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Pressestimmen PISA-I 2006: Deutsche Schüler holen auf- soziale Ungleichheit besteht aber weiter

Foto: In den naturwissenschaftlichen Fächern haben sich die deutschen Schülerinnen und Schüler verbessert In den naturwissenschaftlichen Fächern haben sich die deutschen Schülerinnen und Schüler verbessert

"Pisa- es tut sich was", lobt die Rheinische Post. "Das Resultat (der vorherigen Studien) war für die deutschen Schulpolitiker beschämend, aber es war auch ein Ansporn für Kurskorrekturen... Und siehe da. Es hat sich etwas getan."

"Pisa-Studie zeigt: Deutsche Schüler holen deutlich auf", titelt die Welt. "Pisa ist Pegelstand, mal höher mal niedriger", hält sich der Kommentator des Blattes mit einem Urteil zurück. "Wer nicht lesen kann oder schreiben, der ist deshalb kein schlechter Mensch, nur arm", schreibt die Welt.

Deutlich kritischer beurteilt die Neue Rhein Zeitung die Studie: "Das Schulwesen ist ein Klassensystem. In Deutschland werden die Kinder von Arbeitern und Migranten abgehängt", schreibt die Neue Rhein Zeitung.

"Glaubt man den Kultusministern, so scheint die Welt fast wieder in Ordnung zu sein", bemerkt die Westdeutsche Zeitung. Es gebe aber keinen Grund dafür, sich an den Ergebnissen zu berauschen. Deutschland sei zwar Weltspitze- aber nach wie vor nur bei der Benachteiligung von Migranten- und Arbeiterkindern. "Das ist- wie Bundespräsident Horst Köhler dieser Tage trefflich formulierte- nicht nur eine 'unentschuldbare Ungerechtigkeit', sondern auch eine Vergeudung von Humankapital", klagt die Westdeutsche Zeitung.

Die Westdeutsche Allgemeine zitiert den Essener Bildungsforscher Klaus Klemm zur Urteilsbildung: "Sechs Jahre (Seit dem ersten Pisa- Test 2000) sind eine viel zu kurze Zeit, um Folgewirkungen von Reformen festzustellen." "2002 seien in Deutschland erste Neuerungen eingeführt worden, 2006, also vier Jahre später, könne noch kein Effekt erkennbar sein", erklärt das Blatt..

Deutsche Schülerinnen und Schüler haben bei der neuesten PISA-Studie vor allem in der Disziplin der Naturwissenschaften gepunktet- dem Schwerpunkt des aktuellen PISA-Berichtes. Mit ihrem Wissen über Naturwissenschaften und Umweltschutz landeten sie im weltweiten Vergleich auf Platz 13 und damit im oberen Leistungsdrittel der 57 Teilnehmerstaaten. Die deutschen 15-Jährigen verbesserten sich im Vergleich zu 2003 um fünf Plätze- sie konnten sich damit um 14 Punkte auf 516 Punkte steigern. Der OECD-Durchschnitt beträgt 500 Punkte. Beim Leseverständnis und in Mathematik haben sich die Ergebnisse nur geringfügig verändert: sie liegen im Durchschnitt der OECD-Staaten. NRW-Schulministerin Barbara Sommer begrüßte die durch die PISA-Studie aufgezeigten Fortschritte: "In den Naturwissenschaften scheinen die deutschen weiterführenden Schulen Anschluss an die europäische Spitzengruppe gefunden zu haben. Auch in den Bereichen Lesen und Mathematik sind Zuwächse erkennbar. Hier müssen wir die Anstrengungen sicherlich noch verstärken", erklärte Ministerin. Mit Blick auf die Grundschul-Lesestudie IGLU zog sie ein positives Fazit: "Alles in allem ist ein erfreulicher Trend erkennbar- es geht aufwärts." Auch der deutsche PISA-Koordinator Manfred Prenzel sieht die Schulen in der Bundesrepublik auf einem guten Reformweg. Er verwies auf das gute Abschneiden Deutschlands bei den Naturwissenschaften. Auch habe die Bundesrepublik in dieser Disziplin mehr Spitzenschüler als der Schnitt der anderen 30 Industriestaaten. Zudem sei in Deutschland die Zahl der schwachen Schüler in den Naturwissenschaften deutlich geringer.
  

Die aktuelle PISA-Studie erhalten Sie hier
Zitate von Ministerin Barbara Sommer zur PISA-Studie können Sie in der Pressemitteilung nachlesen.
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