"Regionale Bildungsnetzwerke" bringen Schulen und andere Einrichtungen zusammen
Klar, dass auch mit Partnern von außen zusammengearbeitet werden müsste, sei wohl jedem Kollegen bewusst. Wie dies allerdings praktisch ablaufen könne, schon weniger. „Sich zu vernetzen, das ist ungewohntes Denken“, sagt Petra Fallet-Viehmann. Sie ist Berufskolleg- Lehrerin – und Fachfrau für Kooperationen von Bildungs- und Erziehungsinstitutionen, genauer: Pädagogin im „Regionalen Bildungsbüro“, das im Rhein-Sieg-Kreis eben jene Zusammenarbeit voranbringt. „Wir transportieren positive Erfahrungen“, sagt Petra Fallet-Viehmann. Beispielsweise eine zwischen Kindertagesstätten und Grundschulen abgestimmte Sprachförderung. Oder eine gezieltere Berufsorientierung.
Das „Regionale Bildungsbüro“ ist der sichtbare Teil des „Regionalen Bildungsnetzwerkes“, das der Rhein-Sieg-Kreis – wie mittlerweile 37 weitere Kreise und kreisfreie Städte – mit dem Schulministerium vereinbart hat, Ziel der Initiative: die staatlichen und gesellschaftlichen Kräfte vor Ort zur Unterstützung von Schulen zu bündeln. Ob Jugendhilfe, Musikschulen, Kirchen, Polizei oder Kammern, alle haben etwas einzubringen. Bislang standen viele Angebote aber unkoordiniert nebeneinander. Und das soll sich ändern.
Im Rhein-Sieg-Kreis hat das lokale Bündnis schon Früchte getragen: Um Kindern eine Sprachförderung aus einem Guss anbieten zu können, stimmten in Troisdorf die Kindergärten und die Grundschulen Methoden und Material miteinander ab. Das Bildungsbüro organisierte gemeinsame Fortbildungen dazu. Um den Übergang auf die weiterführende Schule zu verbessern, wurden Lehrer für Primarstufe und Sekundarstufe I zusammengebracht. Bei den Treffen entwickelten sie Kompetenzprofile, die nun als Grundlage für die Beratung der Eltern dienen und mit deren Hilfe sich Lehrer der 5. Klassen über ihre neuen Schüler informieren können. Auch die Berufsorientierung soll besser abgestimmt werden, etwa mit einem einheitlichen Kompetenzcheck in allen 8. Klassen des Rhein- Sieg-Kreises. „Wir gestalten Themen, bieten Hilfe an, bringen Partner zusammen“, so sagt Koordinatorin Fallet-Viehmann.
Auch Krefeld hat in Sachen Vernetzung bereits einiges vorzuweisen. Dass Bildungseinrichtungen zusammenwirken, ist in der Stadt nichts Neues. Das „Regionale Bildungsbüro“ schon. Es baut auf Strukturen, die im Modellprojekt „Selbstständige Schule“ geschaffen wurden. Die Zusammenarbeit der beteiligten Schulen – etwa gemeinsame Fortbildungen zur Unterrichtsentwicklung – hatte sich dabei bewährt. Die Angebote jetzt auch anderen Schulen zugänglich zu machen, dies sei ein Schwerpunkt ihrer Tätigkeit, berichtet Katrin Weisker, Leiterin des Bildungsbüros. Ein anderer: die Vermittlungsquote insbesondere von Hauptschülern in Ausbildungsplätze zu verbessern.
Bessere Berufsvorbereitung? Das ist doch ebenfalls Thema im Rhein-Sieg- Kreis. Vernetzen sich die Bildungsnetzwerke denn auch untereinander, um Erfahrungen auszutauschen? Tatsächlich arbeitet das Schulministerium an einer Abstimmung: Veranstaltungen sollen den Austausch voranbringen.
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