Fußballstar Norbert Dickel macht Berufsorientierung mit Hauptschülern
Der Exfußballer Norbert Dickel setzt seine Popularität für Hauptschülerinnen und Hauptschüler ein. Seine Initiative gibt motivierten Jugendlichen die Chance auf einen Ausbildungsplatz.
Vorbild Fußball: Dickel mit Hauptschülern aus Dortmund (Foto: Christof Wolff)
Norbert Dickel ist ein Fußball-Kultstar. Einer, der seine Chance genutzt und einen Platz im Leben gefunden hat, um den ihn viele beneiden. Er ist der Held von Berlin – als Stürmer für Borussia Dortmund legten seine Tore im Juni 1989 die Grundlage für den Sieg im DFB-Pokalfinale gegen Werder Bremen: Für die Borussia der erste große Sieg seit 1966, für Norbert Dickel der Anfang vom Abschied aus dem Spielerleben. Er hatte sich so schwer am Knie verletzt, dass er nie wieder richtig spielen konnte. In Dortmund bleibt die grandiose Leistung unvergessen. Die Fans singen bis heute: „Wir singen Norbert, Norbert Dickel, jeder kennt ihn, den Held von Berlin.“ Der 47-Jährige ist heute Stadionsprecher in Dortmund und engagiert sich ehrenamtlich für Hauptschülerinnen und Hauptschüler. Dickel ist einer, der das eigene Glück gern weitergeben möchte – denen, die es gebrauchen können. „Es geht darum, sozial Schwächeren bessere Chancen im Leben zu ermöglichen“, sagt Dickel.
Zusammen mit seinen Mitstreitern, ehemalige und aktive Fußballer von Klaus Allofs bis Christian Ziege, hat er 2001 den „Verein der Golfenden Fußballer“ (Gofus e. V.) gegründet. Mehr als 350 Mitglieder nutzen ihre Popularität und sammeln Geld und Unterstützung für Bedürftige. Die Initiative „Platz da!“ ist das aktuelle Projekt der Gofus. „Platz da!“ kümmert sich darum, dass Kinder bis sechs Jahre Spiel- und Sechs- bis 16-Jährige Bolzplätze bekommen. Hauptschülerinnen und Hauptschülern ab 16 vermittelt die Initiative Ausbildungsplätze.
Motivierten Hauptschülern vermittelt "Platz da!" eine Ausbildung
„Wir wollen Hauptschülern zeigen, dass sich Fleiß und Leistung lohnen“, sagt Dickel. Er weiß genau: Eltern oder Lehrer können oft reden und reden. „Aber wenn Olaf Thon und ich vor den Jugendlichen stehen und erklären, dass man mit Fleiß und Ehrgeiz wirklich viel erreichen kann, dann kommt das ganz anders an.“ Das Prinzip von „Platz da!“ ist einfach: „Wir setzen auf die Klassenlehrer. Sie benennen uns die beiden motiviertesten Schüler. Das müssen nicht die mit den besten Noten sein, aber Schüler, die ihre Zukunft in die Hand nehmen wollen.“
Sie bekommen ein Zertifikat und spezielle Unterstützung bei der Bewerbung. Unter www.platz-da.com können sie sich um Ausbildungsplätze bewerben, die Unternehmen in ganz Deutschland zur Verfügung gestellt haben. 1.600 Plätze haben die Gofus schon eingeworben. „Wir wollen nicht besserwissen, wir wollen etwas tun“, sagt Dickel. Denn gerade der Übergang von der Schule in den Beruf kann eine große Hürde sein. „Ich habe selber früher davon geträumt, mal so was wie ein Manager zu werden“, sagt Dickel. „Das Wort gab es damals noch gar nicht, aber ich wollte einer werden, der was bewegt und nicht nur im steifen Anzug rumlaufen muss.“ Das ist ihm gelungen, und die einfache Botschaft „Was ich kann, schaffst du auch“ motiviert die Jugendlichen enorm.
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