der Schulweg zu Fuß wird sicherer und macht mehr Spaß, wenn Kinder ihn gemeinsam zurücklegen. Hier setzt das Projekt "Walking Bus" von Prof. Dr. Brettschneider, Universität Paderborn, das er seit etwa einem Jahr gemeinsam mit der AOK Westfalen-Lippe und der Polizei des Kreises Paderborn durchführt. Derzeit gehen ca. 500 Kinder an 15 Schulen im Rahmen des Walking Bus zu Fuß zur Schule anstatt sich von ihren Eltern im Auto bringen zu lassen. Die Kinder werden auf dem Schulweg von Erwachsenen begleitet. Sie laufen wie ein Linienbus nach Fahrplan fest vereinbarte "Haltestellen" an. So füllt sich nach und nach der "Walking Bus" und bringt die Jungen und Mädchen sicher zur Schule und nach dem Unterricht wieder nach Hause.
Die Aktion "Walking Bus" bringt Kinder in Bewegung, fördert ihre Selbständigkeit und Kommunikation und lenkt ihre Konzentration auf den Unterricht. Die Eltern werden entlastet: Sie müssen nicht mehr jeden Morgen und jeden Mittag selbst den Transport ihrer Kinder organisieren, sondern können sich mit anderen Eltern abwechseln und wissen ihr Kind doch jeden Tag von Erwachsenen sicher begleitet. Ein wünschenswerter Nebeneffekt: Es reduziert sich das morgendliche Verkehrsaufkommen vor den Schulen!
Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen unterstützt die Aktion "Walking Bus". Frau Ministerin Barbara Sommer und Herr Minister Oliver Wittke haben eine Handreichung für Schulen und Eltern erarbeiten lassen. Sie enthält konkrete Hinweise, wie Schulen einen "Walking Bus" einrichten können, etwa Best Practice-Beispiele, ein Musterschreiben zur Elterninformation und hilfreiche Materialien (Urkunden über erreichte Kilometer mit dem "Walking Bus" oder Karten, die Kinder an rücksichtslose Autolenker verteilen können). Die Handreichung steht auch zum Download bereit.
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