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Bundesweite Anerkennung für Theaterprojekt

Die Förderschule Mönchengladbach-Hardt hat mit ihrer Theatergruppe bundesweite Beachtung gefunden. Mit dem Stück "Move" trat die Schule beim diesjährigen Festival "Schultheater der Länder" im September in Bremen auf. Die Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung war seit dem 22-jährigen Bestehen des Festivals erstmals dabei. Nachfolgend finden Sie einen Artikel der Rheinischen Post zu dem Engagement der Schule.
 
 

Von Stefan Kaufmann

"Move" - Bewegung ist Kraft Bundesweite Anerkennung für die Förderschule Hardt. Mit der Eigenproduktion "Move" vertritt die Theater-AG das Land NRW bei den Theatertagen in Bremen. Einen Mitleidsbonus gab es bei der Wahl nicht.

Diese Mikado-Stäbe müssen wackeln. In der flüssigen Bewegung liegt die Kraft des Stücks "Move". In den Händen der Schauspieler wandern die Stäbe geschmeidig über die Bühne, musikalisch begleitet von Johann Sebastian Bach. Szenenwechsel. Jürgen Scheiff sitzt im Lehrerzimmer der Förderschule Hardt und erzählt. "Move" ist sein Stück. Er hat es mit 15Schülern einstudiert. Elemente des Tanzes verbinden sich mit denen des Bewegungstheaters und der Performance. Das Ergebnis ist so überzeugend, dass die Förderschule in der kommenden Woche das Land NRW beim "Schultheater der Länder" in Bremen vertritt. "Eines macht mich besonders stolz", sagt Scheiff. "Die Ausschreibung richtete sich an alle Schulen, die Theater-AGs haben- und wir haben den Zuschlag bekommen." Ohne Mitleidsbonus, ohne Sonderjury. "Es ist einfach eine Anerkennung für mustergültiges Schultheater." Für den Pädagogen ist die Bremen-Fahrt ein Höhepunkt und Belohnung für seine Arbeit. Seit 20 Jahren macht Jürgen Scheiff Theater mit geistig behinderten Schülern. 15 Produktionen, vier Preise auf Landesebene und nun die bundesweite Auszeichnung. Die Ausschreibung flatterte vor einem Jahr ins Haus. "Theater im Fluss" lautete das Thema. "Mit Move lagen wir genau richtig", sagt Scheiff. Die Förderschule bewarb sich. Sieben Produktionen aus NRW wurden ausgewählt und für Bremen vorgeschlagen. Dort entschied sich die Jury für die Gladbacher Produktion.

Die Förderschule in Hardt ist ein Vorreiter. Ein Impulsgeber für viele andere Einrichtungen. Als Jürgen Scheiff anfing, dachte kaum jemand ernsthaft daran, geistig Behinderte auf die Bühne zu stellen. "Viele wissen immer noch nicht, was diese Kinder alles leisten können", meint der Pädagoge. Das Theater bietet eine Chance, von den Defiziten abzulenken und die Stärken ins Rampenlicht zu stellen. Einmal die Woche versammelt Jürgen Scheiff seine Theaterspieler um sich. Seit zwei Jahren proben die 15- bis 20-Jährigen für "Move". Das Stück hat keine fortlaufende Handlung, die Szenen gehen in einander über. Musik spielt eine wichtige Rolle, Kostüme, Lichteffekte. Die Darsteller lassen ihren Körper sprechen. In Tuch gehüllt, Masken verdecken das Gesicht. Die Behinderung wird nicht zur Schau gestellt. "Unsere Zuschauer sind hingerissen von der Inszenierung und klatschen nicht aus Mitleid", sagt Scheiff. Die Fähigkeiten herausstellen als eine Form von Integration. Eine der Schülerinnen nimmt Gesangsunterricht, bei "Move" meistert sie einen Solo-Part. "Sie singt bezaubernd und trifft jeden Ton", sagt Scheiff. Dass das Mädchen eine Autistin ist, interessiert nur am Rande.

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