In den naturwissenschaftlichen Fächern haben sich die deutschen Schülerinnen und Schüler verbessert
"Pisa- es tut sich was", lobt die Rheinische Post. "Das Resultat (der vorherigen Studien) war für die deutschen Schulpolitiker beschämend, aber es war auch ein Ansporn für Kurskorrekturen... Und siehe da. Es hat sich etwas getan."
"Pisa-Studie zeigt: Deutsche Schüler holen deutlich auf", titelt die Welt. "Pisa ist Pegelstand, mal höher mal niedriger", hält sich der Kommentator des Blattes mit einem Urteil zurück. "Wer nicht lesen kann oder schreiben, der ist deshalb kein schlechter Mensch, nur arm", schreibt die Welt.
Deutlich kritischer beurteilt die Neue Rhein Zeitung die Studie: "Das Schulwesen ist ein Klassensystem. In Deutschland werden die Kinder von Arbeitern und Migranten abgehängt", schreibt die Neue Rhein Zeitung.
"Glaubt man den Kultusministern, so scheint die Welt fast wieder in Ordnung zu sein", bemerkt die Westdeutsche Zeitung. Es gebe aber keinen Grund dafür, sich an den Ergebnissen zu berauschen. Deutschland sei zwar Weltspitze- aber nach wie vor nur bei der Benachteiligung von Migranten- und Arbeiterkindern. "Das ist- wie Bundespräsident Horst Köhler dieser Tage trefflich formulierte- nicht nur eine 'unentschuldbare Ungerechtigkeit', sondern auch eine Vergeudung von Humankapital", klagt die Westdeutsche Zeitung.
Die Westdeutsche Allgemeine zitiert den Essener Bildungsforscher Klaus Klemm zur Urteilsbildung: "Sechs Jahre (Seit dem ersten Pisa- Test 2000) sind eine viel zu kurze Zeit, um Folgewirkungen von Reformen festzustellen." "2002 seien in Deutschland erste Neuerungen eingeführt worden, 2006, also vier Jahre später, könne noch kein Effekt erkennbar sein", erklärt das Blatt..
Deutsche Schülerinnen und Schüler haben bei der neuesten PISA-Studie vor
allem in der Disziplin der Naturwissenschaften gepunktet- dem Schwerpunkt des
aktuellen PISA-Berichtes. Mit ihrem Wissen über Naturwissenschaften und
Umweltschutz landeten sie im weltweiten Vergleich auf Platz 13 und damit im oberen Leistungsdrittel der
57 Teilnehmerstaaten. Die deutschen 15-Jährigen verbesserten sich im
Vergleich zu 2003 um fünf Plätze- sie konnten sich damit um 14 Punkte auf 516
Punkte steigern. Der OECD-Durchschnitt beträgt 500 Punkte. Beim Leseverständnis
und in Mathematik haben sich die Ergebnisse nur geringfügig verändert: sie
liegen im Durchschnitt der OECD-Staaten. NRW-Schulministerin Barbara Sommer
begrüßte die durch die PISA-Studie aufgezeigten Fortschritte: "In den
Naturwissenschaften scheinen die deutschen weiterführenden Schulen Anschluss an
die europäische Spitzengruppe gefunden zu haben. Auch in den Bereichen Lesen und
Mathematik sind Zuwächse erkennbar. Hier müssen wir die Anstrengungen sicherlich
noch verstärken", erklärte Ministerin. Mit Blick auf die Grundschul-Lesestudie
IGLU zog sie ein positives Fazit: "Alles in allem ist ein erfreulicher Trend
erkennbar- es geht aufwärts." Auch der deutsche PISA-Koordinator Manfred Prenzel sieht die
Schulen in der Bundesrepublik auf einem guten Reformweg. Er verwies auf das gute
Abschneiden Deutschlands bei den Naturwissenschaften. Auch habe die
Bundesrepublik in dieser Disziplin mehr Spitzenschüler als der Schnitt der
anderen 30 Industriestaaten. Zudem sei in Deutschland die Zahl der schwachen
Schüler in den Naturwissenschaften deutlich geringer.
Die aktuelle PISA-Studie erhalten Sie
hier
Zitate von Ministerin Barbara Sommer zur PISA-Studie können Sie in der
Pressemitteilung nachlesen.
Zu einem Interview von Ministerin Sommer im Deutschlandfunk kommen Sie
hier
Zur Presseerklärung der Kultusministerkonferenz und von Bundesbildungsministerin
Annette Schavan klicken Sie bitte hier
Hintergrund-Informationen und Ergebnisse älterer Studien
erhalten Sie
hier
Presseberichterstattung:
Spiegel-Online
Rheinische Post-Online
© 2006 - 2012 Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen
Zum Seitenanfang