Während des Unterrichts hat die Ampel weitgehend Grün gezeigt, doch zum Ende
der Stunde wechselt sie über Gelb auf Rot. In der Klasse 1c der Grundschule
Hiddesen in Detmold ist es deutlich lauter geworden- und die Lärmampel reagierte
sofort. "Wenn die Kinder 40 Minuten gearbeitet haben und es in die Pause geht,
dann wird es eben lauter", sagt Schuldirektor Stefan Fromme, während die Schüler
ihre Stifte wegpacken und laut schwatzen. In der Grundschule Hiddesen steht seit
mehreren Wochen eine so genannte Lärmampel, die die Geräuschbelästigung misst
und beim Überschreiten einer Schwelle von 65 Dezibel auf Gelb und von 80 Dezibel
auf Rot schaltet. "Wir wollen die Kinder darauf aufmerksam machen, dass Lärm
störend und auch für die Lehrer eine Belastung sein kann", erklärt der Leiter
des Tinnituszentrums Detmold, Manfred Pilgram, der das Projekt aus der Taufe
gehoben hat. Zu viel Lärm belaste die Stimmen der Pädagogen und führe zu "Hyperakusis"
(Lärmempfindlichkeit). Die Folge sei in vielen Fällen die Frühpensionierung.
Neben Hiddesen wurden noch 13 weitere städtische Grundschulen mit Lärmampeln
versorgt. Sollten
sie für eine deutliche Verbesserung der Atmosphäre sorgen, könnte das Projekt
ausgeweitet werden, betont Pilgram.
In der Grundschule Hiddesen sind die ersten Erfahrungen positiv. "Die Kinder
achten schon darauf, ob die Ampel auf Rot schaltet", sagt Klassenlehrerin
Susanne Blome-Knöllner. Dadurch sei der Lärm in den Stunden deutlich
zurückgegangen. Und die Schüler folgten disziplinierter dem Unterricht. Dass die
Kinder in Zeiten von Internet, iPod und SMS-Kommunikation immer mehr
Schwierigkeiten haben, sich auf eine Sache zu konzentrieren, weiß die
Klassenlehrerin: "Die Kinder sind lauter und unaufmerksamer geworden. Die
Lebenssituation hat sich verändert". (ddp)
Mehr Infos zu der Lärmampel unter
laermampel-lippe.de. Weitere
Informationen zum Tinnituszentrum Detmold erhalten Sie
hier. Zur
Homepage der Grundschule Hiddesen kommen Sie
hier.
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