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Wo steht Deutschland bei PISA 2003?

Zentrale Ergebnisse

PISA-Logo

Seit 7. Dezember 2004 liegen die Ergebnisse des internationalen Vergleichs von PISA 2003 vor. Nach PISA 2000 wurden zum zweiten Mal Wissen sowie Fähigkeiten und Fertigkeiten der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler in den deutschen Schulen im Vergleich zu den anderen Mitgliedsländern der OECD untersucht. PISA bezieht sich regelmäßig auf die Bereiche Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften und damit auf Kompetenzbereiche, die für das Weiterlernen und die Bewältigung der Anforderungen des Berufslebens bedeutsam sind. Bei PISA 2003 lag der Schwerpunkt bei Mathematik. Zum ersten Mal wurde auch ein internationaler Vergleich für den Bereich Problemlösen durchgeführt. Dabei geht es um Kompetenzen im Bereich der Lösung realer Probleme, in denen fachliche Kompetenzen aus verschiedenen Bereichen gebündelt und auf alltagsnahe Problemstellungen angewendet werden ("intelligente Anwendung von Wissen"). Der Vergleich der Ergebnisse von PISA 2000 und PISA 2003 erlaubt es zum ersten Mal, auch Veränderungen der Schülerleistungen zu betrachten.

[Seitenanfang]Kompetenzen im internationalen Durchschnitt

Die Leistungen der Schülerinnen und Schüler liegen 2003 in den drei Kompetenzbereichen Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften im internationalen Durchschnittsbereich. Bei PISA 2000 lagen die Leistungen der Schülerinnen und Schüler an deutschen Schulen in allen drei Untersuchungsbereichen noch unter dem OECD-Durchschnitt.

[Seitenanfang]Leistungssteigerung im Bereich Mathematik

In Mathematik erreichte Deutschland einen Mittelwert von 503 Punkten (OECD-Durchschnitt 500). Vergleichbar schnitten Staaten wie Norwegen und Österreich ab. Die Spitzenwerte erreichten die Schülerinnen und Schüler aus Finnland (544), Korea (542) und den Niederlanden (538). Im Vergleich zu PISA 2000 ist der Zuwachs der Mathematikleistungen in Deutschland deutlich und erreicht im Teilbereich "Veränderung und Beziehungen" (22 Punkte) statistische Signifikanz.

[Seitenanfang]Stabilisierung im Bereich Lesekompetenz

Der internationale Mittelwert hat sich im Bereich Lesen im Vergleich zu PISA 2000 von 500 Punkte auf 494 Punkte verringert. Deutschland erreicht 491 Punkte und liegt damit in einem breiten Mittelfeld von Staaten wie beispielsweise Norwegen, Schweiz, Frankreich oder den USA. An der Spitze der OECD-Staaten befinden sich Finnland (543), Korea (534) und Kanada (528). Bei PISA 2000 erreichte Deutschland 484 Punkte. Damit ist auch im Bereich Lesekompetenz eine - wenn auch geringe (7 Punkte) - Leistungssteigerung feststellbar.

[Seitenanfang]Leistungssteigerung im Bereich Naturwissenschaften

Bei den naturwissenschaftlichen Kompetenzen erreichten die Schülerinnen und Schüler in Deutschland einen Mittelwert von 502 Punkten und liegen damit knapp über dem OECD-Durchschnitt (500). Vergleichbar schnitten Länder wie Schweden, Ungarn und Island ab. Die besten Mittelwerte erreichten Finnland (548), Japan (548) und Korea (538). Der Zuwachs der Leistungen in Deutschland im Vergleich zu PISA 2000 beträgt 15 Punkte und ist damit statistisch signifikant.

[Seitenanfang]Überdurchschnittliche Ergebnisse im Bereich Problemlösen

Bei der erstmaligen Durchführung des Teiltests "Problemlösen" erreichte Deutschland mit einem Mittelwert von 513 Punkten ein signifikant über dem OECD-Durchschnitt (500 Punkte) liegendes Ergebnis. Lediglich sechs Staaten (u. a. Korea, Finnland, Japan) schneiden mit statistischer Bedeutsamkeit besser ab. Bemerkenswert ist, dass die Streuung der Leistungen im Bereich Problemlösen deutlich geringer ist als in den anderen getesteten Leistungsbereichen. Insgesamt zeigen die diesbezüglichen Ergebnisse, dass die Jugendlichen in Deutschland ein bemerkenswertes kognitives Potential erkennen lassen, das in Deutschland noch stärker - vor allem für den mathematischen und naturwissenschaftlichen Bereich - nutzbar gemacht werden kann.

[Seitenanfang]Weiterhin relativ breite Leistungsstreuung

Die Streuung der Leistungen in den Kompetenzbereichen Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften (nicht jedoch in der Problemlösekompetenz) ist im internationalen Vergleich relativ hoch. In Mathematik umfasst die sog. Risikogruppe (Jugendliche, die voraussichtlich Schwierigkeiten im Hinblick auf eine weitere schulische Laufbahn oder berufliche Ausbildung haben werden) 21,6 Prozent (OECD-Durchschnitt 21,4%). In Staaten wie Finnland, Korea, Kanada oder den Niederlanden ist dieser Anteil deutlich geringer. Die höchste Kompetenzstufe erreichen in Deutschland in Mathematik (4,1 Prozent) etwas mehr Jugendliche als im OECD-Durchschnitt (4,0 Prozent).

