Foto: Alle Sieger des "Mädchen-Technik-Preises". (Foto: Stiftung Partner für Schule)
Riesenjubel in Mülheim: sechs nordrhein-westfälische Schulen sind mit dem „Mädchen-Technik-Preis“ ausgezeichnet worden. Sylvia Löhrmann, Schulministerin und stellvertretende NRW-Ministerpräsidentin, kürte gemeinsam mit Emanzipationsministerin Barbara Steffens die glücklichen Gewinner, die bei dem mit insgesamt 5.000 Euro dotierten Wettbewerb die Nase vorn hatten. Ihre Leistung: Im Rahmen des Innovationsprojekts „Mädchen wählen Technik“ begeisterten die Lehrerinnen und Lehrer ihre Schülerinnen mit wegweisenden Projekten für Naturwissenschaften und Technik sowie für Berufe, die als frauenuntypisch gelten. 27 Projekte aus dem vergangenen Projektjahr waren nominiert. Schulministerin Löhrmann: „Die Schülerinnen haben mit großer Begeisterung hervorragende Ergebnisse erzielt, die keine männliche Konkurrenz scheuen müssen. Die Projektergebnisse zeigen eindrucksvoll, wie wichtig es ist, dass sich Mädchen möglichst frühzeitig mit bisher von Jungen dominierten Themen beschäftigen. Das Projekt „Mädchen wählen Technik“ ist ein Baustein, um hier in NRW ein geschlechtergerechtes und leistungsförderndes Schulsystem zu schaffen, das alle Talente nutzt, Verschiedenheit schätzt und kein Kind zurücklässt.“
Beispielhafte Förderprojekte setzten Potenziale frei
Mädchen für Naturwissenschaften und Technik begeistern – das ist das Ziel des landesweiten Projekts „Mädchen wählen Technik“. Schulen werden in der dreijährigen Laufzeit darin unter-stützt, neue Ideen für die Förderung ihrer Schülerinnen in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) zu entwickeln und umzusetzen. Neben einer finanziel-len Förderung erhalten die Lehrkräfte der Teilnehmerschulen praxisorientierte Qualifizierungs-Angebote zu verschiedenen Themen. NRW-Emanzipationsministerin Barbara Steffens, deren Ministerium gemeinsam mit dem Schulministerium das Projekt fördert, betonte in Mülheim: „Wenn junge Frauen ermutigt werden, sich mit technischen und naturwissenschaftlichen Sachverhalten zu beschäftigen, setzen sie ungeheure Potenziale frei. Das Projekt zeigt ganz deutlich, dass wir auf diese Fähigkeiten nicht verzichten können, wenn wir wichtige Zukunftsfragen beantworten möchten. Damit noch mehr Schülerinnen frauenuntypische Berufe ergreifen wollen, hoffe ich, dass die hier prämierten Förderprojekte auch über die Landesgrenzen hinweg Schule machen.“ Folgende Schulen wurden in Mülheim an der Ruhr prämiert: Die Barbara Schule aus Duisburg begeisterte die Fachjury mit ihrem Projekt aus dem Bereich Bionik. Dabei lernten Schülerinnen die Funktionsweise von Lotusblüten, Kletten und Fischflossen kennen. Ebenso überzeugend fanden die Experten das Konzept der Grundschule Fröndenberg, durch das Schülerinnen zu Brückenbauerinnen wurden. Weiter wurde die Bornheimer Verbundschule ausgezeichnet. An der Schule haben Schülerinnen aus dem Werkstoff Plexiglas Produkte hergestellt. In der Preisträger-Realschule Hoffmannallee in Kleve haben die Schülerinnen Schmuck auf der Grundlage geometrischer Formen nach dem Vorbild des Künstlers Ewald Mataré gebaut. Um Kunst dreht sich auch das preisgekrönte Projekt des Gymnasiums Steinhagen. Bei dem Projekt wurden kinetische Objekte nach Vorbild der Gebilde des Künstlers Jean Tinguely angefertigt. Zudem zeichneten die Besucherinnen und Besucher ein Projekt per Abstimmung mit einem von der Deutschen Telekom gestifteten Publikumspreis aus.
Gewinnerschulen sollen als Beispiel dienen
Roland Berger, Vorstand der projektdurchführenden Stiftung Partner für Schule NRW, sagte angesichts der Preisverleihung: „Die heute ausgezeichneten Förderprojekte bestechen vor allem durch ihre große Praxisnähe. Dadurch wird den Schülerinnen aufgezeigt, welche Chancen und Herausforderungen in der Berufswelt tatsächlich auf sie warten. Hemmschwellen werden abgebaut, nachhaltiges Interesse wird geweckt. So entdecken die Mädchen neue Berufsperspektiven – und dem Fachkräftebedarf kann in vielen Branchen durch talentierte Nachwuchskräfte entgegengewirkt werden.“ „Mädchen wählen Technik“ ist ein Projektangebot für alle Schulen in Nordrhein-Westfalen - in gemeinsamer Förderung durch das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, das Ministerium für Schule und Weiterbildung, das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr sowie der Stiftung Partner für Schule NRW als Träger. Das Projekt wird zusätzlich finanziell unterstützt durch Mittel aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und durchgeführt in Kooperation mit der Deutschen Telekom AG.
Hier finden Sie weitere Informationen zum Projekt "Mädchen wählen Technik".
Auf der Homepage des Schulministeriums finden Sie eine Reportage über die Wilhelm-Busch-Realschule in Köln, an der das Projekt erfolgreich umgesetzt wird.
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