SCHULMINISTERIUM.NRW.DE
Das Bildungsportal
Anmeldung  |  Kontakt  |  Impressum        
Für Eltern Link zu: Pfeil rechts Rubriken Link zu: Pfeil rechts Menschen Link zu: Pfeil rechts „Wir wollen allen Schülerwünschen gerecht werden!“ 

„Wir wollen allen Schülerwünschen gerecht werden!“

Auf dem Gymnasium Essen-Werden stellen Eltern und ehemalige Schüler den Abiturienten ihren eigenen Beruf oder Studiengang vor, beantworten Fragen und vermitteln so einen realistischen Einblick in ihren Arbeitsalltag. Auch die Planer und Organisatoren, Sabine Lente und Jo Beier, stellen bei der Messe sich und ihre Berufe vor.

Das Interview führte Anja Schimanke

Sie haben Anfang 2011 die Leitung von jobkonkret übernommen. Warum war es Ihnen wichtig, aktiv zu werden?

Foto: Sabine Lente möchte nicht meckern, "sondern durch eigenes Engagement für die Schüler das Bestmögliche erreichen." Sabine Lente möchte nicht meckern, "sondern durch eigenes Engagement für die Schüler das Bestmögliche erreichen."

Sabine Lente: Ich möchte im Zweifel nicht nur zu den Meckerern gehören, sondern durch eigenes Engagement versuchen, für die Schüler das Bestmögliche zu erreichen. Durch unsere Messe erhalten die Jugendlichen einen Überblick über die berufliche Vielfalt und haben am Ende hoffentlich eine grobe Vorstellung, was für sie als Beruf in Betracht kommt.

Jo Beier: Hätten wir abgelehnt, wäre die Initiative vielleicht gänzlich gestorben, zumal sie bereits 2010 ausfallen musste. Der Geist dieser Veranstaltung hat uns letztlich dazu gebracht, die Sache in die Hand zu nehmen. Schließlich kannten wir das alles ja selbst als langjährig teilnehmende Akteure.

Was ist denn der Geist der Veranstaltung?

Jo Beier: Die Messe ist ein Mosaiksteinchen mehr Informationsangebot zusätzlich zu dem, was die Schulen leisten. Auf dem Hintergrund unserer beruflichen Erfahrungen ist das Informiertsein das A und O bei der Berufsfindung. Genau das wollen wir den Schülerinnen und Schülern an die Hand geben.

Was sind dabei Ihre Aufgaben?

Jo Beier: Wir kümmern uns um die Planung und die Organisation. Wir gehen zum Beispiel am sogenannten Impulstag, der im März stattfindet, für zwei bis drei Schulstunden in die Schule und geben ein Intro zur allgemeinen Lage. Dann halten Damen und Herren von der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Essen und der Studienberatung der Uni Duisburg/Essen Vorträge, anschließend treffen die Schülerinnen und Schüler per Wahlzettel eine erste eigene, vielleicht noch unscharfe Berufswahl für sich.

Sabine Lente: Für die einzelnen Berufswünsche suchen wir dann Repräsentanten, die ihren Beruf im Juli auf der Veranstaltung vorstellen.

Wer kann bei jobkonkret mitmachen?

Jo Beier: Alle Eltern, die Lust haben, ihren eigenen Beruf vorzustellen, um Schülerinnen und Schülern einen lebendigen Eindruck von ihrer Arbeitswelt zu geben, sind dazu herzlich eingeladen.

Wie knüpfen Sie Kontakte zu Eltern, die die gewünschten Berufe dann vorstellen?

Jo Beier: Elternakquise gehört auch zu unseren Aufgaben. Wir hören uns um, welche Eltern in Frage kommen und sprechen sie an. Dann treffen wir uns, telefonieren, mailen… An der eigentlichen Durchführung sind rund 50 Eltern plus fünf ehemalige Schüler beteiligt.

Warum war es Ihnen wichtig, in dem Bereich Berufsorientierung aktiv zu werden?

Foto: "Es ist wie in einer großen Familie", sagt Vater Jo Beier über seine ehrenamtliche Arbeit bei jobkonkret "Es ist wie in einer großen Familie", sagt Vater Jo Beier über seine ehrenamtliche Arbeit bei jobkonkret

Sabine Lente: Ich bin Verwaltungsbeamtin und habe viele Jahre im Einstellungsbereich der Stadt Essen gearbeitet und dort insbesondere in der Ausbildung. Dort habe ich feststellen müssen, dass ein Großteil der jungen Menschen gar keine Vorstellung hat, was genau sie in dem Beruf erwartet, für den sie sich beworben haben.

