Seit die Olympiade im Mai 2000 in Münster veranstaltet wurde, hat sie auch neue Anstöße für den Philosophie-Unterricht in ganz Nordrhein-Westfalen und inzwischen auch in die anderen Bundesländer gegeben.
In Münster wurden die in Budapest begonnenen Verhandlungen zwischen dem IPO-Organisationskomitee und den Vertretern der Fédération Internationale des Sociétés de Philosophie (FISP), Prof. Kucuradi und
Prof. Evans, fortgeführt. Es wurde ein konkreter Entwurf neuer Regeln ausgearbeitet, nach denen die IPO unter dem Schirm der FISP durchgeführt wurde. Eigentlich aus einer Bürgerbewegung interessierter Philosophie-Dozenten entstanden,
hat sich die IPO als weltweit organisierte Großveranstaltung etabliert. Seit dem Herbst des Jahres 2006 hat sich die IPO in Absprache mit der FISP neue Regeln gegeben, die diesem Wandel Rechnung trägt.
Wer nimmt an der IPO teil?
Jede Delegation besteht aus zwei Teilnehmern und einem, manchmal zwei Betreuern (die zugleich als Jurymitglieder die Arbeiten lesen und bewerten müssen). Das gastgebende Land kann bis zu zehn Schülerinnen und Schüler in den Wettbewerb entsenden.
Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung trägt jeweils das gastgebende Land. Reisekosten hat jede Delegation selbst zu tragen
(meist durch das Bildungsministerium des eigenen Landes oder durch Sponsoren unterstützt).
Wie werden die Schüler ausgewählt?
Die Teilnehmer (meist aus der Jahrgangsstufe 12) sind durch nationale Wettbewerbe ausgewählt worden und haben dadurch bereits teilweise erhebliche Anerkennung erfahren (z. B. freie Studienplätze); das gilt z. B. für die Länder Bulgarien, Polen, Türkei, Ungarn, Rumänien. In Deutschland beruhte die Teilnahme bis 1999 auf Privatinitiativen von Philosophielehrern. Für die Olympiade 2000 wurde von der Bezirksregierung Münster erstmals ein Essay-Wettbewerb unter Philosophie-Schülerinnen
und -Schüler der Sekundarstufe II aus ganz Nordrhein-Westfalen durchgeführt (mit 420 Teilnehmern), um die zehn deutschen Repräsentanten zu ermitteln. Seitdem hat sich die Teilnehmerzahl mehr als verdoppelt. Seit November 2006 ist der Wettbewerb durch die Zusammenarbeit mit dem Fachverband Philosophie und ihrem Bundesvorsitzenden Dr. Bernd Rolf für Philosophie-Schüler aller Bundesländer offen.
Welche Ziele verfolgt die Olympiade?
Die Philosophie-Olympiade lässt die Teilnehmer erfahren, wie sehr die europäischen Völker, über die Grenzen der Europäischen Union hinaus, durch die gemeinsame Kultur verbunden sind. Deshalb ist der Ausbau der Philosophie-Olympiade nicht nur dem Fach selbst dienlich, sondern er kann ein wenig dazu beitragen, dass die Länder nicht wieder in die gefährlichen Bahnen nationalistischer Engstirnigkeit zurückfallen.
Wer stellt welche Aufgaben?
Die teilnehmenden Länder sind gehalten, alljährlich im Februar dem Generalsekretär der FISP Aufgabenvorschläge zu unterbreiten. Die FISP legt die vier Themen fest, die den Schülerinnen und Schülern zur Auswahl vorgelegt werden.
Die Teilnehmer schreiben zu einem dieser Themen (Zitate oder Problemfragen) einen Essay, und zwar in einer Fremdsprache (Englisch, Deutsch oder Französisch). Die Arbeitszeit beträgt vier Zeitstunden. (Wörterbücher sind erlaubt; gegenüber sprachlichen Fehlern ist die Jury großzügig.)
Wie erfolgt die Bewertung?
Unmittelbar nach dem Ende der Schülerarbeiten nimmt die Jury ihre Tätigkeit auf. Die anonym (mit einer Nummer) abgegebenen Arbeiten werden alle mehrfach gelesen und bewertet. Die Bewertungskriterien sind: Relevanz für das Essaythema, philosophisches Verständnis des Themas, argumentative Überzeugungskraft, Kohärenz und Originalität.
Die besten Arbeiten werden prämiert und (soweit es der jeweilige Etat erlaubt) in einer Broschüre und im Internet veröffentlicht.
(Stand: Juni 2007)
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