[Seitenanfang]Enger Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Schülerleistungen

Wie bereits bei PISA 2000 festgestellt wurde, ist in Deutschland der Zusammenhang zwischen soziokultureller Herkunft und den erreichten Kompetenzen im internationalen Vergleich sehr eng. Die Unterschiede in der mathematischen Kompetenz können in Deutschland sehr viel sicherer als in den meisten anderen OECD-Staaten (mit Ausnahme von Ungarn und Belgien) durch Unterschiede der sozialen Herkunft vorhergesagt werden.

[Seitenanfang]Keine substantiellen Verbesserungen bei den Leistungen der Jugendlichen aus Familien mit Migrationshintergrund

Auch bei den Leistungen der Schülerinnen und Schüler aus Familien mit Migrationshintergrund lassen sich im Vergleich zu PISA 2000 keine substantiellen Verbesserungen feststellen. Die Leistungsdifferenzen zwischen Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund sind in Deutschland sehr stark ausgeprägt. Auffällig ist der Befund für Deutschland, dass Jugendliche aus zugewanderten Familien (beide Elternteile sind im Ausland geboren) eine höhere mathematische Kompetenz erreichen als Jugendliche der ersten Migrantengeneration (Jugendliche sind in Deutschland geboren, ihre Eltern im Ausland).

[Seitenanfang]Kompetenzverbesserungen vor allem im Gymnasium

Bezogen auf die Schulformen zeigt sich, dass die Verbesserungen im deutschen Gesamtergebnis vor allem auf erhebliche Zuwächse am Gymnasium sowie in geringerem Umfang an Real- und Gesamtschulen zurückzuführen sind, während die Leistungen an den Hauptschulen eher stagnieren. Steigerungen sind dabei an Gymnasien und Gesamtschulen überwiegend auf die verbesserten Ergebnisse des unteren Teils des Leistungsspektrums zurückzuführen, während sich an den Real- und Hauptschulen diesbezüglich kein eindeutiger Trend feststellen lässt.

[Seitenanfang]Leistungsunterschiede zwischen Mädchen und Jungen

Mädchen schneiden in Deutschland im Bereich Lesen mit einem Vorsprung von 42 Punkten (OECD-Durchschnitt: 34 Punkte) signifikant besser ab als die Jungen. Die Jungen erreichen mit einem Vorsprung von 9 Punkten (OECD: 11 Punkte) hingegen signifikant bessere Ergebnisse im Bereich Mathematik. Geschlechtsspezifische Unterschiede in den Bereichen Naturwissenschaften (Jungen: +6 Punkte (D+OECD)) sowie Problemlösen (Mädchen: +6 Punkte (OECD: +2)) sind hingegen statistisch nicht bedeutsam.

[Seitenanfang]PISA - E: innerdeutscher Vergleich

Der innerdeutsche Vergleich der Ergebnisse der einzelnen Bundesländer ist am 14. Juli 2005 der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Für diese bundesweite Studie wurde die Anzahl der beteiligten Schulen erhöht. Während an der internationalen Studie (PISA-I) in Deutschland 4.660 Schülerinnen und Schüler von 216 Schulen - davon 46 in NRW - beteiligt waren, wurde die Stichprobe für den innerdeutschen Vergleich (PISA-E) um weitere ca. 1.300 Schulen mit insgesamt ca. 50.000 Schülerinnen und Schülern erweitert. In NRW nahmen 61 Schulen zusätzlich teil.

[Seitenanfang]Weitere Informationen

Angesichts des kurzen Zeitraums zwischen der Einleitung von Maßnahmen in Folge von PISA 2000 und den Erhebungen im Rahmen von PISA 2003 (ca. 1, 5 Jahre) können sich deren Wirkungen in den nun vorliegenden Ergebnissen noch nicht vollständig niederschlagen. Dennoch zeigt die Steigerung der Leistung in den Bereichen der mathematischen und naturwissenschaftlichen Kompetenz, dass diese Ansätze zu einer Verbesserung beigetragen haben. Die Ergebnisse von PISA 2003 ermutigen, die Bemühungen um eine Verbesserung der Professionalität und Qualität von Unterricht und Schule fortzusetzen, konzeptionell weiter zu entwickeln und auf andere Kompetenzbereiche zu übertragen. Die Befunde zeigen aber auch einen unveränderten Bedarf an Konzeptionen, Maßnahmen und zusätzlichen Anstrengungen, um die große Streuung der Leistungen zu reduzieren, alle Schülerinnen und Schüler individuell zu fördern und jungen Menschen unabhängig von Geschlecht und sozialer Herkunft gerechte Entwicklungsmöglichkeiten zu geben.

[Seitenanfang]Materialien

Das Schulministerium hat in einem umfassenden Folienvortrag die wichtigsten Tabellen, Ergebnisse und Erläuterungen zu PISA 2003 zusammengefasst. Die Datei kann als Powerpoint-Vortrag herunter geladen und in Folienform ausgedruckt werden. Der/die Vortragende sollte je nach inhaltlichen Intentionen und zeitlichen Möglichkeiten seine/ihre Auswahl der Folien vornehmen. Der Powerpoint-Vortrag ist eine Ergänzung der vorliegenden Texte und Zusammenfassungen zur PISA-Studie 2003 (s. u.).

Weitere Informationen erhalten Sie auf den folgenden Internetseiten:

Kurzbericht der OECD

Kurzfassungen der Ergebnisse für Deutschland

Stellungnahme der Kultusministerkonferenz

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