4. Bildungspolitisches Symposium am 20.2.2010 in Essen
Nach einem Grußwort vom Oberbürgermeister der Stadt Essen, Reinhard Paß, eröffnete Schulministerin Barbara Sommer das 4. Bildungspolitische Symposium des Landes Nordrhein-Westfalen.
Die Veranstaltung ist inzwischen zu einer etablierten Institution in Nordrhein-Westfalen geworden, sie zieht regelmäßig zahlreiche Besucher an und setzt Impulse für die Schulpolitik des Landes.
Ministerin Barbara Sommer: „Von diesem Symposium soll ein Signal ausgehen: Die individuelle Förderung unserer Kinder gelingt, wenn wir alle Hand in Hand arbeiten. Ich rufe alle Eltern und Lehrer auf, zum Wohl unserer Kinder gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Jeder kann und muss seinen Beitrag leisten. Es gibt bereits viele Mütter und Väter, die sich vorbildlich engagieren. Ihnen möchte ich herzlich danken und sagen: Machen Sie bitte weiter so! Den anderen Eltern, die vielleicht ein wenig Berührungsängste haben, möchte ich zurufen: Nur Mut! Die Schule Ihres Kindes wird sie mit offenen Armen empfangen.“
Elf Schulen wurden mit dem Gütesiegel „Individuelle Förderung“ durch Ministerin Barbara Sommer ausgezeichnet. Diese Schulen setzen die Leitidee der Individuellen Förderung besonders vorbildlich und erfolgreich um.
Professor Werner Sacher von der Universität Erlangen-Nürnberg referierte über Standards der Elternarbeit. Wegen des riesigen Einflusses der Familie auf Lesekompetenz, mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenz seien diese Standards so wichtig. Dabei gehe es nichat nur um häufige und sozial angenehme Kontakte zwischen Schulen und Eltern, sondern um optimale Lernerfolge und optimale Persönlichkeitsentwicklung der Kinder. Elternarbeit müsse bei den Kindern und Jugendlichen ankommen.
Sinnvollen und fragwürdigen Formen der Erziehungspartnerschaft zwischen Elternhaus und Schule widmete sich Professorin Elke Wild von der Universität Bielefeld. Professorin Wild stellte fest, Hausaufgaben markierten die Schnittstelle zwischen Schule und Familie. Das häusliche Lernen erschöpfe sich aber nicht in der Bearbeitung der Hausaufgaben. Die Eltern-Lehrer-Kooperation sei hierzulande punktuell und wenig effektiv, Vorbehalte auf beiden Seiten stünden einer engeren Zusammenarbeit entgegen.
Dr. Michael Winterhoff, Arzt für Kinder- und Jugendpsychatrie und bekannt als Buchautor des Buches „Warum unsere Kinder Tyrannen werden“ referierte über das Thema „Veränderte Kinder, veränderte Eltern – Fehlende Reifeentwicklung aus tiefenpsychologischer Sicht“ und eröffnete damit einen gänzlich anderen Focus, der bewusst nicht die Pädagogik, sondern die Tiefenpsychologie in den Mittelpunkt rückte.
Eine multiperspektivische Betrachtung der Elternarbeit wurde in einer Podiumsdiskussion geboten.
Als erfahrene Elternvertreterinnen berichteten Gabriela Custodis von der Landeselternschaft der Gymnasien in Nordrhein-Westfalen e. V. sowie Karoline Pinkert vom Elternverband LERNEN FÖRDERN NRW e.V. über die Elternarbeit an den von ihnen vertretenen Schulformen. So berichtete Frau Pinkert z.B. von der Notwendigkeit, Eltern von Kindern mit Lernbehinderungen aufsuchen zu müssen, um sie zur Elternarbeit motivieren zu können. Doris Sandbrink, Sprecherin Gesprächskreis für Landesorganisationen der Weiterbildung, und Adolf Timm, GdS Elterntraining GmbH, setzten sich dafür ein, wie Eltern in ihrer Rolle als Lernbegleiter zu stärken.
Moderiert wurde die Veranstaltung gewohnt dynamisch und unterhaltsam von Gisela Steinhauer (WDR).
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