 

Frau Lente, Sie sind mit Ihrem Beruf auf der Jobinfobörse vertreten. Wie informieren Sie die Schülerinnen und Schüler?

Sabine Lente: Ich arbeite ohne große Aufsteller und nehme immer ein, zwei aktuelle Plakate der Stadtverwaltung mit, die ich aufhänge. Es liegen Flyer zu meinem Beruf aus, die eine Übersicht zu den wichtigsten Dingen geben. Zudem besorge ich, wenn möglich, kleine Give aways. In erster Linie konzentriere ich mich aber auf die Gespräche. Die letzten beiden Male konnte ich zwei junge Auszubildende für die Aktion gewinnen, die ebenfalls Ansprechpartner für die Schülerinnen und Schüler waren. Das ist deutlich besser angekommen – es fällt den Schülerinnen und Schülern leichter, den Kontakt aufzunehmen!

Jo Beier: Dass wir einen Azubi oder auch einen Studenten neben einen sozusagen alten Repräsentanten mit selbem Beruf gestellt haben, war 2011 ein Versuch, der überaus gut angekommen ist: Der Junge steht im aktuellen Thema, was Studienverhältnisse et cetera. angeht, der Alte kann besser etwas zu Themen wie Berufsrealitäten, Zufriedenheit und Gehalt sagen. Wir hoffen, dass wir das in diesem Jahr noch intensivieren können.

Beschränkt sich der Kontakt zwischen Berufsrepräsentanten und Schülern auf die Messe?

Sabine Lente: Ich habe schon mehrfach Praktika vermittelt. Drei Praktikantinnen haben sich danach auch um einen Ausbildungsplatz beworben. Auf die Auswahl hatte das aber keinen Einfluss. Eine der Bewerberinnen hat zumindest den Eignungstest bestanden, konnte sich dann aber in der zweiten Runde nicht durchsetzen.

Jo Beier: Da viele unserer Repräsentanten selbständig sind oder in Personalverantwortung stehen, suchen sie auch Personal und laden interessierte Schüler zu weiterführenden Gesprächen ein.

Ein klarer Vorteil für die Schüler …

Jo Beier: Ja, wir Eltern kennen ja oft auch die Schüler und die Schüler kennen uns – es ist wie in einer großen Familie. Diesen Vorteil hätte man bei fremden Berufsvertretern nicht – und das ist bei anderen Veranstaltungen leider oft die Regel.

Sabine Lente: Schon wenn die Schülerbetriebspraktika in den Stufen 9, beziehungsweise 10 anstehen, können wir mit unserem Fundus an Paten helfen.

Was macht Ihnen besonders viel Spaß?

Sabine Lente: Der Kontakt zu den jungen Menschen, die sich in der Regel sehr aufgeschlossen und interessiert zeigen.

Jo Beier: Die Betrachtung des riesigen Fundus’ von Berufen in der Elternschaft einerseits. Und anderseits zu sehen, wie groß die ehemaligen Kleinen jetzt werden.

Worüber wundern Sie sich?

Sabine Lente: Über Schüler, die sich vorrangig die Berufe aussuchen mit möglichst hohen Einkommensmöglichkeiten.

Wie viel Zeit kostet Sie in etwa Ihr Engagement in der Woche?

Jo Beier: Das haben wir nicht nachgemessen. Ich schätze, es sind ein bis zwei Stunden. In der Hoch-Zeit zwischen März und Juli werden es sicherlich zwischen fünf und zehn Stunden sein.

Und wie lange dauert die Vorbereitung für den Stand auf der Messe?

Sabine Lente: Da ich fast von Anfang an dabei bin, habe ich inzwischen eine gewisse Routine. Ich überarbeite den Steckbrief, aktualisiere Daten zum Einstiegsgehalt oder Einstellungsvoraussetzungen, besorge aktuelle Flyer und Materialien. In der Regel brauche ich einen Nachmittag.

Bitte beenden Sie den Satz: Elternmitwirkung an der Schule…

Jo Beier: … wirkt immer unterstützend für alle und ist damit immer gut für unsere lieben Kleinen.

Sabine Lente: … ist unbedingt erforderlich, da die Schule es in vielen Bereichen alleine nicht leisten kann, was sie vielleicht gerne leisten würde – im Interesse einer guten Entwicklung unserer Kinder.

© 2006 - 2013 Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen