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"Tagwerkerin" im Schulministerium
Von Oliver Mohr
Vera Krivokapic arbeitete im Schulministerium als "Tagwerkerin"für Hilfsprojekte in Afrika
Vera Krivokapic ist aufgeregt. In wenigen Minuten ist es soweit: Dann wird die
15-Jährige Schulministerin Barbara Sommer kennenlernen. Höchstpersönlich. Vera
zupft noch mal ihre Kleidung zurecht- da biegt auch schon die Ministerin um die
Ecke. "Hallo Vera, schön dass Du heute bei uns bist", begrüßt Barbara Sommer das
Mädchen von der Realschule Flora in Düsseldorf-Bilk freundlich und ergänzt: "Ich
finde es toll, dass Du für die Aktion Tagwerk heute bei uns im Ministerium
mitarbeitest." Vera atmet erleichtert auf. "Bis jetzt habe ich immer gedacht,
dass Minister vielleicht arrogant sind. Aber Frau Sommer ist ja richtig nett",
berichtet die 15-Jährige kurz nach der Begegnung ihren "Kollegen" in der
Pressestelle. Hier arbeitet die Schülerin am Dienstag (19.06.2007) für einen
guten Zweck. Denn ihr Verdienst kommt Bildungsprojekten für Kinder und
Jugendliche in Afrika zu Gute- unter anderem in der nordrhein-westfälischen
Partnerprovinz Mpumalanga in Südafrika. Insgesamt beteiligen sich 70.000 Schüler
aus Nordrhein-Westfalen an der bundesweiten Kampagne "Aktion Tagwerk- Dein Tag
für Afrika". Anstatt zur Schule gehen die Jugendlichen einen Tag arbeiten- fünf
von ihnen bei der Landesregierung. Familienminister Armin Laschet und
Schulministerin Barbara Sommer haben die Schirmherrschaft für die Kampagne in
NRW übernommen. "Als meine Deutsch-Lehrerin von der Aktion erzählt hat, habe ich
mich sofort gemeldet. Ich finde es wichtig, irgendetwas zu tun, damit es den
Menschen in Afrika besser geht", erzählt Vera Krivokapic. "Die Lehrerin hat von
der Möglichkeit berichtet, im Schulministerium zu arbeiten. Und das wollte ich
mal ausprobieren."
Jetzt sitzt die Neuntklässlerin am Konferenztisch in der Pressestelle. Vor ihr
liegen 25 Seiten Papier- die Presseschau des heutigen Tages. Der Job von Vera
ist es, die Blätter in die richtige Reihenfolge zu bringen, zu kopieren und
anschließend an die Pressesprecher und Referenten zu verteilen. Doch das ist
nicht ihre einzige Aufgabe. Vera muss auch ein Interview geben. Ein Reporter von
Antenne Düsseldorf hat sich angekündigt und will über die "Aktion Tagwerk"
berichten. Um sich darauf vorzubereiten, recherchiert Vera noch mal schnell im
Internet über die Hintergründe und Ziele der Kampagne. Kurz darauf ist der
Radiojournalist da und die 15-Jährige antwortet kompetent und locker auf die
Fragen. "Das hat schon tierisch Spaß gemacht", freut sich Vera nach ihrem
gelungenen Auftritt.
Dass es so gut geklappt hat liegt vielleicht auch daran,
dass es nicht ihr erstes Interview war. "Einmal bin ich schon vom WDR interviewt
worden. Das war bei uns in der Schule und es ging um das Thema Handys im
Unterricht." Als sie dies erzählt, stürmt eine Kollegin herbei und bittet Vera,
wichtige Papiere zu einer Fachabteilung zu bringen. Und danach soll sie bitte
den Presseverteiler gemeinsam mit einem Referenten auf den aktuellsten Stand
bringen. Ganz normaler Alltag in der Pressestelle. Einen Tag lang in
interessante Jobs reinschnuppern- viele "Tagwerker" nutzen die Chance, um
konkretere Vorstellungen von ihren "Traumberufen" zu bekommen. Journalistin will
Vera im Moment zwar nicht werden, dafür aber Lehrerin. "Ich möchte gerne später
aufs Gymnasium wechseln, danach Französisch, Englisch und Geschichte studieren
und dann unterrichten", sagt die 15-Jährige. Doch bis dahin ist es noch ein
weiter Weg. Morgen sitzt Vera erst mal wieder im Unterricht in der Düsseldorfer
Realschule Flora. "Dann werde ich erzählen, dass es in einem Ministerium alles
anderes als langweilig zugeht. Und die Mitarbeiter gar nicht so humorlos sind,
wie ich zuerst gedacht habe."
Zur Pressemitteilung mit weiteren Informationen zur "Aktion Tagwerk" kommen Sie
hier.
Zur Homepage der Kampagne klicken Sie bitte
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