Mobbing stellt im schulischen Alltag Lehrkräfte, Sozialpädagogen und das System Schule insgesamt vor große Herausforderungen. Mobbingfälle erweisen sich als schwer auflösbar. Oft genug sieht die betroffene Schule zum Schutz des Mobbing-Opfers nur den Schulwechsel als letzten Ausweg.
Der "No Blame Approach"
ist eine noch neue, aber zunehmend angewandte Methode, akutem Mobbing
zu begegnen. Der Ansatz wurde Mitte der 80er Jahre in England von
Barbara Maines und George Robinson entwickelt und später in der Schweiz
aufgegriffen und mit viel Erfolg gegen Mobbing angewandt. Seit März dieses
Jahres wird der No Blame Approach in eintägigen Workshops bundesweit im Rahmen
eines Kooperationsprojektes von fairaend - Praxis für Konfliktberatung, Mediation, Supervision und Weiterbildung, Köln und dem Bund für Soziale
Verteidigung, Minden vorgestellt. Das Projekt wird von Aktion Mensch gefördert.
Erste Erfahrungen in verschiedenen Schulen zeigen auch in Deutschland ermutigende Ergebnisse. In vielen Fällen konnte Mobbing innerhalb kurzer Zeit gestoppt werden.
Die Wirksamkeit des Ansatzes liegt darin begründet, dass - trotz der schwerwiegenden Problematik - vollständig auf Schuldzuweisungen und Strafen verzichtet wird. Vielmehr werden die am Mobbing beteiligten Schülerinnen und Schüler in einen Gruppenprozess einbezogen, der sie konsequent in die Verantwortung für die Behebung des Problems einbezieht. Sie werden als "Helferexperten" angesprochen und so aktiv in den Lösungsprozess eingebunden.
Aktuelle Informationen zum No-Blame-Approach gibt es inzwischen auch im Internet. Dort ist u. a. zu lesen, unter welchen Voraussetzungen ein Workshop an Schulen veranstaltet werden kann: www.no-blame-approach.de
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