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Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz

Die Kultusministerkonferenz hat am 4.12.2003 Bildungsstandards für den Mittleren Schulabschluss in den Fächern Deutsch, Mathematik und erste Fremdsprache (Englisch und Französisch) beschlossen. Mittlerweile liegen auch Fassungen für die Fächer Physik, Chemie und Biologie vor. Darüber hinaus gibt es Bildungsstandards für den Primarbereich und den Hauptschulabschluss nach Klasse 9 (s. u.).

Die vorgelegten Bildungsstandards

  • greifen die Grundprinzipien des jeweiligen Unterrichtsfaches auf,
  • beschreiben die fachbezogenen Kompetenzen einschließlich der zugrunde liegenden Wissensbestände, die Schülerinnen und Schüler mit dem Mittleren Schulabschluss erreicht haben sollen. Sie zielen auf systematisches und vernetztes Lernen und folgen so dem Prinzip des kumulativen Kompetenzerwerbs;
  • beschreiben erwartete Leistungen im Rahmen von Anforderungsbereichen;
  • beziehen sich auf den Kernbereich des jeweiligen Faches und geben den Schulen Gestaltungsräume für ihre pädagogische Arbeit;
  • sind als abschlussbezogene (Mittlerer Schulabschluss) Regelstandards beschrieben, die ein mittleres, realistischerweise erreichbares Anforderungsniveau ausweisen;
  • werden durch Aufgabenbeispiele veranschaulicht.

Die Standards basieren auf fachlichen Kompetenzmodellen, die auch aus der Schulpraxis heraus entwickelt wurden. Sie greifen auf theoretische Grundlagen der PISA-Studie und auf den Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen zurück.

In der von der KMK beschlossenen Vereinbarung über Bildungsstandards für den Mittleren Schulabschluss (Jahrgangsstufe 10) heißt es:

  • Die Kultusministerkonferenz sieht es als zentrale Aufgabe an, die Qualität schulischer Bildung, die Vergleichbarkeit schulischer Abschlüsse sowie die Durchlässigkeit des Bildungssystems zu sichern. Bildungsstandards sind hierbei von besonderer Bedeutung. Sie sind Bestandteile eines umfassenden Systems der Qualitätssicherung, das auch Schulentwicklung, interne und externe Evaluation umfasst. Bildungsstandards beschreiben erwartete Lernergebnisse. Ihre Anwendung bietet Hinweise für notwendige Förderungs- und Unterstützungsmaßnahmen.
  • Bildungsstandards greifen allgemeine Bildungsziele auf und benennen Kompetenzen, die Schülerinnen und Schüler bis zu einer bestimmten Jahrgangsstufe an zentralen Inhalten erworben haben sollen. Sie konzentrieren sich auf Kernbereiche eines Faches.
  • Bildungsstandards formulieren fachliche und fachübergreifende Basisqualifikationen, die für die weitere schulische und berufliche Ausbildung von Bedeutung sind und die anschlussfähiges Lernen ermöglichen. Die Standards stehen im Einklang mit dem Auftrag der schulischen Bildung. Sie zielt auf die Persönlichkeitsentwicklung und Weltorientierung, die sich aus der Begegnung mit zentralen Gegenständen unserer Kultur ergeben.

Alle Länder verpflichten sich in dieser Vereinbarung, die Bildungsstandards

  • ab dem Schuljahr 2004/2005 als Grundlagen der fachspezifischen Anforderungen für den Mittleren Schulabschluss zu übernehmen,
  • ab sofort zu implementieren und anzuwenden (dies betrifft insbesondere die Lehrplanarbeit, die Schulentwicklung und die Lehreraus- und -fortbildung),
  • in landesweiten bzw. länderübergreifenden "Orientierungs- und Vergleichsarbeiten" oder in zentralen oder dezentralen Prüfungen festzustellen, in welchem Umfang die Standards erreicht werden. Diese Feststellung kann zum Abschluss der Jahrgangsstufe 10 erfolgen oder auch schon zu einem früheren Zeitpunkt getroffen werden, um Interventionen zu ermöglichen.

Texte der Vereinbarungen und der Bildungsstandards

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