Zielsetzung
Der mathematisch-naturwissenschaftliche Unterricht ist - TIMSS und PISA sei Dank - stärker in das öffentliche Interesse gerückt. Dass er weiter entwickelt werden muss, ist Konsens. Ob und wie das gelingt, wird wesentliche Bedeutung haben für die Zukunftsfähigkeit von Wirtschaft und Gesellschaft. Die Stärkung von Mathematik und den Naturwissenschaften ist eine dringliche schulpolitische Aufgabe. Daher hat die Landesregierung eine Vielzahl von Initiativen ergriffen, um die schulische Arbeit in Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Informatik und Technik zu fördern.
"SINUS Transfer" ist eine davon: In Fortsetzung des Bund-Länder-Programms zur "Steigerung der Effizienz des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts" bietet das Land NRW in einem Modellversuch 170 weiterführenden Schulen die Möglichkeit, Unterrichtsentwicklung selbst in die Hand zu nehmen und sie dabei zu unterstützen.
Gemeinsam mit insgesamt 600 Schulen aus dem gesamten Bundesgebiet entwickeln unsere Projektschulen tragfähige Strukturen zur Entwicklung und Erprobung zeitgemäßer Unterrichtsformen. Sie sollen dabei allmählich eine Dynamik in Gang setzen, die über das Modellversuchsprogramm hinaus trägt, so dass zunehmend mehr Schulen vom Geist der Innovation erfasst werden.
Dabei sollen unsere Lehrerinnen und Lehrer ihr "Know-how", ihre hohe fachliche Qualifikation, Berufserfahrung und fachwissenschaftliche und methodische Kompetenz zur Weiterentwicklung von nachhaltigen Formen des Lehrens und Lernens einbringen. Bei diesem Ansatz wird nicht alles von Grund auf verändert werden. Unter dem Motto "Auf Stärken aufbauen" sollen Fachtraditionen und Handlungsroutinen in einem kontinuierlichen Prozess auf die neuen Anforderungen des 21. Jahrhunderts ausgerichtet werden.
InhalteDie Arbeit der Schulen, die sich an SINUS-Transfer beteiligen, orientiert sich an den für SINUS festgelegten Arbeitsfeldern, den so genannten "Modulen":
Die SINUS-Schulen in NRW bearbeiten schwerpunktmäßig die Module 1, 6, 9 und 10
im Rahmen von sechs Projekten. In einzelnen Arbeitsvorhaben ergeben sich aber
auch Bezüge zu anderen Modulen. Die Projekte konkretisieren die Arbeit in den
Themenfeldern. Die Projekte 1 bis 5 sind mathematische Projekte.
Das Projekt NW ist ein fächerübergreifendes Projekt der naturwissenschaftlichen
Unterrichtsfächer.
MATHEMATIK
Modul 1: Weiterentwicklung der Aufgabenkultur im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht
Modul 9: Verantwortung für das eigene Lernen stärken
Modul 10: Erfassen und Rückmelden von Kompetenzzuwachs
NATURWISSENSCHAFTEN
Modul 6: Fächergrenzen erfahrbar machen - fachübergreifendes und fächerverbindendes Arbeiten
Im Mittelpunkt des Programms steht die Arbeit in den Schulen. Die teilnehmenden Schulen wählen aus den für das Land NRW ausgewählten Modulen eines oder mehrere der sechs Projekte zur Bearbeitung aus.
Organisation und DurchführungDie170 SINUS-Schulen organisieren sich in 17 Sets, die an jeweils einem Modul arbeiten und von Set-Koordinatorinnen und -Koordinatoren betreut werden. Damit sind die Kontingente, die der Bund dem Land zugestanden hat, vollständig ausgeschöpft. Weitere 144 Schulen, die sich ebenfalls beworben haben, werden schon jetzt als kooptierte Schulen an den Aktivitäten beteiligt und rücken im Sommer 2005 mit der ersten Erweiterungswelle in den Kreis der SINUS-Schulen vor.
Unter den SINUS-Schulen sind solche, die am Erprobungsversuch für das integrierte Fach Naturwissenschaften teilnehmen oder am BLK-Modellversuch "SINUS I" teilgenommen haben, MINT-EC-Schulen, Projektschulen des Modellvorhabens "Selbstständige Schule", Agenda 21-Schulen, SELGO- und SelMA-Schulen sowie Schulen, die sich an der Initiative des Landes zur "Förderung der mathematisch-naturwissenschaftlichen Bildung" und am BMBF-Projekt "Chemie im Kontext" beteiligen. Sie erhalten die Möglichkeit, ihre Erfahrungen einzubringen und zu vertiefen.
Projektschulen erhalten die Möglichkeit, sich mit anderen Schulen des Landes Nordrhein-Westfalen und anderer Bundesländer sowie mit wissenschaftlichen Institutionen auszutauschen. Eine enge Kooperation mit fachdidaktischen und fachwissenschaftlichen Einrichtungen, mit der Lehrerfortbildung, dem Landesinstitut in Soest und der Schulaufsicht ist fester Bestandteil des Vorhabens.
Durch gemeinsame Anstrengungen des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen werden zur Durchführung des Modellversuchs beträchtliche Ressourcen zur Verfügung gestellt. Neben personeller Entlastung für Koordinationsaufgaben in den Schulsets können unter anderem die finanzielle Unterstützung für schulische Vorhaben im Rahmen des Projektes, die Teilnahme an überregionalen Fachtagungen und Kongressen und spezielle Fortbildungsangebote in Aussicht gestellt werden.
"SINUS-Transfer" ist mit Beginn des Schuljahres 2003/2004 gestartet und endet am 31. 7. 2007. Nähere Informationen zu den Modulen und zum Stand der Arbeiten in den Projekten finden Sie auf dem Bildungsserver learn-line. Dieses Internet-Angebot steht als zentrale Anlaufstelle allen an den SINUS-Themen Interessierten offen.
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