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IM KONTEXT

Andreas Meyer-Lauber, GEW-Landesvorsitzender, zum Zukunftsberuf Lehrerinnen/Lehrer

Meyer-Lauber

In den nächsten Jahren vollzieht sich ein bespielloser Generationswechsel an unseren Schulen in NRW. Bis 2015 scheidet die Hälfte der gut 186.000 Lehrerinnen und Lehrer scheidet aus dem Berufsleben aus. Dies ist Chance und Herausforderung zugleich. Es eröffnen sich attraktive Berufsperspektiven für Hochschulabsolventen und es verbinden sich damit aber auch Fragen zur Entwicklung  unseres Bildungssystems. Es stellt sich die Frage nach der "Zukunft von Schule" schlechthin.

Folgende Aspekte sind für die GEW als Bildungsgewerkschaft im DGB und als größte Lehrerorganisation in NRW wichtig:

Der Lehrerberuf ist ein Zukunftsberuf, Bildung ist eine "Boom-Branche". Wir leben in einer modernen Wissensgesellschaft, in der allen Menschen eine gute Bildung vermittelt werden muss, mit einer Motivation zum selbstständigen und lebenslangen Lernen. Hier haben Lehrerinnen und Lehrer ihre zentrale Aufgabe. Sie sind nicht nur Moderatoren von Lernprozessen, sondern Pädagogen, die ermutigen, orientieren und aktivieren. Immer wichtiger wird die erzieherische Komponente als Beitrag der Lehrerinnen und Lehrer zur Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler. Wer da despektierlich von "faulen Säcken" spricht, hat nichts von diesem Beruf verstanden!

Die Professionalität im Lehrerberuf setzt ein klares Leitbild voraus. Die "Junge GEW NRW" hat ein Berufsleitbild entwickelt, um "transparent zu machen, was es heißt Lehrerin oder Lehrer zu sein".  Persönliche und fachliche Qualifikationen, die Ausgestaltung des Bildungs- und Erziehungsauftrages, Vermittlung von Basiskompetenzen, Teamarbeit sowie die Arbeit außerhalb des Unterrichts und mit außerschulischen Partnern sind wichtige Bestandteile dieser anspruchsvollen Profession, an deren Ausbildung höchste Standards gesetzt werden müssen. Die GEW wird darauf achten, dass bei der Reform der Lehrerausbildung in NRW, also bei der Umstellung auf die gestuften Studiengänge Bachelor und Master, die Qualitätsstandards stimmen und der Zugang zum Lehramtsstudium und zum Vorbereitungsdienst in den Seminaren  gesichert bleibt. Wir brauchen einen Nachwuchs an Lehrkräften, der fachlich fundiert und qualifiziert ausgebildet ist.

Die Schule der Zukunft ist eine "Schule für alle Kinder". Sie ist demokratisch, integrativ und multiprofessionell. Eine demokratische Schule fördert alle Bildungspotentiale von Kindern und Jugendlichen entsprechend den individuellen Fähigkeiten und der kulturellen Herkunft entsprechend unabhängig vom sozialen Milieu. In dieser "Schule für alle Kinder" wird individuelle Förderung von Beginn an bis zum Abschluss der Schullaufbahn ermöglicht. "Sitzenbleiben" und "Abschulung" entsprechen nicht den pädagogischen Leitlinien dieser Schule; Schülerinnen und Schüler müssen verantwortlich ihren Lernweg mit gestalten dürfen. Diese Aufgaben und Ziele sind Herausforderungen für die fachliche und methodische Kompetenz des Lehrpersonals. Sie werden notwendigerweise unterstützt von anderen Professionen wie Schulsozialarbeitern, Erzieherinnen und außerschulischen Fachleuten.

Von großer Bedeutung für den Lehrerberuf sind eine wirksame Interessenvertretung und attraktive Rahmenbedingungen. Ebenso geht es auch um die angemessene gesellschaftliche Anerkennung: Wie viel ist pädagogische Arbeit wert?  Die GEW setzt darauf, das Handeln in der Bildungspolitik auf Qualität, demokratische Teilhabe und Reform auszurichten. Im Bereich der Personalvertretung der Lehrerinnen und Lehrer darf es an der Mitbestimmung keine Abstriche geben, weil wirksame Interessenvertretung und moderne Schulentwicklung untrennbar verbunden sind. Die Kolleginnen und Kollegen an den Schulen müssen auch für ihre anspruchsvolle Arbeit angemessen bezahlt zu werden. Die niedrige Verbeamtungsgrenze in NRW verschärft die Ungerechtigkeit ungleicher Entlohnung für die gleiche Tätigkeit. Wir setzen uns für eine Verbeamtungsgrenze wie in den anderen Bundesländern ein (mindestens 45. Lebensjahr), und machen uns in Tarifverhandlungen für eine den Beamten angepasste Vergütung der angestellten Lehrkräfte stark. Für die Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter in der Ausbildung fordern wir eine deutliche Anhebung der  Anwärterbesoldung!  Insgesamt muss die Finanzierung der Bildung in NRW in den nächsten Jahren den OECD-Durchschnitt erreichen.

Dafür braucht es eine starke Gewerkschaft. Egal an welcher Schule in NRW, egal in welcher Schulform: Die GEW ist lebendig und sie ist schon da! Wir laden Sie zum Mitmachen ein!

Weitere Informationen unter www.gew-nrw.de

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