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Lernen in Schule und Betrieb - Qualifizierungsbausteine in der Berufsvorbereitung

Berufsbildende Schulen in Nordrhein - Westfalen gehen gemeinsam mit Betrieben neue Wege in der Förderung von leistungsschwächeren Jugendlichen. Mit Beginn des Schuljahres 2003/2004 ist in mehreren Schulstandorten ein Projektvorhaben des Landes Nordrhein - Westfalen im Rahmen des BMBF - Programms "Kompetenzen fördern - Berufliche Qualifizierung für Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf " (BQF - Programm) angelaufen. Es wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und durch den Europäischen Sozialfonds gefördert.

Zielgruppe des Vorhabens sind berufsschulpflichtige Jugendliche, deren Entwicklungsstand eine erfolgreiche Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf noch nicht erwarten lässt und die sich nicht in Maßnahmen der Arbeitsverwaltung befinden. Im Kern geht es um die Entwicklung und modellhafte Erprobung von Konzepten zur Verzahnung des Unterrichts im Berufskolleg mit Praktika in Betrieben.

Zielsetzung und bildungspolitischer Kontext

Das Berufskolleg in Nordrhein-Westfalen bietet in verschiedenen Bildungsgängen (Vorklasse zum Berufsgrundschuljahr, Klassen für Schülerinnen und Schüler ohne Berufsausbildungsverhältnis) die Möglichkeit der Förderung leistungsschwächerer Jugendlicher. Seit 1997 haben pro Jahr ca. 600 Jugendliche in einem Schulversuch, dem "Kombi-Projekt", die Möglichkeit erhalten, ihre Eingliederungschancen in eine Ausbildung durch eine Dualisierung der Berufsvorbereitung zu verbessern. Das "Kombi-Projekt" verbindet zwei Tage Unterricht im Berufskolleg mit drei Tagen Betriebspraktikum. Die Schülerinnen und Schüler werden auch während der betrieblichen Praxis von den Lehrerinnen und Lehrern begleitet. Auf Grund der Erfolge dieses Konzeptes im Hinblick auf die Integration der Jugendlichen in Ausbildung und Beschäftigung ist der Schulversuch zum Schuljahr 2003/2004 in Form eines regulären Bildungsganges eingeführt worden. (vgl. APO-BK, Seite 9 (Anlage A 7))

Zur Weiterentwicklung der schulischen Berufsvorbereitung in diesem neuen Bildungsgang für Schülerinnen und Schüler ohne Berufsausbildungsverhältnis hat sich das Ministerium für Schule, Jugend und Kinder des Landes Nordrhein - Westfalen am BQF - Programm beteiligt. Ziel ist eine stärkere curriculare und didaktisch - organisatorische Verzahnung des Unterrichts im Berufskolleg mit den Praktika in den Betrieben, insbesondere durch das Angebot zertifizierungsfähiger Qualifizierungsbausteine. Das Projektvorhaben knüpft damit an die Empfehlung des Bündnisses für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit vom 06. Oktober 1999 sowie an die Novellierung des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) vom 01. Januar 2003 in Umsetzung des Hartz - Konzeptes an.

Mit der Novellierung des BBiG wurde die Berufsausbildungsvorbereitung in den Geltungsbereich des Gesetzes integriert und auch als eine Aufgabe der Betriebe definiert. Kern der Berufsausbildungsvorbereitung bildet nach dem Gesetz ein Angebot von Qualifizierungsbausteinen als inhaltlich und zeitlich abgegrenzte Lerneinheiten, die aus den Inhalten anerkannter und durch Ausbildungsordnungen geregelter Ausbildungsberufe entwickelt werden.

Projektschwerpunkte

Im Mittelpunkt des Vorhabens stehen die folgenden Arbeitsbereiche, für die transferfähige Konzepte und Materialien entwickelt und erprobt werden:

Entwicklung/Erprobung von Qualifizierungsbausteinen

Die Entwicklung der Qualifizierungsbausteine im Projekt orientiert sich an den Standards des BBiG und der Berufsausbildungsvorbereitungs-Bescheinigungsverordnung vom 22. Juli 2003. Die Bausteine werden vor Ort von den Berufskollegs in Zusammenarbeit mit den Betrieben unter Berücksichtigung regionaler Aspekte erarbeitet. Sie werden für einen Einzelberuf oder ein Berufsfeld entwickelt. Dabei ist zu untersuchen, wie die Qualifizierungsbausteine in bezug auf Zeitumfang und Sequenz zu gestalten sind. Ziel ist vorrangig die Bescheinigung der Qualifizierungsbausteine durch die Kammern.

Entwicklung/Erprobung didaktisch-organisatorischer Umsetzungen (Modelle der Lernortkooperation)

Im Mittelpunkt stehen folgende Leitfragen: Wie können Praktikumsbetriebe als Kooperationspartner gewonnen werden? Welche Organisationsmodelle für die Praktikumsbegleitung der Schülerinnen und Schüler durch die Lehrkräfte bieten sich an? Wie kann die Kooperation zwischen Berufskolleg und Betrieb bei der Vermittlung von Qualifizierungsbausteinen gestaltet werden? Wie können Berufskollegs und Praktikumsbetriebe bei der Leistungsfeststellung und -bewertung der Jugendlichen zusammenarbeiten?

Zur Durchführung des Projektvorhabens wurden zu Beginn des Schuljahres 2003/2004 in den beteiligten Berufskollegs entsprechende Klassen eingerichtet. Die Schülerinnen und Schüler sind in der Regel zwei Tage im Berufskolleg und drei Tage in einem Praktikumsbetrieb. Sie werden von den Lehrkräften durch kontinuierliche Praktikumsbesuche unterstützt und gefördert.

Das Projektvorhaben wird von der Universität zu Köln, Professur für Berufs- und Wirtschaftspädagogik, Prof. Dr. Detlef Buschfeld, wissenschaftlich begleitet.

Weitere Informationen

Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein - Westfalen

Heike Schwarzbauer

Tel.: 0211/5867 - 3262

E-Mail: heike.schwarzbauer@msw.nrw.de

 

Projektbüro

EU-Geschäftsstelle bei der Bezirksregierung Köln

Dr. Folene Nannen-Gethmann, E-Mail: folene.nannen@bezregkoeln.de

Tanja Gröhn, E-Mail: tanja.groehn@bezregkoeln.de

Tel.: 0221/147 - 2361

 

Projektschulen

Börde-Berufskolleg, Soest

Fritz-Henßler-Berufskolleg, Dortmund

Alice-Salomon-Berufskolleg, Bochum

Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung, Herne

Berufskolleg für Technik, Moers

Joseph-DuMont-Berufskolleg, Köln

Berufskolleg 10, Köln

Hans-Böckler-Berufskolleg, Köln

Berufskolleg-Ehrenfeld, Köln

Berufskolleg der Stadt Rheine, Rheine

Berufskolleg Kemnastraße, Recklingshausen

Anne-Frank-Schule,Münster

Berufskolleg Halle/Westfalen

Dietrich-Bonhoeffer-Berufskolleg, Detmold

 

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